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Social Media Kampagne der City BKK

Bei der Bewertung dieser Aktivität bin ich vollkommen Zwiegespalten. Die City BKK versucht sich offensichlich darin ihre Zielgruppe mit einer lauten, schrillen und vor allem wenig Produkt bezogenen Kampagne anzusprechen. Angesprochen werden sollen wohl vor allem junge Kunden. Diese sollen auf einer speziellen Landeseite www.diekrankekasse.de dazu bewegt werden zur City BKK zu wechseln.

Das Wording, die Bildwahl und das ganze Erscheinungsbild der Landeseite sind für eine deutsche Versicherung relativ ungewöhnlich. Hier wird kaum mit Fakten und langweiligem Versicherungsdeutsch agiert. Im Mittelpunkt steht das spielerische Erleben der Marke und der Produkte. Gewinnspiele und lustige Tools zeigen eine etwas andere Krankenkasse und wollen – so meine Interpretation – Fans gewinnen.

die kranke kasse

Die Kampagne ist viral angelegt und setzt auf Social Media Elemente. Es gibt einen eigenen Blog, eine Facebook Seite und einen Twitter Account. Darüber hinaus gibt es ein ganz lustiges Mitleids  Tool, dessen Ergebnis man auf Facebook mit anderen Teilen kann.

Die City BKK hat also eine Social Media Kampagne gestartet, die durchaus das Potential dazu hat, die gewünschten viralen Effekte innerhalb der Zielgruppe zu erreichen. Ich denke auch, dass die Kampagne der Zielgruppe gefallen wird. Allerdings entlarvt sich auch diese Kampagne bisher in erster Linie als eine Werbekampagne. Bei twitter, im Blog und auch bei Facebook postet der erfundene oder reale Kay Karstensen in erster Linie Links auf Gewinnspiele, Produkte oder andere Werbeangebote. Fragen werden in der Regel verspätet oder auch gar nicht beantwortet. Bisher scheint die Kranke Kasse nicht mehr als eine kranke (abgedrehte) Fassade für einen Anbieter zu sein, der Social Media zwar als eine moderne Form der Kommunikation entdeckt aber wohl noch nicht so ganz verstanden hat.

Ein richtig verstandener Social Media Ansatz hätte die „Kampagnen Fassade“ wohl auch gar nicht nötig gehabt. Weniger wäre wohl Mehr gewesen Noch ist allerdings nicht aller Tage abend. Mal abwarten was aus der Kranken Kasse so wird.

Reblog this post [with Zemanta]Eine Übersicht zur Social Media Nutzung deutscher Banken und Versicherungen gibt es in meiner Social Finance Liste
Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Claus Leh.

    Zumindest ist die Website so ungewöhnlich, dass sie Aufmerksamkeit erregt und weitergegeben wird nach dem Motto, „Du ich hab da was schrilles gesehen“
    Ob das wirklich zu Neugeschäft führt wird sich zeigen. Von einer Krankenkasse erwarte ich seriöses und vertrauenswürdiges Auftreten und keine Ironie/Satire.

    • electrouncle

      Die Kampagne hat in der Tat eine hohe Aufmerksamkeitswirkung. Sie zeigt ja auch, dass es durchaus viele Menschen gibt, denen es nicht unbedingt um Inhalte geht. Der Horst Schlämmer Film beweist ja ebenfalls, dass es einer außergewöhliche Kampagne sogar gelingen kann Realität und Fiktion so miteinander zu vermischen, dass eine Partei, die gar nicht zur Bundestagswahl antritt einen beachtlichen Stimmenanteil erzielen könnte. Und das obwohl oder vielleicht sogar weil keine Inhalte vermittelt werden.
      Grundsätzlich ein Beweis für die These, dass Menschen doch überwiegend emotional entscheiden und diese Entscheidung in der Regel dann nachträglich rationalisiert wird.

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Mit den Aktivitäten von Versicherungen im Finance2.0 bzw. Social Finance Themengebiet habe ich mich bisher immer nur am Rande beschäftigt....

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