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Thin Value: Geld verdienen ohne Leistung

Umair Hauqe Director des Harvard Media Labs – im Mai dieses Jahres auch auf der next09 mit einem interessanten Vortrag live erlebbar – schreibt immer wieder faszinierende und sehr inspirierende Artikel zur Zukunft der Wirtschaft. Vor einigen Tagen verfasste er in seinem Blog einen Beitrag mit dem Titel: The value every business needs. In diesem Artikel prägte er den Begriff „Thin Value“ . Im Blog “ The Bankwatch“ fand dieser Beitrag Resonanz, da Umair Haque vor allem die Bankenbranche als Produzent von „Thin Value“ entlarvte.

Sein Beispiel zur Erklärung von Thin Value dürfte jedem von uns bekannt vorkommen. Zumindest jedem der einen Telefonanschluss besitzt oder der Kunde eines Pay TV Anbieters wie zum Beispiel Premiere ist. Was wäre „Thin Value“ in diesem Zusammenhang? Ein Anruf bei einer dieser Gesellschaften ( es sei denn er ist kostenlos) und die Zeit, die man am Telefon verbringen muss, bis man zu einem Mitarbeiter durchgestellt wird. Da können gut und gerne mal 60 Sekunden vergehen, lediglich unterbrochen durch das Betätigen einer Telefontaste, damit man im Prozess vorankommt. Wahrscheinlich läuft es dann auf der anderen Seite so ab, wie in dem nicht unlustigen Sparkassen Spot.

Umair Haque stellt dar, dass die beschriebene Wartezeit für das von ihm als Beispiel genannte Telekommunikationsunternehmen 620 Millionen Dollar Wert ist. Auf der anderen Seite ergibt sich aber überhaupt kein Nutzen für den Anrufer. Der einzige Zweck dieser Warteschleife ist es also, Erträge zu erwirtschaften, während auf der anderen Seite – also bei Ihnen – nur Kosten entstehen. Sie verlieren Geld, Zeit und Produktivität.

Mit einfachen Worten:
Man erwirtschaftet Profit, indem man anderen Schaden zufügt. „Thin Value“ ist die Basis der „Zombie Economy“ .Ein weiterer von Umair Haque geprägter Begriff. Nach der Finanzkrise und durch die Möglichkeiten des Internets gestützt, sieht Umair Haque keine Zukunft mehr für „Thin Value“ und die „Zombie Economy“. Wo es zukünftig hingehen könnte, beschreibt er dann in seinem ebenfalls sehr lesenswerten „The Generation M Manifesto

In „the bankwatch“ findet man schließlich eine sehr interessante Auseinandersetzung mit der These von Umair Haque, dass gerade die Banken Meister in der Produktion von „Thin Value“ seien.

Hier, die dort genannten Beispiele:

  • Keine Zinsen auf die ersten x Euro
  • Kreditkarten Raten
  • Kreditkaren Geschäftsbedingungen
  • Überziehungszinsen

„Thin Value“ bedeutet grundsätzlich, dass das angebotene Produkt eigentlich nicht gut genug ist, um damit Geld zu verdienen. Deshalb versucht man durch die Hintertür (Gebühren? etc.) Geld zu verdienen. Gerade das Internet hat das Potential diese Strategien zukünftig zu identifizieren und zu verhindern. Gerade im Zuge der zahlreichen systemisch bedingten Krisen, von denen die Finanzkrise nur eine , wenn auch die bisher gewaltigste war, werden die Verbraucher immer weniger auf solche Produkte zurückgreifen. Schliesslich gibt es für größere Teile der Bevölgkerung  auch immer weniger Geld zu verschwenden.

Der Wechsel von einer Bank zur anderen oder gar der Wechsel zu den Finanzangeboten einer „Near-“ oder „-Non Bank“ wird immer einfacher und  immer häufiger vorkommen. Die Bank der Zukunft braucht deshalb in erster Linie ein gutes Produkt. Ein Produkt das einen wirklichen Wert bietet, für das der Kunde bereit ist zu zahlen. Und bei aller Social Media Euphorie. Ohne ein gutes Produkt macht auch Social Media wenig Sinn.

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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