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Sechs Fragen von Boris, sechs Antworten von Marco Ripanti

Marco Ripanti ist Gründer und CEO der ekaabo GmbH, die u.a. die Identitätsplattform yiid.com entwickelt hat. Er ist ein ausgesprochener Netzwerkexperte, der auf eine langjährige Erfahrung mit dem Internet zurückblicken kann. Als Unternehmer hat er natürlich auch viel mit Banken zu tun.  Ob Social Media dabei eine besondere Rolle spielt, war eine der mich interessierenden Fragen. Ich freue mich sehr in Marco Ripanti einen weiteren interessanten Interviewpartner für meine kleine Reihe gefunden zu haben. Wer selber einmal einige Fragen beantworten möchte, kann sich gerne über die diversen Social Media Kanäle mit mir in Verbindung setzen. Aber jetzt sollten Sie weiter lesen.

Sie sind Gründer und Betreiber des Internetdienstes yiid, Erzählen Sie bitte kurz etwas über den Zweck und die Anwendungsmöglichkeiten dieses Dienstes!

Yiid steht mit seinen Anfangsbuchstaben für Your Internet ID und hilft dem Internetnutzer dabei seine Online-Identitäten zentral zu überblicken. Beispielsweise kann jeder mit einem Yiid-Zugang einfach jeden Inhalt im Internet über die Gefällt-mir-Schaltfläche oder die Gefällt-mir-nicht-Schaltfläche kommentieren. Diese Meinungsäußerung erscheint dann direkt in den Sozialen Netzwerken seiner Wahl. Der Nutzer entscheidet ob die Meinungsäußerung nur in Facebook oder auch auf Twitter, LinkedIn oder Google Buzz für seine Kontakte zu sehen sein soll. Der Zweck ist denkbar einfach zu erklären: Mit Yiid können die Nutzer selbst entscheiden wo sie sich mit ihrer Meinung präsentieren.

Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es oder sehen Sie für Unternehmen bzw. Banken?

Gerade die Finanzwelt ist für viele Menschen ein Dschungel mit vielen Fragezeichen. Wer kein Finanzexperte ist aber trotzdem einen Finanzierer sucht oder Geld gut anlegen möchte, ist froh über informative Empfehlungen. Die Entscheidung kann keine Internetempfehlung dem einzelnen abnehmen. Aber den Weg zur richtigen Entscheidung durchschlagend bahnen kann sie durchaus!

Wie stark beeinflusst das Internet heute ihr privates und berufliches Leben? Was sind die wesentlichen Veränderungen.

Von Null auf Hundert. Als ich als 20jähriger meine erste IT-Schulung hielt habe ich mir meinen ersten Rechner angeschafft und mich eingearbeitet. Danach ging es rasend schnell und Internetprojekt folgte auf das nächste.

Für meinen dreijährigen Sohn ist es das einfachste von der Welt sich mit Hilfe der Favoriten bei Youtube den richtigen Film einzuschalten. Meine einjährige Tochter stibitzt mir morgens mein iPhone und findet darauf ihre Lieblingsfolge Barbapapa. Das Internet ist für uns schon lange selbstverständlicher Wegbegleiter. Einzig als wir vor drei Wochen an der Ostsee zelteten, während ein Orkan wehte und es wie aus Eimern schüttete, war der Internetausfall nur am Rande ein Thema.

Als Netzwerkexperte möchte ich Sie um eine kurze Einschätzung bitten: Wie können Banken Internet Netzwerke nutzen.

Banken sollten Internet Netzwerke vor allem überhaupt nutzen. Gerade in Deutschland sprechen die Menschen nicht gern über Geld und müssen oft lange recherchieren um Antworten auf ihre dringenden Fragen zu erhalten. Banken sollten hier ein paar Schritte vorwärts preschen und den potentiellen Kunden mehr Informationen liefern. Diese Informationen müssen klar verständlich und transparent sein. Selbst wenn ein potentieller Kunde, der sich ausführlich informiert hat und Empfehlungen abgibt, letztlich zu einer anderen Bank geht, so hat die Bank, die offen über die Sozialen Netzwerke kommuniziert hat trotzdem Pluspunkte gesammelt: Jede Empfehlung in den Sozialen Netzwerken optimiert den Prozess, der aus Interessenten Kunden macht.

Und wie hat sich die Zusammenarbeit mit Ihrer Bank verändert? Erwarten Sie von dieser überhaupt den Dialog über Social Media?

Ehrlich gesagt erwarte ich es von meiner Bank nicht. Ich bin auch kein zufriedener Kunde und scheue den Wechsel wegen des großen administrativen Aufwands. Ich bin froh, dass ich wenigstens per eMail mit meiner Bank kommunizieren kann, weiß aber auch, dass der Account von ganz vielen Mitarbeitern gemeinsam genutzt wird, ich also schon mal warten muss bis sich ein Mitarbeiter angesprochen fühlt und antwortet. Würde meine Bank sich aber wider Erwarten den Sozialen Medien öffnen und aufhören den Teufel Internet an die Wand zu malen, würde ich schnell ein begeisterter Kunde werden und meine Bank jedem weiter empfehlen!

Was bedeutet Identität im Internet? Wie stelle ich diese als Unternehmen oder Person her

Es gibt Unternehmen und Personen, die fragen sich ob sie eine Identität im Netz brauchen. Sie brauchen keine, denn sie haben schon eine. Im eigenen Interesse sollten sie versuchen das Beste aus ihr heraus zu holen. Eine Person möchte vielleicht einfach nur sympathisch wirken während eine Bank mit vielen anderen Anbietern um das Vertrauen der Kunden buhlt – ob sie nun die Identität pflegt oder nicht. Keine Aussage ist auch eine Aussage.

Die Zusatzfrage:

Was macht für Sie ein gelungenes Wochenende aus?

Zu einem gelungenem Wochenende gehören für mich ein gemütliches, ausgedehntes Familienfrühstück, ein paar Stunden Boulespielen an der frischen Luft, das passende Wetter zum Grillen und genug Zeit für die Lektüre und das Kommentieren spannender Neuigkeiten aus den Sozialen Medien.

Die weiteren Interviews der Reihe

Katharina Beck (Institut für Social Banking)

Axel Liebetrau (Zufkunftsforscher und Managementberater)

Matthias Kröner (Fidorbank AG)

Thorsten Hahn (Banking Club)

Frank Kleinert ( Innovationsmanager bei einer Rechenzentrale)

Alexandre Janicki (Credible Finance)

Herr Carlo Bewersdorf (Asstel ProKunde)

Florian Schwarz und Florian Schwarzbauer (Die Bankonauten)

Marko Haschej (Raiffeisenbank Eberndorf)

Guido Augustin (Bürgschaftsbank Hessen)

Lothar Lochmaier (Social Banking 2.0)

Suitbert Monz (R+V)

Dr. Harald Meissner (Hochschulprofessor und Unternehmer)

Mustapha Behan (whofinance)

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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