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Wie finanzielle Gesundheit und XS2A zusammenhängen


Dies ist ein Gastbeitrag von  Dr. Gamal Moukabary – Gründer und CEO von bonify.


 

XS2A und finanzielle Gesundheit – Ein Wechselspiel?

Um das Thema “Payment Service Directive 2”, kurz PSD2, kommt im Moment kein Unternehmen in der Finanzindustrie herum. Schon seit dem 13. Januar 2018 gelten die neuen Regelungen, die einen einheitlichen Rechtsrahmen für Online-Banking und -Zahlung im EU-Binnenmarkt schaffen sollen. PSD2 ist auch für die Geschäftsmodelle vieler FinTechs eine wichtige Neuerung.

 

Unter anderem wird durch PSD2 der digitale Zugriff auf die Bankkonten („Access to Account“, kurz XS2A) für Dritte möglich. Selbstverständlich nur, wenn der Kunde das möchte und explizit vorher zustimmt.

 

Welche Möglichkeiten aber birgt XS2A?

Welche enormen Vorteile für die Kunden durch Technologie im Finanzsektor möglich werden, beweisen die weltweit innovativen FinTechs. Sie implementieren kundenzentrierte Lösungen für verschiedenen Bereiche, von der Geldanlage, der Kreditvergabe, dem Kontowechsel, digitalen Bonitätsprüfungen bis hin zum sog. “persönlichen  Finanzmanagement” (PFM).

Verbrauchern kann anhand ihrer bereits vorhandenen Daten komplett neue Möglichkeiten in Bezug auf ihr Finanzverhalten bzw. -leben eröffnet werden. Warum also nicht einen Algorithmus entwickeln, der die finanzielle Gesundheit (finanzielle Fitness) regelmäßig misst – ähnlich wie Banken es vor Kreditvergaben tun, indem Kontotransaktionen ausgewertet werden?

 

Gesagt – getan!

Mit der FinFitness hat das Berliner FinTech bonify genau das realisiert. Der indikative Wert drückt die finanzielle Gesundheit aus und setzt sich aus vier Faktoren zusammen: a) Haushaltsüberschuss, b) Rücklastschriften, c) Ersparnisse und d) Dauer des Anstellungsverhältnisses. Wer herausfinden möchte, wie “finfit” er/sie ist, erstellt sich einen Account und verbindet diesen mit seiner Bank (XS2A). Das Besondere: Um einen realistischen FinFitness-Wert ermitteln zu können, fügen Nutzer am besten ihre relevanten Bankkonten ein. Auf diese Weise kann die komplette finanzielle Situation / Gesundheit eingeschätzt werden. Der Algorithmus wertet daraufhin sofort die Kontotransaktionen aus und berechnet den individuellen FinFitness-Index – und zwar im wöchentlichen Rhythmus. Ausschließlich der Nutzer hat bei bonify Zugang zu diesen Informationen.

 

Wozu das Ganze?

Unternehmen, wie Banken, Versicherungen oder auch Online-Shops, prüfen die Bonität ihrer Kunden, bevor ein Vertrag zustande kommt bzw. eine Zahlungsart angeboten wird. Der Kunde selbst gibt seine Einwilligung zum Abruf seiner Bonitätsdaten bei Auskunfteien (meistens durch Setzen eines Häkchens im Bestellformular), erfährt aber nicht explizit, wie es um die eigene Bonität eigentlich steht. Das gleiche Szenario erfolgt vor einer Kreditbewilligung oder dem Abschluss vieler Versicherungen: Das Unternehmen prüft die finanzielle Gesundheit anhand von Angaben zur finanziellen Lage (z.B. durch Auswerten von Kontoauszügen und/oder dem Beschäftigungsverhältnis des Kunden). Die betroffene Person aber, deren Daten ausgewertet und eingeschätzt wurden, erfährt vom eigenen Wert in der Regel nichts.

 

Beim Finanz- und Bonitätsexperten bonify erhalten Verbraucher kostenlos Einsicht in die eigenen Daten, können ihren Bonitätsscore prüfen, auf eventuelle Falscheinträge in der Bonitätsauskunft reagieren und diese von der Partnerauskunftei Creditreform Boniversum berichtigen lassen. Falls Nutzer ihr bonify Nutzerkonto mit ihrem Online-Bankaccount verknüpfen, wird ihre FinFitness automatisch berechnet. Eine übersichtliche Kategorisierung der Finanzen und FinFitness-Faktoren schafft das Bewusstsein zu verantwortungsvollem Handeln. Dass die regelmäßige Beschäftigung mit der FinFitness tatsächlich positive Auswirkungen hat, beweist die FinFitness-Studie von November 2017. Demnach verbesserte sich die persönliche Finanzlage um 12 Prozent bei all denen, die sich für ein Jahr aktiv mit ihrer FinFitness beschäftigten.

 

Somit können FinTechs also nicht nur Zugang zu eigenen Daten und bequemere Abwicklungsprozesse im Banking-, Kredit- oder Sparbereich liefern, sondern auch für einen bewussteren Umgang und somit sogar für fittere Finanzen sorgen.

 

Ohne XS2A wäre es für Verbraucher sehr schwierig, ihre finanzielle Situation durch intelligente Algorithmen zu ermitteln. Im Zuge von PSD2 und dem damit verbundenen XS2A entstehen für Verbraucher bislang ungekannte Möglichkeiten zum bewussteren Umgang und zur Optimierung der eigenen Finanzen. FinFitness ist nur der Anfang!

 

Gastautor Dr. Gamal Moukabary – Gründer und CEO von bonify.

 

 

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