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Wieviel Apps braucht die Bank?

Apps und nicht Apple

Smartphones und insbesondere das iphone gewinnen an Bedeutung.80 % meiner Social Media Aktivitäten erledige ich beispielsweise über meinem iphone. Auch das Lesen von Mails oder das betrachten von News Seiten und News Artikeln geschieht immer häufiger über den kleinen Alleskönner. Allerdings habe ich mein iphone noch nie benutzt, um damit auf mein Konto zuzugreifen. Lediglich 2 Finanzapps befinden sich auf meinem iphone: Eine Geldautomaten und Filialsuche und ein Aktien App, mit welchem ich gelegentlich die Enwicklung meiner Fonds beobachte.

Liebe macht blind

Nun ist das iphone bei Banken sehr beliebt. Schon aus Image Gründen benötigen Banken ein iphone App. Wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, ob es wirklich der Kunde ist, der ein iphone App seiner Bank erwartet oder ob es möglicherweise nur die Banken und deren Mitarbeiter sind, die ein iphone App für besonders Image trächtig halten. Bei aller Euphorie für die Smartphones. Laut einer Studie der „ottogroup“ besitzen bisher nur 11 % der deutschen ein Smartphone. 2012 sollen es allerdings bereits 22 % sein. Darüber hinaus sollte man beachten, dass es neben Apple auch andere smartphone Anbieter gibt. Es wäre für eine Bank deshalb falsch, sich nur weil gehobene Mitarbeiter das iphone als ihr neues Lieblingsspielzeug auserkoren haben, auf dieses Gerät zu fokussieren. Ein Artikel im American Banker,  aus einem Land also, in welchem die iphone Nutzerquote wesentlich höher als bei uns sein dürfte, legt nahe, dass Verbraucher, die ein Mobiltelefon mit Android besitzen eher zum mobile Banking bereit wären. Da ihre Bank aber meistens nur Applikationen für das iphone anbietet, bleiben sie jedoch im Regen stehen.

http://www.americanbanker.com/issues/175_115/android-1020990-1.html

How many apps?

Und dann gibt es ja noch ein weiteres Problem. Wieviele Apps soll die Bank eigentlich anbieten? Ein App zum suchen und finden von Geldautomaten, ein App für das Online Banking, ein App für Börsen News und ein App für den direkten Beraterkontakt und und und? Auf einer Seite meines iphones finden 12 Apps Platz. Insgesamt dürften dann kaum mehr als 120 Apps auf das iphone passen. Wenn man ehrlich ist, benutzt man am Ende des Tages ohnehin nur eine kleine Anzahl von Apps regelmässig und ob das dann die meiner Bank sein werden? Es gibt ja zum Beispiel auch Geldautomaten  und Filialfinder auf der nicht nur die Daten einer Bank zu finden sind und je vollständiger die Information, desto eher findet der Dienst unser Interesse. Und was passiert darüber hinaus, wenn mir z.B. jede Regionalbank eine eigene App zur Verfügung stellt. Nein nicht eine App pro Bank sondern „n“ Apps pro Regionalbank.

Also mal ganz ehrlich. Mir wäre das eine Universal App, welches mir den Zugang zu allen Banken meiner Wahl und noch dazu auf alle von diesen mobil aufbereiteten Inhalten ermöglichen würde, irgendwie lieber. Es ist deshalb an der Zeit, dass Banken sich Gedanken darüber machen, was Ihre Kunden wirklich wollen und brauchen. Zumal das mobile Internet doch zukünftig die Filiale ersetzen wird!

Finally, there is a next generation mobile service appearing on the horizon … the chip-neutral device.Today, we have EMV chips for cards, SIM chips for phones and RFID chips for contactless services. This is all going to change in the next few years as Visa, MasterCard, the GSMA and mobile operators work together to develop chip enabled services that are device-neutral.Hence you could stick your communicating wireless payments chip into any machinery, gadget, tool or technology you want … a telephone, a watch, a television, an iPad, a laptop, a pair of sunglasses … anything and everything can become a wirelessly communicating, interactive payments device.Roll on the next generation.

Lesen Sie hierzu doch auch den Artikel von Chris Skinner. Das Zitat stammt aus diesem Artikel. Die Interpretation und Provokation ist aber von mir

http://thefinanser.co.uk/fsclub/2010/06/bank-branches-and-the-next-gen-mobile.html

Oder sehe ich das mal wieder völlig falsch?

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Christoph Ahler

    Warum GAD und FIDUCIA jeweils eine APP für Volksbanken entwickeln ist und bleibt für mich ein Rätsel. Das die Kunden wissen, welchem Rechenzentrum ihre Volksbank angeschlossen ist, wage ich zu bezweifeln. Eine APP wäre für alle Volksbanken ausreichend.

