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Vertrauensoffensive der Banken?

Vertrauen ist eine wesentliche Voraussetzung für Geldgeschäfte. Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche sind demnach extrem auf das Vertrauen der Verbraucher angewiesen. In den letzten Monaten haben die meisten Unternehmen aus dieser Branche alles dafür getan, dass Vertrauen der Verbraucher zu zerstören.

Inzwischen scheint der Vertrauensverlust aber so groß zu sein, dass Handlungsdruck entstanden ist. Viele Unternehmen reagieren ja häufig erst, wenn der Schmerz oder Leidensdruck unerträglich wird. Zwei große und bekannte Finanzdienstleister unternehmen deshalb wohl erste Aktivitäten, um diesem Vertrauensverlust gegen zu steuern.

Im Handelsblatt vom vergangenen Freitag hat die Commerzbank eine ganzseitige Anzeigt geschaltet, um Mitglieder für den neu geschaffenen Kundenbeirat zu gewinnen. Dieser Kundenbeirat soll vor allem in der Phase der Integration der Dresdner Bank wichtige Impulse geben. Gesucht werden dabei insgesamt 40 Personen, die sich zunächst zweimal im Jahr in Frankfurt in Main mit dem Vorstand treffen.

Prinzipiell ein guter Start wie ich meine. Noch besser fände ich es, wenn auch Nichtkunden die Möglichkeit hätten teilzunehmen und wenn man diesen Ansatz – auch durch die Nutzung von Social Software – forcieren und in Richtung Collaboration und „wikinomics“ bzw. enterprise2.0 ausweiten würde. Die ganzseitige Anzeige im Handelblatt könnte zudem die Vermutung nahelegen, dass es in erster Linie um eine Image Kampagne geht, deren inhaltliche Ausgestaltung gar nicht so wichtig ist. Die Teilnehmer für diesen Beirat hätte man sicherlich auch anders rekrutieren können.

Ebenfalls in Sachen Rückgewinnung von Vertrauen unterwegs ist die ING Direct in den USA. In Anlehnung an das Cluetrain Manifest wurde eine Art Deklaration der finanzillen Unabhängigkeit mit dem Titel „We are the savers“ entwickelt, auf der entsprechenden Internetseite kann man diese Deklaration unterschreiben und damit etwas für die eignen Kundenrechte tun bzw. zumindest seine Zustimmung kund tun. Allerdings stellt diese Deklaration weniger konkrete Forderungen an die Banken. Sie ist auch ein Versprechen der Kunden in Sachen Kompetenz, um richtige ökonomische Entscheidungen treffen zu können. Also ein Stück Selbstverantwortung zu unternehmen.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle, dass es in Deutschland eine Bankengruppe gibt, welche die Einbindung der Kunden schon seit ihrer Gründung sehr konsequent betreibt. Dabei handelt es sich um die Gruppe der Volksbanken Raiffeisenbanken und hier wurde das Prinzip Kundennähe nicht aus der Not geboren.

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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