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Was Marken lernen müssen

Das soziale Internet wird nicht nur das Verhältnis bzw. die Beziehung zwischen Unternehmen und Verbrauchern verändern. Immer mehr Unternehmen wird klar, dass das Internet die Machtverhältnisse umzukehren beginnt. Der verbrauchende Mensch wird zum Diktator und zwingt zu neuen Verhaltensweisen im Vertrieb, im Marketing und der Kommunikation.

Es wurde hier schon mehrmals darauf hingewiesen, dass aber nur die wenigsten Unternehmen die neuen Herausforderungen auch nur annähernd verstanden haben. Nach wie vor werden die neuen Medien mit den alten Formaten bespielt und nach alten Prinzipien bedient. Ob bei Facebook, auf twitter oder bei youtube, der Nervfaktor der Unternehmensaktivitäten nimmt zu.

Ralf Schwartz hat nun im „Werbeblogger“ Blog einen sehr schönen Blogpost darüber geschrieben, was Marken lernen müssen. Und er hat dort ein Video gepostet, welches erste Indizien dafür liefert, dass einige Marken eventuell schon etwas davon verstanden haben. Das wunderbar emotionale Video deutet zumindest darauf an, worum es im Leben wirklich geht. Es zeigt, dass Unternehmen zukünftig mehr leisten müssen und können als gute Produkte für den Konsum zu produzieren. Unternehmen sollten – nein sie müssen, um ihrer Zukunftsfähigkeit willen- auch ihre soziale Rolle wahrnehmen und Lösungen für menschliche Probleme anbieten.

Da mir der Beitrag und das Video so gut gefallen haben, stelle ich den Artikel hier noch einmal in voller Länge in meinen Blog ein. Vorher solltet Ihr Euch aber das Video auf Vimeo anschauen (leider gibt es in meiner wordpress.com Version Probleme bei der Integration). Titel des Videos Momentos.

http://vimeo.com/11932087

Ralf Schwartz

Die Kraft menschlicher Bindungen als Vorbild von Social Media

Ein Film, den ich in die letzten “Schluck/Impfung”-Links der mediaclinique integrierte, zeigte mir das Wesentliche, was Marken lernen müssen, um Social Media/Networking richtig verstehen, deren Relevanz richtig einordnen und schließlich auch wirkungsvoll betreiben zu können:

Das reale Leben selbst, Beziehungen zwischen Menschen, Sehnsucht nach Nähe, Freundschaften unter Gleichgesinnten, die Suche nach Geborgenheit, die Neugier auf Andersdenkende, die Wißbegier des Einzelnen, die Kraft der Erinnerung, die Intelligenz des Teams, der Dialog auf Augenhöhe – all das ist der Nukleus von Social Networking (Nukleus hier verstanden als Kern und als Ursprung).

Das müssen Marken und Manager verstehen. Das muß gelebt werden. Dafür braucht man keine Berater. Dafür braucht man Lebenserfahrung. Dafür muß man etwas zu sagen haben. Etwas Sinnvolles, etwas Bedeutendes, etwas für die Menschen Relevantes.

Man braucht nichts im Sinne einer werblichen Botschaft. Man braucht eine Vision, ein Ziel, ein Thema. Orte, Themen und Gespräche. Etwas, das größer ist als der Einzelne. Etwas, das die Menschen verbindet.

Da muß nichts kampagnenfähig sein, das ist werbisch. Nein, man braucht einen Roten Faden. Eine Fortsetzung, eine Entwicklung. Man braucht Ruhe und Kraft. Man braucht Mut. Engagement. Rückgrat. Attitude – nicht Attitüde(!).

Man braucht keine Gimmicks und keine Gadgets. Man braucht keine Ablenkung, man braucht keine Umleitungen und Abkürzungen.

Die Marke und das Unternehmen müssen aus sich selbst heraus überzeugen – ohne die ‘Lügen’ von Reklame und ohne PR. Ohne Schminke und Tand. Diese Zeiten sind vorbei.

Marken müssen zu Gefäßen guter Erinnerungen werden – wie z.B. der Bär im folgenden Film. Marken müssen zu Medien zwischen den Menschen werden – wie z.B. der Fernseher im Clip.

Es wird immer wichtiger werden, was Marken über das faktische Produkt hinaus leisten, welchen Wert sie für den Einzelnen tatsächlich darstellen. Einen Wert, den man so nichtmal mehr kaufen kann.

Nochmal: es geht mir nicht um das, was man im Film tatsächlich sehen kann. Es geht mir nicht um die oberflächliche Handlung. Es geht mir nicht um die wichtige Rolle des Fernsehers – denn sie ist nur im Spot selbst wichtig, nicht in der Geschichte, die dahinterliegt.

Es geht mir darum, daß die Menschen, die Familie des einen Bettlers, ihn – vielleicht nach Jahren des Suchens – wiederfindet, ihn wiedersieht, in seinen Augen all das Leid der letzten Jahre zu sehen ist und gleichzeitig die ganze Freude, seine Familie wieder im Arm zu haben.

Es geht mir darum, daß die Bande zwischen diesen einzelnen Menschen nach all den Jahren noch so stark sind. Es geht mir um die menschlichen Bindungen, die nie so ganz zerreissen.

Es geht mir darum, daß ich diese Bande, diesen Einsatz für ‘Gestrauchelte’, ‘Suchende’, ‘Zweifelnde’, dieses Engagement als Vorleistung von der Marke der Zukunft erwarte. Von der Marke erwarte, die in Zukunft Social Networking machen möchte.

Ich möchte, daß sie diese Gefühle versteht und es versteht, diese Gefühle zu wecken, diese Bindungen zu erzeugen, diese Werte zu leben. Wenn sie das schafft, dann hat sie Social Networking wahrhaftig verstanden.


Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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