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Sechs Fragen für Thorsten Hahn

Soziale Netzwerke sind keine neue Erfindung und deshalb ist die Fähigkeit neue Netzwerke zu knüpfen oder zu netwerken schon immer eine wesentliche Komponente von Erfolg gewesen.  Unter den Bedingungen des Internets nimmt die Bedeutung von Netzwerken weiter zu. In den Netzen liegt die Zukunft.

Profi Netzwerker wie Thorsten Hahn, den Erfinder des Banking Clubs sind deshalb gefragte Experten. Ich freue über sechs interessante Antworten und einen Kinotipp.

1. Sie betreiben  die größte  Xing Gruppe für Banker und sind sozusagen Profi Netzwerker.Wo liegen die Unterschiede zwischen Online und Offline Networking?

Wenn ich es hart formuliere gibt es keinen Unterschied. Online-Networking gibt es nicht. Für mich besteht mein Netzwerk aus allen Kontakten, die ich persönlich kenne. Das müssen keine intensiven Freundschaften und keine A-Kunden sein. Zu meinem Netzwerk zähle ich meinen Abi-Jahrgang ebenso, wie ehemalige Kollegen oder Menschen mit denen ich mich 15 Minuten bei einem Offline-Event ausgetauscht habe.
Dennoch bin ich ein Fan von Online-Communities, denn da kann ich die Kontakte knüpfen, die ich später gerne in mein Offline-Netzwerk einbinden möchte.

2. Gibt es goldene Regeln des „Networkings“ und können Sie und einige nennen?

Auch die Sache mit den Regeln und der Pille, die ich nur schlucken muss und dann läuft das Networking von ganz alleine. Aber ja, es gibt ein paar Empfehlungen:

Sozial Kompetenz und kommunikative Fähigkeiten (zum Beispiel einen situativen SmallTalk hinbekommen können)

Networking ist keine plumpe Akquise

Networking ist ganz oft einfach mal zwei Kontakte miteinander in Verbindung zu bringen und sich nicht immer selber als Nutznießer sehen

3. Wie hat Social Media das „Networking“ verändert?

Wie oben schon erwähnt, sind die Communities, die in den letzten Jahren entstanden sind, geniale Werkzeuge, um die Menschen zu identifizieren, die mich und meine Themen voranbringen können. Vor 10 Jahren zu sehen, welche Menschen hinter einer Gruppe von Rotariern stecken war ein schwieriges Unterfangen. Heute sind zu den unterschiedlichsten Themen die Leute sichtbar. Suche ich generelle Wirtschaftskontakte suche ich bei Xing oder Linkedin. Suche ich Banker, mache ich mich im BANKINGCLUB auf die Suche. Wichtig ist jedoch im zweiten Schritt, dass die Communities auch einen organisierten Offline-Zugang zu den Mitgliedern schaffen.

4. Sie sind ein Kenner der Bankenbranche. Was hat sich in den letzten zwei Jahren verändert?

Der schlimmste Teil meiner Antwort lautet, dass sich leider unser Image verschlechtert hat und das leider nicht immer zu Recht, denn die meisten Protagonisten in unserer Branche machen einen guten Job. Zum Glück nutzen einige Banken derzeit die Situation, um Themen wie Ethik, Social Banking, erneuerbare Energien oder soziale Verantwortung in den Vordergrund ihrer Aktivitäten stellen. Es sind oftmals noch kleine Pflänzchen, aber sie weisen den richtigen Weg. Und am Ende schaffen wir es dann auch wieder mit unserem Image!

5. Welche wesentlichen Themen und Trends werden die Zukunft der Bankenbranche bestimmen?

Finanzierung und damit auch Förderung von erneuerbaren Energien

Social Media Marketing und die Frage, wie die Banken deren Themen in Zukunft adressieren

Und ein Megatrend ist der gesamte Bereich „Mobile“. Bei Internetzahlsystemen haben die Banken schon ein wenig geschlafen. Aus meiner Sicht wird über die mobilen Geräte in den nächsten 10 Jahren ein wesentlicher Teil von Produkten und Dienstleistungen gekauft.

6. Wie sieht ihrer Meinung nach der Bankmanager der Zukunft aus?

Das kommt natürlich immer darauf an, für welche Bankgröße wir diesen Manager definieren. In jedem Fall braucht er gutes Händchen, die richtigen Leute um sich zu versammeln. Er selber wird die komplexen Themen von heute und morgen nicht alleine bewältigen. Risikomanagement, Compliance, Betrugsbekämpfung und Geldwäsche, die nächsten Rundschreiben der BaFin und dann noch drei neue regulatorische Anforderungen aus Berlin. Der Vertrieb muss laufen und Marketing und Kommunikation die nötigen Themen transportieren. Er braucht gute Leute bei der Kreditvergabe und Beziehungsmanager am Kunden. All diese Aufgaben schafft er nur, wenn er das richtige Auge für seine zweite und dritte Ebene hat, denn sein Führungsteam braucht ja die gleichen Fähigkeiten.

Da es zwischen den Bereichen immer wieder auch zu Konflikten kommen wird, ist er derjenige der Entscheidungen trifft und aus ausgleichend sein kann, also Moderator und harter Entscheider in einer Person.

Zudem vertritt er die Bank in der Gesellschaft nach außen und muss souverän im Umgang mit allen Stakeholdern sein.

Die eierlegende Wollmilchsau?

Und die Zusatzfrage

Welchen Kinofilm haben Sie zuletzt gesehen bzw. können Sie uns empfehlen?

Verblendung, ein spannender Start in die Millenium-Trilogie von Stieg Larsson. Allerdings muss ich sagen, dass das Buch, wie so oft noch spannender und noch detailreicher ist.

Die anderen Interviews der Reihe:

Frank Kleinert ( Innovationsmanager bei einer Rechenzentrale)

lexandre Janicki (Credible Finance)

Herr Carlo Bewersdorf (Asstel ProKunde)

Die Bankonauten

Marko Haschej (Raiffeisenbank Eberndorf)

Guido Augustin (Bürgschaftsbank Hessen)

Lothar Lochmaier (Social Banking 2.0)

Suitbert Monz (R+V)

Dr. Harald Meissner (Hochschulprofessor und Unternehmer)

Mustapha Behan (whofinance)

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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