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Tabuthema Geld

Was ist passiert? Wie kommen solche Umfrageegebnisse zustande? Und wie kann man dies ändern? Das sind Fragen, die sich mir, beim durchlesen einer kurzen Meldung zu einer umfassenden Studie der comdirect Bank, aufdrängten. Das es mit unserem Finanzwissen nicht weit her ist, war mir längst klar. Das Geld aber ein Tabu Thema ist, über welches der oder die Deutsche nicht gerne spricht, war mir neu.

Um Sie nicht länger auf die Folter zu spannen. Hier einige Auszüge aus der Studie:

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Gerade einmal vier Prozent der Bevölkerung sprechen mit Freunden oder Kollegen über ihre Finanzen

Damit ist Geld weitaus seltener Gesprächsthema als etwa die Arbeit (46 Prozent), politische Überzeugungen (20 Prozent) oder das Liebesleben (8 Prozent). Das geht aus der comdirect Studie „Kunden-Motive 2009 – Tabuthema Geld: Einstellungen, Verhalten und Wissen der Deutschen“ hervor.

Für die repräsentative Untersuchung hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.060 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt.

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie: Nur gut die Hälfte der Bevölkerung (52 Prozent) schätzt ihre Finanzkenntnisse als sehr gut oder eher gut ein.

Mehr als ein Viertel der Deutschen muss sogar bei wirtschaftlichen Grundbegriffen passen, die Bedeutung der Begriffe Rezession (29 Prozent) oder Inflation (26 Prozent) ist vielen unbekannt.

So hatten denn auch fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) schon einmal Probleme, in einem Gespräch mit einem Finanzberater alles zu verstehen – und knapp jeder Dritte davon (29 Prozent) traute sich nicht, gezielt nachzufragen.

Die Suche nach Schuldigen und Gründen für diese nahezu schockierenden Ergebnisse ergibt keine einfachen Antworten. Möglicherweise werden schon in der Erziehung durch Elternhaus und Schulen entsprechende Fehler begangen. Möglicherweise ist unser Finanz- und Steuersystem aber auch viel zu kompliziert und schreckt deshalb viele Menschen davon ab, sich mit dem Thema überhaupt auseinanderzusetzen. Vielleicht gibt es sogar Institutionen oder Organisationen in Deutschland, denen die fehlende finanzielle Bildung der Bevölkerung gar nicht so unrecht ist. Was würde geschehen, wenn wir alle Finanzprofis wären bzw. von Finanzen mindestens genau so viel verstehen würden wie von unserem Auto oder vom Fussball.

Klar wird aber auch aus dieser Studie, dass es grundsätzliche Dinge zu überdenken gilt, damit eine Situation – wie sie nahezu die ganze Welt aktuell durchleben muss – nicht wieder entsteht. Und diese Veränderungen betreffen sowohl die mikroökonomische als auch die makroökonomische Ebene

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Max

    Diese Umfragen sind aber auch immer sowas von repräsentativ, genauso repräsentativ wie Einschaltquoten gemessen werden..

  • electrouncle

    Ich gebe zu, dass ich nicht überprüft habe, ob und wie repräsentativ die beschriebene Studie ist. Methodologisch ist die Grundgesamtheit der Studie in jedem Fall gross genug.
    Es ist sicherlich auch nicht von der Hand zu weisen, dass solche Studien in der Regel von den Auftraggebern auch mit bestimmten Marketing Zielen verbunden sind.
    Das es mit der finanziellen Bildung der Deutschen und auch mit ihrer Bereitschaft sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen nicht so weit her ist, kann man allerdings schon seit vielen Jahren in den unterschiedlichsten Medien immer wieder nachlesen, anschauen oder hören.

  • Sofia

    Man kann aber guten Gewissens sagen, dass je größer Die Zahl der Befragten ist, desto repräsentativer ist auch das Ergebnis. Fragt man 5 Menschen nach Ihrem Lieblingseis erhält man ganz andere Ergebnisse als wenn man 500 Menschen fragt.
    Ich habe aber auch schon festgestellt, dass auf der Arbeit wenig über Geld gesprochen wird, höchstens in den eigenen vier Wänden mit jemand Vertrautem.

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