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Wie war Weihnachten?

Die Tage sind nun gezählt. Ein wirklich schlimmes Jahr geht vorüber. Wer das Jahr trotzdem toll fand, muss ein langweiliger Stubenhocker sein, der nicht nur gerne sondern auch zurecht zuhause und alleine bleibt. Es ist nun der 27.12 und es ist…

12 Uhr und 4 Minuten

Weihnachten ist damit vorbei, denn es gibt ja keine 3 Weihnachtstage. Für die meisten von uns war Weihnachten wahrscheinlich ruhig. Viele werden sich möglicherweise gestritten haben. Was machen wir mit Oma und Opa? Wie schützen wir die Eltern? Wer kümmert sich um Karl Lauterbach?

Mir ist durch meine News Abstinenz aufgefallen: Ohne die Medien wüßten wir kaum etwas vom bösen Corona Virus und wir könnten viel entspannter und fast ohne Angst leben. Weihnachten braucht Rituale. News Abstinenz steht auch für das nächste Jahr auf dem Plan, neben Marzipan, Spaziergängen, Weihnachtsfilmen, Bier und Wein, Liebe, Essen und Trinken mit den lieben Verwandten, viel Musik, Lesen, Reden und viel Ruhe. Ja wie war denn Weihnachten?

28.12. 9:26

Eigentlich wollte ich diesen Artikel wie ein Tagebuch verfassen und sozusagen die letzten wachen Stunden abbilden. Aber so ist das mit der Motivation. Das sie mir gestern fehlte und ich mich stattdessen durch die Natur bewegte und einige 50er Jahre Filme schaute, bestätigt mich noch einmal darin diesen Blog endlich einzustellen. Na mal sehen wie viele Zeilen es heute so werden. Jetzt geht es erst mal wieder raus in die Natur, der Hund will ja auch kein Hundeleben führen.

10 Uhr 58 Minuten. Etwas Fintech!

Ich bin motiviert. Bei herrlichem Sonnenschein mit Frau und Hund über die Felder gewandert. Noch lieber wäre ich gelaufen, aber die ersten Alterserscheinungen treten auf. Ein Fersensporn. Hoffe das geht bald vorbei. Der zur Diagnose erforderliche Arztbesuch hat mich ein wenig ernüchtert. So richtig voran scheint die #Gesundheitsbranche nicht gekommen zu sein. Den Termin konnte ich zwar über Doctorlib online buchen, was mir schon wie eine gewaltige Innovation vorkam, aber die Diagnose Methoden waren wie vor 10, 20 und wohl auch 30 Jahren.

Als ich diesen Blog in den Jahren 2006 und 2007 regelmäßiger zu befüllen begann, war das in der Finanzbranche ganz genauso. In den frühen Jahren – so habe ich festgestellt – ging es in meinem Blog auch eher noch um das Internet allgemein, Online Marketing und Social Media. Das war damals noch absolutes Neuland für die meisten Banken. Ich glaube fast keiner der Bankmitarbeiter hatte damals eine Vorstellung davon, wie stark seine Zukunft von diesen Technologien beeinflusst werden würden. Auf der anderen Seite bestätigte sich für mich in den letzten Jahren die Erkenntnis, dass man die #Zukunft schneller erwartet als sie kommt. Wenn sie aber dann da ist, sind die Folgen viel größer als erwartet!

Nun, die Bankbranche gibt es immer noch und die meisten Bankmitarbeiter, die mir in den letzten Jahren über den Weg

gelaufen sind, dürften immer noch im Job sein, dennoch hat sich einiges getan und dieser unsägliche Virus dürfte ein #Innovationsbooster für die Branche werden. Mittlerweile gibt es -wie ich es vor einigen Tagen gelesen habe- wohl 300 Neobanken weltweit. Die Hälfte dieser Neobanken hat ihren Sitz sogar in Europa. Im Jahr 2024 sollen 145 Millionen Menschen in Europa und den USA die Apps dieser Neobanken nutzen und dann eben deren Kunde sein. 2017 gab es erst 100 Neobanken und allein während der bisherigen Phase der #covid19 Pandemie sind 30 neue Neobanken entstanden.

Banken in der Tempo 30 Zone

Das sind beeindruckende Zahlen. Es zeigt mir, dass wir nicht am Ende sondern eher am Anfang der Entwicklung stehen. Die Veränderungen, über die ich schon damals geschrieben und auf die ich auch gehofft habe, nehmen Fahrt auf . Auf das Gaspedal treten aber immer noch nicht die Banken, trotz aller Fortschritte bewegen sie sich überwiegend noch in der Tempo 30 Zone. Immerhin nicht mehr in der Spielstrasse! und von der “Decentralized Finance” haben wir hier und heute noch gar nicht gesprochen.

13 Uhr 41 Minuten. Preise

Ein wenig gelesen. Mittagessen. Im Supermarkt Wasser und auf dem Hofmarkt Äpfel holen. Alle im Handel beschäftigten Menschen trauern heute den ausgefallenen nach weihnachtlichen Chaostagen hinterher, an denen wir normalerweise unsere Sachgeschenke umtauschen oder Geldgeschenke einlösen. Das sind die wahren Feiertage.

