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Samstags Links zum abbiegen

Nicht nur die Banken wollen Geld vom Staat. Auch das öffentlich rechtliche Fernsehen vermag nicht ohne Subventionen auszukommen, die in diesem Fall aber GEZ Gebühren heissen. Dabei unterliegt man dem Irrglauben, dass Unabhängigkeit und Qualität nur über eine Art Steuer Finanzierung herzustellen sei. Beim Einschalten der entsprechenden Sender wird dies von den Sendern aber sehr schnell selbst widerlegt und von politischer Unabhängigkeit kann man nach dem Fall Bresser auch nicht gerade sprechen. Aber das ist ein anderes Thema und reiht sich nahtlos ein in die Reihe wöchentlicher Schwachsinnigkeiten, die man von Parteien, Medien und anderen staatstragenden Institutionen so mitbekommt.

So wehrt man sich gegen Innovation

Zum Glück finden sich immer wieder Menschen, die sich dem Schwachsinn entgegenstellen. Kathrin Passing zum Beispiel hat einen wirklich lesenswerten Blog Artikel zu den Standardsituationen der Technologiekritik geschrieben, die wohl schon fast solange existieren, wie wir Menschen selber. Hier die 9 Standardargumente gegen Innovationen

  1. What the hell is it good for?
  2. Wer will denn so was?
  3. Die Einzigen, die das Neue wollen, sind zweifelhafte oder privilegierte Minderheiten.
  4. Das Neue ist eine Mode, die vielleicht wieder vorbeigeht.
  5. Täuschen Sie sich nicht, durch das Neue wird sich absolut nichts ändern.
  6. Das Neue ist nicht gut genug.
  7. Schwächere als ich können damit nicht umgehen!
  8. Es schickt sich nicht, das Neue (Buch, Mobiltelefon, Notebook etc.) in der Öffentlichkeit zu benutzen.
  9. Hat die neue Technik mit Denken, Schreiben oder Lesen zu tun, dann verändert sie ganz sicher unsere Denk-, Schreib- und Lesetechniken zum Schlechteren.

und hier der ganze Artikel

http://www.online-merkur.de/seiten/lp200912adz.htm

Was ist Social Banking wirklich

Auch in der Bankenwelt begegnet man Innovationen mit Skepsis. Das gilt sowohl für Banken als auch für Verbraucher. Zusätzlich muss das was für die Banken eine wichtige Innovation ist noch lange nicht nützlich für die Kunden sein. Und was die Kunden wollen, wollen dann die Banken nicht. In Sachen Social Banking scheint es jedoch einige Banken zu geben, die der Meinung sind, dass es besser sozial verantwortlich zu handeln. Vielleicht handelt es sich aber einfach nur um einen Marketing Gag, diese Vermutung äußert zumindest Anette Rehm in ihrem Artikel im Geld Magazin.
http://www.geld-magazin.de/finanzen/aktuell/aktuell-einzelansicht/article/social-banking-marketinggag-oder-echte-wende.html

Und was ist Social Media?

Social Media ist zumindest in aller Munde und jetzt haben es die twitternden Banken endlich auch in die Print Medien geschafft. Banken und Finanzdienstleister twittern und die Welt hat es gemerkt. Wobei mit der Welt nur die deutsche Tageszeitung gemeint ist.

Jede Freude wird aber meistens getrübt, weil man als Tageszeitung ja auch die möglichen kritischen Aspekte von Social Media nennen muss. Ausserdem reicht es offenbar aus, wenn man sich nur einige der twitternden Banken anschaut, denn warum ausgerechnet die comdirect hier lobenswert erwähnt wird, bleibt mir ein absolutes Rätsel. Aber vielleicht ist es noch nicht bis zu Hern Höfling durchgedrungen, dass das Gegenteil von Gut nur gut gemeint ist. Dabeisein ist bei Social Media nämlich nicht alles, sondern nichts.

Und schmunzeln musste ich auch über den letzten Absatz:

Ein Umstand, der Fachleute sogar davon abhält, sich überhaupt bei den Netzwerken anzumelden. Mikko Hyppönen etwa, Chef des Sicherheitsanbieters F-Secure und Berater von FBI und Scotland Yard, sagte dem „Guardian“, er werde Facebook nicht beitreten. „Seiten wie diese sind für Kriminelle erste Wahl“, so Hyppönen. „Die jüngsten Fälle sind erst der Anfang.“

Warum sollte sich Herr Hyppönen denn auch anmelden, er könnte doch direkt die Kollegen von FBI und Scotland Yard fragen, denn die durchsuchen und überwachen  das Internet doch ohnehin. Bekommen also alles mit.  Aber wie sagt man doch so schön: „Der Lauscher an der Wand hört seine  eigene Schand

http://www.welt.de/die-welt/finanzen/article5440249/Kundensuche-mit-Gezwitscher.html

In dem Artikel wurden übrigens auch die GLS Bank und die Noa Bank erwähnt und diese haben die positive Erwähnung wirklich verdient. Weitere Infos zu twitternden Banken in meiner Social Media Liste

Social Media Studie

Das Social Media nicht nur in aller Munde ist, beweist eine aktuelle Studie von Construktiv, in welcher untersucht ob und wie Deutschlands Top 50 Unternehmen Social Media nutzen. Und siehe da: 60 % dieser Unternehmen nutzen Social Media, wobei wohl nur 5 % eine Social Media Strategie haben sollen. 39 % nutzen twitter, was angesichts der immer noch recht geringen Nutzer Zahl ein wenig verwundert. Natürlich sind die Finanzunternehmen in der Social Media Nutzung ganz am Schluss und zwar zusammen mit der Chemie Industrie. Was natürlich sehr verwundert, denn im Mittelpunkt der Bankdienstleistung stehen doch Menschen.

