title

Von A bis Z: Auch Banken fürchten Amazon

Es scheint, als gäbe es nichts, was Amazon nicht könnte. Vom Tellerwäscher zum Millionär – auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte kann auch Amazon zurückblicken. Angefangen als Online-Einzelhändler für Bücher, ist Amazon inzwischen der größte Online-Marktplatz der Welt. Ein Alleskönner. Und damit im Rennen das erste Billionen-Dollar-Unternehmen der Welt zu werden. Neben dem Kerngeschäft etabliert sich Amazon mit Amazon Web Services zu dem wichtigsten Anbieter von Cloud Computing Diensten und bietet nebenbei auch Musik- und Video-Streaming an. Besonderes Interesse zeigt es beim Finanzsektor und der Logistikindustrie.

 


Dies ist ein Gastbeitrag von Maike Radermacher


 

 

Banken bedroht von Plattformunternehmen

 

Amazon will nicht nur Waren online vertreiben, sondern auch Finanzprodukte. Was man dafür braucht, haben sie: Kundenbeziehungen und Daten. In einigen Ländern bietet die Amazon Bank bereits eigene Zahlungsdienstleistungen an: Mit dem Cash-Pickup-Service können Kunden in Indien Geld auf ihr digitales Konto laden.

 

In Deutschland und den USA werden bislang noch keine großen Bankdienstleistungen angeboten. Jedoch gibt es auch hier schon erste Anzeichen. Es gibt die Amazon-Kreditkarte in Kooperation mit VISA, die bei der Kundengewinnung und –bindung helfen soll. In den USA können Kunden mit Amazon Cash ihre Online-Einkäufe auch in bar bezahlen, um so Nutzer ohne Kreditkarte anzusprechen. Kunden erhalten hierbei einen Barcode, mit dem sie ihr Amazon-Konto in teilnehmenden Geschäften aufladen können. Mit Amazon Payment kann auch bei Dritt-Anbietern online bezahlt werden.

 

Ferner gibt das Unternehmen über Amazon Lending Kredite an kleinere Unternehmen: Bislang wurde bereits mehr als 3 Milliarden Dollar an mehr als 20.000 Händler der Plattform verliehen.

 

 

Auf dem Weg zum vollwertigen Logistikunternehmen

 

Mit 40 gemieteten Boeings ist Amazon nach DHL, FedEx und UPS der viertgrößte Frachtflugzeugbetreiber der Welt. Ihre chinesische Niederlassung hat die Lizenz für den Seetransport erworben, eigene LKWs und Drohnen gehören ebenfalls zu ihrem stolzen Besitz. Amazon will Logistikunternehmen werden und sich damit unabhängig machen und Kosten sparen. Mit Digitalisierung und Automatisierung revolutionieren sie die Logistikbranche und gestalten sie vor allem effizienter. So auch mit dem eigenen Lieferservice Amazon Flex, welcher erst letzten November in Deutschland, Berlin, gestartet ist. Amazon Flex ist Amazons Antwort auf die Herausforderungen auf der sogenannten letzten Meile: Die Zustellung auf den letzten Metern macht 30% aller logistischen Kosten aus. Um hierbei zu sparen und Servicequalität zu verbessern, werden bei Amazon Flex freiberufliche Fahrer eingesetzt, um Waren mit privaten Fahrzeugen auszuliefern.

 

 

Nicht nur Logistik-Außenseiter Amazon zeigt Interesse am Logistik-Sektor. Auch Taxi-App Uber gestaltet diese Branche mit digitalen Angeboten wie UberRush oder UberFreight und autonomen LKWs um. Wie die beiden um das größte Stück vom Kuchen kämpfen zeigt folgende Infografik:

 


Amazon VS Uber

AUTHOR - Gastbeitrag

Post A Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Tangem: Es muss so einfach sein
Tangem: Es muss so einfach sein

In meiner Kolumne für finletter.de schrieb ich schon einige Male darüber, wie groß der Nutzen dezentraler Ledger Technologien, insbesondere für...

Schließen