title

Blog

Sind Banken innovativ. Spanische schon

Die Frage nach der Innovationsfähigkeit von Banken muss ja auch beantwortet werden. Wobei man grundsätzlich noch über den Innovationsbegriff diskutieren könnte. In Anlehnung an Umair Haque würde ich zwischen Unnovation – also Veränderungen die keine echten nachhaltigen und nicht schädlichen Werte und Ergebnisse produzieren- und Innovation – die genau das Gegenteil erreicht. Also „Thick Value“ produziert und sich damit aber von grundlegenden Selbstverständnissen der Art und Weise wie man „Banking“ betreibt löst, auch wenn man aktuell mit „Unnovation“ offenbar immernoch mehr Geld verdienen kann. Die positiven Ergebnisse vieler Investmentbanken sind ein Beleg dafür, wobei ja hier gerade die an anderer Stelle verursachten Schäden nicht berechnet bzw. eingerechnet werden und häufig ja sogar ein Bewertungsmasstab fehlt.

Ich zitiere aus dem „The Great to good Manisfest“ und frage wie eine Bank aussehen würde, welche sich an den im Artikel beschriebenen Prinzipien orientieren würde

„Today, as the globe strugles wisth an historic economic decline, it´s time for a new revolution. I´d like to advance a hypothesis: Today´s great competetive challenge isn´t going from Good to Great. For people, companies, and countries, it´s going from great to good.“

Umair Haque: The Great to good Manifesto.

Offenbar sind spanische Banken mutiger und experimentierfreudiger als z.B. die deutschen Banken, die – wenn ich die Frage nach deren Innovationsfähigkeit und -bereitschaft beantworten müsste – eher nicht zu den innovativsten Unternehmen in Deutschland gehören. Von der Caja Navarra habe ich hier bereits einige Male berichtet. Chris Skinner hat noch einige weitere Beispiele zusammen getragen. In seinem aktuellen Blog Post berichtet er von der Banco Sabadell, die erste Bank mit einer eigenen ipad Anwendung, die man sich hier einmal anschauen kann.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=SXMWvUFyFw8&feature=player_embedded]

Und dann gibt es da noch diese Innovation der Santander Bank, wo sich die Frage aufdrängt. Macht das wirklich Sinn oder ist da einfach die Phantasie mit Jemandem durchgegangen. Ist das jetzt Innovation oder Unnovation? Und was daran wird uns zukünftig in irgendeiner Weise wieder begegnen?

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=bzDIJ6TTc6w&feature=player_embedded]

Was denken Sie. Unnovation oder Innovation? Und was ist Innovation für Banken im Jahr 2010?

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Lothar Lochmaier

    Hallo Herr Janek,

    Unnovation oder Innovation? Die Wahrheit liegt meist in der Mitte. Auch bei spanischen Banken gibt es viele Facetten. Denn Social Media oder neue Technologien fürs mobile Banking sollten natürlich kein hippes Feigenblatt sein, um gravierende Problemfelder zu übertünchen.
    So ist die Banc Sabadell in die Immobilien- und Finanzkrise in Spanien involviert, und da kommen sicherlich noch einige Überraschungen.
    Trotzdem ist das iPad-Banking ein richtiger Ansatz, auch die Social Media Strategien der von Ihnen aufgeführten anderen Banken sind vielversprechend. Wer jedoch daraus allein „Innovation“ ableitet, verkennt, dass die wahre Innovation der Umgang mit dem Kunden selbst ist, was auch eine andere Unternehmenskultur in der Bank selbst erfordert. Da gibt es ja bei Ihnen immer wieder interessante Gedankengänge zu lesen, aber die „Innovation der Kernbanksysteme“ wird wohl noch ein bisschen auf sich warten lassen. Trotzdem: Die Kombination von Social Media und Online/Mobile Banking = Social Banking bringt neue Geschäftsmodelle hervor, die ihre Rückkoppelung auf die Branche noch entfalten werden.

    • electrouncle

      Hallo auch,

      natürlich bin ich mir bewusst, dass ein ipad App nicht bedeutet, dass die herausbringende Bank auch in anderen Bereichen- z.B. in den mir von hier immer hervorgehobenen kulturellen Sphären – auch alles richtig macht.
      Ich bin in meinem Blog ja auch immer wieder Technologie getrieben unterwegs und bin dabei vor allem von solchen Entwicklungen interessiert, welche eingefahrende Selbstverständlichkeiten in den Unternehmen und vor allem der Banken in Frage stellen. Überall wo die vermeindlichen Selbstverständlichkeiten zusammen brechen versuche ich zu sein, denn eines der mich prägenden Prinzipien meiner persönlichen Entwicklung ist der kleine Satz: Alles ist kontingent. Also auch anders möglich.
      Gerde in diesen Tagen (Griechenland & Co) wird uns ja immer wieder vor Augen geführt, wie schwer wir uns damit zu tun, dass alles was uns einbindet und aktuell sogar bedroht das Handwerk von Menschen ist und wir es prinzipiell sofort verändern könnten. Die Kombination Rating Agenturen und Spekulanten ist hier das beste Beispiel. Und dieses Beispiel zeigt auch, dass Social Media kein Selbstzweck ist und ohne die entsprechende inhaltliche Ausfüllung durch uns keine grundlegenden Veränderungen herbeiführen wird und die Diskussion über Social Banking muss auch viel weiter gefasst werden: Social Economy wäre da zum Beispiel ein Begriff.

Post A Comment

 

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Follow the money

Auf der Seite " Cool Infographics" gibt es coole Infografiken und ebenso coole Info Videos. In einem Video mit dem...

Schließen