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Schöne neue Arbeitswelt

Schöne neue Arbeitswelt

Work: What is it good for?

 

Sie könnte wirklich schön werden, die neue Arbeitswelt. Im besten Fall arbeiten wir kreativ, kollaborativ, selbst organisiert, ganzheitlich und folgen dem Sinn. Wir verdienen außerdem genügend Geld, um unser Leben zu finanzieren. Dies impliziert, dass unser Leben nicht zu 100 % durch die Arbeit aufgesogen wird.

 

Eventuell könnte aber auch der – vielleicht noch bessere Fall eintreten – dass wir gar nicht mehr arbeiten müssen, um unseren Lebensunterhalt zu generieren. Der könnte stattdessen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen oder durch den gänzlichen Wegfall von Preisen und Kosten im Rahmen einer Null Grenzkosten Ökonomie ersetzt werden. Das wird aber dauern und braucht zumindest Phantasie. Vor allem weil wir in Deutschland leben.

 

Im schlechtesten Falle gibt es kaum noch bezahlte Arbeit. Künstliche Intelligenz soll ja bis zu 50 % aller aktuellen Arbeitsplätze ersetzen können. Die verbleibende Arbeit reicht zudem nicht mehr aus, um die Lebenskosten tragen zu können. Mehr als 3 Millionen Deutsche haben schon mehrere Jobs. Aber immerhin tauchen sie nicht mehr in der so wichtigen Arbeitslosenstatistik auf :-).

 

Work Hard

 

Auch in den Banken ist die Technologisierung nicht mehr aufzuhalten. Inzwischen sagen immer mehr Bankvorstände “ Banken  müssen“Technologie Unternehmen werden. Nun sind sie das eigentlich schon lange, aber Technologie ist eben nicht Technologie. Die Zeiten ändern sich.

 

Ganz interessant ist aber  zum Beispiel, dass Goldman Sachs laut cbinsights von 2000 offenen Stellen 46 % im Technologie Umfeld besetzen wird. Mein geschätzter Blogger Kollege Jörg Leichsenring prognostizierte in einem Artikel von 2016, den Wegfall von 50 % aller aktuellen Bankarbeitsplätze in den nächsten 20 Jahren.

 

In den vergangenen 2 Jahren – so kann man in einer aktuellen Veröffentlichung auf kfw.de nachlesen – wurden 2200 Bankfilialen in Deutschland geschlossen. Überall wird zudem fusioniert. Es werden größere und – so hofft man – stabiliere Einheiten geschaffen. Das geschieht, obwohl zumindest die amerikanischen Banken wieder Rekordzahlen schreiben. Das ist eben das Problem mit den Durchschnittszahlen: Wenn es uns allen im Durchschnitt gut geht, dann kann es der Mehrzahl von uns doch ganz schön schlecht gehen. Vor der Digitalisierung war das noch anders.

 

Dilemma der Regionalbanken

 

Insbesondere die Regionalbanken stecken hier im Dilemma. War die Dezentralität einst ein Riesen Vorteil – vor allem auch für die Kunden – wird sie mehr und mehr zum Problem. Ein Faktor ist dabei die fehlende technologische Kompetenz in den Regionen. Hierdurch ist man in Zeiten des schnellen Handelns abhängig von einem zentralen IT Dienstleister, der in den Wellen widersprüchlicher Anforderungen (Kosten einsparen und Innovation vorantreiben) gewaltig zu kraulen hat.

 

Innovation und Erneuerung droht hier zu erstarren. Selbst die besten Ideen in den Regionen lassen sich kaum auf den Weg bringen. Wirkliche Innovation würde hier neue Ökosysteme mit neuen Kooperationspartnern erfordern und darüber hinaus an der ein oder anderen Stelle auch die Erkenntnis: Das die Zukunft möglicherweise gar nicht im Banking liegt.

 

Während die digitalen Innovationen der zentralen Partner also eher Arbeisplätze vernichten werden, können regionale Initiativen mit starken Kooperationspartnern neue Arbeit in der Region schaffen bzw. dort zumindest bewahren.

 

New Work (Week)

 

Die schöne neue Arbeitswelt gibt also ein nicht eindeutiges Bild ab. Aber keine Sorge, sie liegt ja erst vor uns. Wir können und müssen sie gestalten. Die grössten Herausforderungen bieten die größten Chancen.

 

In der kommenden Woche vom 23 bis zum 27.10 bin ich für meinen Arbeitgeber auf der New Work Week.  Natürlich nicht allein. Wir sind dort mit einem Reverse Pitch unterwegs, pitchen also vor Startups.

Sind beim 2. Edtutech Meetup Köln dabei, das wir zusammen mit Lorenz Gräf vom Startplatz und Kamil Babarski (mak3it) im August ins Leben gerufen haben und wir machen einen Workshop – zusammen mit Holger Gelhausen – zum Thema „Beyond Design Thinking, denn Sie haben doch sicher auch zumindest das Gefühl, dass es bei der Flut an Fintech Lösungen eher an neuen Bedeutungen fehlt.  Oder vielleicht auch an alten neuen Bedeutungen. Und diese neuen Bedeutungen brauchen wir doch auch in der Arbeitswelt.

 

Wer uns treffen möchte, kann hier sein Ticket reservieren

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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