    • electrouncle

      Hallo,

      ja das Problem haben die Kunden. Die Banken entwickeln immer noch aus ihrer Sicht und nach den eigenen Bedürfnissen. Das hat lange funktioniert, ändert sich aber aktuell sehr rasant. Die Apps werden – solange sie kostenlos sind aber durchaus oft herunter geladen – aber ist das dann ein Erfolg? Und wie viele neue Kunden werden gewonnen bzw. Alte gehalten – durch eine App?
      Gespannt bin ich auch wann und ob Apple irgendwann mal nur eine bestimmte Zahl von Apps pro Bankengruppe zulässt. Wäre zumindest nicht ausgeschlossen.

  • Florian

    Wahrscheinlich denken die Banken auch nicht genügend nach und hauen zunächst einmal irgendeine App auf den Markt nur um beim Thema „iPhone“ dabei zu sein.

    • electrouncle

      Hallo,

      wenn man die Entwicklungen so beobachtet, dann könnte man dies durchaus vermuten. Mit Sicherheit existiert aber eine gewisse Hilflosigkeit gegenüber den Erwartungen der Kunden. Es gibt ja keinerlei Hinweise darauf, was die Kunden wirklich wünschen bzw. was unterwegs einen wirklichen Nutzen bringt,

  • paulinepauline

    Mehrere Apps von einer Bank halte ich auch für unsinnig und unpraktisch für den Kunden. Bei einer kleinen Umfrage unter meinen Followern (durchweg sehr mobile-affin) kam ich auch zu dem Ergebnis, dass die meisten eh lieber iOutBank verwenden, denn die kann mehr als die Apps der Banken und ist vor allem Multibankenfähig.

    Ansonsten gibt’s natürlich von fast allen Banken iPhone-Apps, die sich in der Regel auf Kontostandsabfrage, Überweisungen und Geldautomatensuche beschränken. Nur die Deutsche Bank bietet auch noch Wertpapierkauf/-verkauf und die App von Cortal Consors ist voll auf Trading ausgerichtet.

    Die Sparkassen sind zur Zeit die Einzigen, die Apps auch für weitere wichtigen Plattformen anbieten: https://www.sparkassemobile.de/AppStores Allerdings ist mir nicht klar, warum es jeweils zwei unterschiedliche Apps gibt. Die App zum Nur-Kontostandabfragen hätte man sich sparen können.

    Die Postbank geht mit einer Web-App schon mal einen ganz guten Weg, die ist nämlich Plattform-unabhängig: http://bit.ly/9CdRDq Eine normale iPhone-App gibt’s aber auch.

    Dass oft der reine Wunsch nach einer App größer ist als die Bereitschaft etwas Sinnbringendes anzubieten, sieht man wunderbar bei der Commerzbank-App hier im App-Store: http://bit.ly/aMcZ2j Einzig die Geldautomatensuche ist nützlich, der Rest sind alberne Funktionen … das Ergebnis schlägt sich sehr deutlich in den Bewertungen nieder. Und hier kippt es dann vom Imagegewinn zum Imageschaden.

    Auf dem iPad ist übrigens noch keine Bank vertreten, lediglich iOutBank hat hier seine iPhone-App bereits angepasst. Allerdings frage ich mich, ob gerade auf dem iPad eine plattformübergreifende Web-App nicht doch der bessere Weg sein wird, denn die Pads weiterer Anbieter stehen ja schon in den Startlöchern.

    • electrouncle

      Hallo,

      danke für Deinen Kommentar. Du stimmst mir ja weitgehend zu. Das mit dem ipad sehe ich übrigens genauso, zumal die ja technisch auch ein wenig anders als die ipad Apps zu sein scheinen. Da werden die Bank demnächst gar nicht mehr wissen, wo sie dabei und nicht dabei sein müssen

  • Volksbank

    Eigentlich braucht niemand ein app für mobile banking. Das kann jeder von unterwegs auch einfach mit einem Browser erledigen. Die Banken bieten dafür sogar seit Jahren eigene Portale an, die an die grafischen Fähigkeiten von mobilen Geräten angpasst sind. Banking apps bedienen also ganz offensichtlich andere Bedürfnisse.

    • electrouncle

      Hallo,

      ja das mag durchaus sein. Ich würde ja auf Image tippen bzw. auf den Wunsch ein wenig vom Apple Image zu profitieren, wobei das ja auch gerade erste Kratzer bekommt

  • Thomas

    @paulinepauline

    Danke für die schöne Übersicht über die App-Aktivitäten der Bankenlandschaft. Als Nutzer eines Palms OS blicke ich da ein wenig neidisch auf die Möglichkeiten der iPhone-Telefonierer. Obwohl, ob ich jetzt wirklich eine Überweisung damit eintippen möchte .-) Ich denke, die Relevanz von Banking-Apps wird mit dem iPad erst richtig erlebbar. Wenn Institute, jetzt schon ihre Erfahrungen bei der Entwicklung von iPhone-Apps gemacht haben, werden die auch einen Vorsprung im iPad-Bereich verbuchen können. Die Volksbanken sollten eher eine iPad-App bauen, anstatt zweier für das iPhone.

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