Übrigens auch hier musste ich mir einmal verwundert die Augen reiben. Angeblich haben die Sparkassen eine Social Media Strategie. Natürlich sind viele Sparkassen bei twitter aktiv und es gibt ja auch einen Account von sparkasse.de, aber wie eine Strategie wirkt das nicht, was einige Sparkassen da so in der Social Media Welt machen.

http://www.construktiv.de/newsroom/wp-content/uploads/2009/12/social-media-studie_langversion_091207.pdf

Dieser Mann darf hier nicht fehlen

Weil sein Blog einfach phantastisch ist.

Chris Skinner und 10 Managementtipps von Tesco
http://thefinanser.co.uk/fsclub/2009/12/sir-terry-leahys-ten-commandments-.html

Amerikas Social Media Star

Weitere Social Media Aktivitäten von Wells Fargo, die wirklich jede Spielart von Social Media nutzen und auch perfekt zu beherrschen scheinen. Die Infos sind ebenfalls auch dem Chris Skinner Blog.


http://thefinanser.co.uk/fsclub/2009/12/stagecoach-islands-in-the-stream.html

Alleinstehnde Mütter

Gehören nicht gerade zu den Kundengruppen, auf welche sich Banken in der Regel konzentrieren. Dabei haben diese gerade in finanziellen Fragen einigen Beratungsbedarf. Eine Kreditgenossenschaft aus den USA hat dies erkannt und eine spezielle Internetseite geschaffen. Wäre doch auch was für deutsche Genossenschaftbanken. Wie war das noch: Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung,
http://www.veritymom.com/about

Mit Chase  lernen

Mal wieder eine kleine Innovation von einer amerikanischen Bank. Mit Chase kann man mehr über Finanzen und das persönliche Finanzverhalten lernen. In Deutschland muss man dafür wohl in die Bank gehen.

https://www.chase.com/blueprint/

Jetzt geht es Schlag auf Schlag

American Express  bietet kleinen Unternehmen über ihre Social Media Plattform Open Forum nun auch die Nutzung von  Twitter an.  Dort kann man dann in 140 Zeichen lesen, was kleine Unternehmen gerade tun.
http://www.mediapost.com/publications/?fa=Articles.showArticle&art_aid=118058

Und bei manchen Genosssen ist die Welt noch in Ordnung. Die Zeit berichtete von der Raiffeisenbank Ichenhausen, die in einem engen lokalen Markt sehr erfolgreich ist. Ohne Intenet. Und alle fragen sich, wie das gehen kann. Aber lesen sie selbst:


http://www.zeit.de/wirtschaft/geldanlage/2009-09/raiffeisenbank-ichenhausen

Und hier ein interessanter Artikel aus dem Handelsblatt. Schon etwas älter aber dennoch sollte man mal nachlesen, auch wenn man nicht christlich oder gar katholisch ist. Die Frage, ob zuerst der Markt oder das Geld kommen sollte und dann erst der Mensch kann man sich doch mal stellen. Ist doch auch ein interessantes Thema für unsere Social Banking Diskussion, denn ohne eine Wertdiskussion ist auch Social Banking nichts. Oder?

http://www.handelsblatt.com/meinung/essays/erzbischof-reinhard-marx-zuerst-kommt-der-mensch-dann-der-markt;2483756

In diesem Sinne: Morgen ist schon wieder der dritte Advent und zum Schluss gibt es noch ein Video. Jakc Dorsey der Erfinder von twitter hat ein neues  mit dem Namen Square und das erklärt er hier und ich denke die Finanzunternehmen werden dieses Projekt mit Interesse beobachten. Auch wenn der Anfang langweilig wirkt. Zum Schluss wirds spannend.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=DAJR0t-NlPk]
Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Anette Rehm

    Hallo Herr Janek,
    Danke für die Nennung meines Artikels über Social Banking. So verkürzt wird der Eindruck erweckt, ich hielte Social Banking für einen Marketing Gag. Mitnichten! Es gibt einige Banken, wie GLS, EthikBank, die seit Jahren schon ihre Glaubwürdigkeit und ihren Anspruch bewiesen haben. Und bei den neuen Playern – hier kommen sicher noch einige Banken, die diesen „Trend“ für sich nutzen möchten – wage ich die Frage zu stellen, ob nicht manchmal der „Marketing-Zeitgeist-Gedanke“ eine größere Rolle spielt als der echte Anspruch an Nachhaltigkeit, Ethik, Ökologie. Ansonsten: wieder ein prima Beitrag, mit extrem interessanten Links! Lese ich immer wieder gern.
    Gruß Anette Rehm

    • electrouncle

      Hallo Frau Rehm,

      diesen Eindruck wollte ich natürlich nicht erwecken. Mir ging es darum darauf hinzudeuten, dass es durchaus auch die Möglichkeit gibt „Social Banking“ einfach auch als Marketing Thema zu sehen und ich denke dafür gibt es ja auch schon einige Indizien. Das aktuelle Motto vieler Banken bzw. die viele Banken umtreibende Frage: How to be good? Selbst Goldmann Sachs ist ja mit sehr viel Geld auf diesen Zug aufgesprungen. Ihr Artikel und vor allem die Überschrift hat da ganz gut in meine aufkeimende Skepsis gepasst. Danke auch für das Lob, dass ich natürlich gerne auch zurückgebe

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Kredit Genossenschaften und ihre Kunden leben Social Media

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