Apropos Handel. Den Preis für die wirklich dämlichste Marketing Aktion des Jahres bekommt die Wirtschaftsförderung meines aktuellen Wohnortes verliehen, allerdings stellvertretend für alle anderen Aktivitäten deutscher Politiker und Persönlichkeiten, die an die – nennen wir sie mal – #Kaufmoral des Konsumenten appellierten, doch bitte nicht im bösen Internet zu kaufen und wenn schon, dann doch bitte beim Internet vor Ort. Das nenne ich dann mal #Doppelmoral oder den ganz normalen Wahnsinn deutscher Politikerkommunikation. Was sich der regionale Handel in #Kaarst bei diesem Plakat gedacht hat, bleibt mir ein Rätsel.

Plakat Aktion in Kaarst, kurz danach war der regionale Handel geschlossen!

18 Uhr 47 Minuten. Listen

Das Jahresende ist auch die Zeit der Listen. In diesem Fall das Jahr der Playlisten. Irgendwann inmitten des Corona Jahres war ich der Brennpunkte, Sondersendungen und Empörungsergüsse auf twitter und Co. überdrüssig und legte mir eine Spotify Liste an, die mich musikalisch durch das Jahr bringen sollte. Zum Glück habe ich inzwischen viel mehr Zeit mit Musik hören, statt mit Nachrichten hören und lesen verbracht.

Hier ist meine “Chaostheorie” Playlist, die ohne digitale Musik gar nicht möglich gewesen wäre.

29.12 9 Uhr 40 Minuten. MUSIK

Nochmal Musik und nochmal Listen. Musik spielt in meinem Leben eine große Rolle. Und auch in diesem Jahr gab es viel neue Musik. Hier deshalb meine Top 100 Song Liste auf Spotify. Vielleicht die Gelegenheit etwas zu hören, das man selber nicht kennt und vielleicht noch nicht einmal mag. Stichwort Andersdenkende. Es ist jedoch viel leichter sich mit der abweichenden Meinung und den Gedanken anderer Menschen zu beschäftigen, als Musik zu hören und zu akzeptieren, die man nicht mag. Das ist zumindest meine Erfahrung. Helene Fischer kommt mir nicht ins Haus.

12 Uhr 26 Minuten. Denken

Deutschland war einmal das Land der Dichter und Denker. Einige Menschen nannten es so. Die meiste Zeit unseres Lebens denken wir gar nicht. Aber wir denken, dass wir denken. Das wir meistens gar nicht denken, ist eine These von Jordan B. Peterson, er stellt sie in dem lesenswerten und gleichermaßen umstrittenen Buch “12 Rules for Life” auf. Und ich finde sie nachvollziehbar.

Denken bedeutet” – schreibt er au Seite 368 – “sich selbst zuzuhören. Es ist schwierig. Man muss mindestens 2 Personen gleichzeitig sein, um zu denken. Danach muss man diese beiden Personen dazu bringen, unterschiedlicher Meinung zu sein. Denken ist ein interner Dialog zwischen 2 oder mehr Menschen mit unterschiedlichen Ansichten von der Welt, mit unterschiedlichen Standpunkten.

Denken bedeutet also abwägen, man braucht dazu andere Positionen, mit denen man sich dann in einem inneren Dialog auseinandersetzen kann. Wenn das so ist, dann war 2020 kein gutes Jahr für das Denken. In Politik und Öffentlichkeit wurde alles dafür getan nur die Positionen darzustellen, die erwünscht waren. Und nur was erwünscht war, durfte als wahr oder richtig gelten. Dafür wurde die Wissenschaft instrumentalisiert und als eineindeutig dargestellt, denn ohne unterschiedlichen Meinungen in der Wissenschaft, kann es gar keinen wissenschaftlichen Fortschritt geben. Immer weniger Menschen zeigten die Bereitschaft sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. Gespräche endeten zumeist in Geschrei und Beleidigungen und führte zu Spaltungen, die erst wieder überwunden werden müssen.

Wo kommen wir hin, wenn Denken unterbunden, vereinheitlicht oder gar abgeschafft wird?

16 Uhr 39 Minuten. Agiles Niemandsland

Deutschland ist ein agiles Niemandsland. Es gibt Experten der Agilität, Berater und Beratungsunternehmen und sicherlich auch viele Unternehmen in der Software Branche, die Agilität verbreiten und anwenden. In der Mitte der Gesellschaft und noch nicht mal in der Politik ist Agilität aber bisher angekommen und meine These ist: Sie wird hier auch nie ankommen.

Dabei hätte man mit nur einem Satz die durch #corona ausgelöste oder aufgedeckte Bildungsmisere verhindern können: Wir müssen den Schülern Bildung und Ausbildung ohne Qualitätseinbußen anbieten und dabei ihre Gesundheit schützen. Hier ist Geld, findet einen Weg wie!

Ihr kennt die Grafik von Hendrik Kniberg.

19 Uhr 42 Minuten. Glaube

Hinter vielen Fenstern leuchten jetzt Sterne. Sind es mehr als in den letzten Jahren oder kommt es mir nur so vor? Wissen die Menschen noch wofür der Stern in der christlichen Welt steht oder wird er nur aufgehängt, weil er so schön aussieht und leuchtet? Glaube – so finde ich – ist wichtiger denn je, denn wer glaubt, muss keine Angst haben. Und wer keine Angst hat, kann Zukunft gestalten.

AUTHOR - Boris Janek

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