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Sparkasse Bremen mit Twitter Kampagne

Die Sparkasse Bremen ist neuerdings auch auf twitter aktiv. Im Gegensatz zu den anderen auf   Twitter aktiven Banken nutzt man den Microblogging Dienst aber im Rahmen einer Kampagne zur Vermarktung von Kontomodellen ein.

Im Rahmen dieser aktuellen giroflexx Sommer Kampagne, die auch in klassischen Medien beworben wird (wobei – alle Achtung– das Internet hier schon als klassisches Medium bezeichnet wird), haben die in der Kampagne dargestellten 4 Charakter jeweils einen eigenen twitter Account. Dort  berichten Sie, wie man auf der Referenzseite der Agentur nachlesen kann, „aus ihrem Leben in Bremen, stellen ihre Lieblingsplätze vor und lassen auch den Besuch bei dem Lieblingsberater der Sparkasse Bremen nicht unerwähnt.“

Hier die Twitter Accounts der Kampagne

http://twitter.com/IsabelleWente

http://twitter.com/GunnarSieverts

http://twitter.com/RainerGrieger

http://twitter.com/SandraMoeller

Die Sparkasse Bremen ist damit meines Wissens der erste deutsche Finanzdienstleister, der twitter direkt in eine Marketing Kampagne einbindet.

Die Charaktere der giroflexx Kampagne werden als Persönlichkeit greifbar und anfassbar. Die bunten Werbebilder werden mit echtem Leben gefüllt. Auf den Twitter Accounts der 4 Protagonisten wird auch deutlich darauf hingewiesen, dass es sich um Personen aus einer Werbekampagne handelt. Es wird also nicht versucht den twitter User zu manipulieren, zumindest dann nicht, wenn es die Personen wirklich gibt und diese auch selber vollkommen frei twittern dürfen.

Die Personen haben noch nicht viele Follower und Followen auch noch nicht so richtig vielen Personen. Aber die Sommerkampagne läuft noch nicht sehr lange

Trotz der guten Grundidee könnte man den Machern der Kampagne allerdings vorwerfen, dass die Twitter Aktivitäten ja eigentlich nicht aus oder über die Bank berichten. Der direkte Kundenkontakt und Dialog über Twitter wird möglicherweise noch gescheut. Über die Belanglosigkeiten des Alltags wird munter getwittert, mit dem Bankgeschäft und den Produkten der Bank, hat dies allerdings wenig zu tun. Liest man die ersten updates, ist man darüber hinaus versucht, den Protagonisten zu empfehlen, doch lieber eine SMS zu senden oder die Funktion direct Reply zu verwenden.

Was ich aus der Kampagne natürlich gelernt  habe:

  • Es regnet viel in Bremen.
  • Wenn man eine Schrottkarre hat, dann kann man die Abwrackprämie mitnehmen
  • Es gibt ein Bremer Sommerferienprogramm
  • Man (irgendwer) liebt den Humor von Sacha Baron Cohen

Die Kampagne stammt übrigens von der GFG Gruppe für Gestaltung GmbH

Meine abschließende Bewertung:

Kampagnen Idee   ****

Modernität              ***

Authentizität          **

Ehrlichkeit              **

Transparenz           **

Dialog                        *

Relevanz                  *

Aus meiner Sicht ist die Aktion zu sehr Marketing Kampagne, der man den Wunsch zu senden allzu deutlich anmerkt. Twitter – so mein Eindruck – wird hier weniger genutzt, um den authentischen und gleichberechtigten Dialog zwischen Unternehmen und Mensch herzustellen. Aber vielleicht kommt ja auch alles noch ganz anders. Ich beobachte die Kampagne und die twitter Streams weiterhin mit Interesse

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • MissingLinks

    „Aus meiner Sicht ist die Aktion zu sehr Marketing Kampagne, der man den Wunsch zu senden allzu deutlich anmerkt. Twitter – so mein Eindruck – wird hier weniger genutzt, um den authentischen und gleichberechtigten Dialog zwischen Unternehmen und Mensch herzustellen.“ < Meine Meinung. Posts wie " Die StartUp Beratung bei der Sparkasse war echt spitze. Es hat so sehr motiviert, dass ich die guten Tipps gleich umgesetzt habe!" gehen garnicht, 100% Werbeslang – 100% unauthentisch. Auf der anderen Seite so etwas wie "Nach Feierabend gehts auf Schnäppchenjagd. Das ein oder andere T-Shirt für den Sommer werde ich bestimmt noch finden." ist vollkommen sinnentleert. Bleibe ebenfalls dennoch dran.

    • electrouncle

      Danke für Deine Sichtweise. Ich dachte, ich wäre da vielleicht schon ein wenig zu hart vorgegangen. Die Einbindung von Twitter ins Marketing finde ich ja grundsätzlich gut. Aber das was die Sparkasse Bremen macht, hat mit meinem Verständnis von Twitter Nutzung wenig zu tun. Mir graut schon vor dem Tag, an dem die ganze Werbebranche anfängt für ihre Auftraggeber zu twittern Dann kann eigentlich nur noch sehen das man Land gewinnt. Zumindest den deutschen Werbern traue ich hier aktuell nur sehr wenig zu. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

  • Thomas

    Hallo Boris, eigentlich ist so eine Testimonialstrategie ja eine schöne Idee und auch die Umsetzung mit der Microsite finde ich gelungen. Aber braucht es diese vier twitter-Accounts denn wirklich? Teile hier Deine Sorge vor den twitternden Werbern. Authentischer hätte ich es gefunden, wenn die Sparkasse schon existierende Twitterer als Produktbotschafter für sich gewonnen hätte. Wobei auch das kann mitunter schiefgehen, siehe die aktuelle Vodafonekampagne mit Sascha Lobo und die Kritik daran. Das Netz ist halt unberechenbar und irgendwie kann man es nicht allen recht machen 😉

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