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Sammeln macht glücklich

Briefmarken, Bierdeckel, Puppen, Figuren, alte Banknoten oder etwas so Wertvolles wie eine Markenuhr – die Sammelleidenschaft der Menschen kennt keine Grenzen. Ganze 87 Prozent der Deutschen gaben in einer Umfrage an, sich mit Dingen zu umgeben, die sie eigentlich gar nicht brauchen. Gründe dafür gibt es viele. Die Psychologie setzt die Sammelleidenschaft gleich mit jagen, entdecken und besitzen.

Es gibt 2 Arten von Sammlern

Es gibt ganz unterschiedliche Typen von Sammlern. Die einen sammeln systematisch alles zu einem bestimmten Thema, einer Epoche oder Gattung, die anderen dagegen sammeln ganz wahllos Dinge, die ihnen einfach gefallen. Uhren sind bei beiden Typen von Sammlern sehr begehrt. Authentische gebrauchte Rolex-Uhren sind wahre Schmuckstücke und erfreuen sich großer Beliebtheit. Der systematische Sammler ist um Hintergrundwissen bemüht, liest Fachliteratur, besucht Ausstellungen und Tauschbörsen. Der unsystematische Sammler dagegen möchte sich einfach nur mit schönen Dingen umgeben. Neben den reinen Hobbysammlern gibt es aber auch wissenschaftliche Sammlungen, die einen bestimmten Zweck verfolgen, der Forschung dienen oder der Bildung. Bibliotheken sind ein klassisches Beispiel dafür. Wissenschaftler und Forscher müssen von Natur aus Sammler sein. Bevor sie Theorien entwickeln können, müssen sie erst einmal Erkenntnisse sammeln. Im Grunde genommen ist schon Sammler, wer mehr als drei Exemplare ein und derselben Sache besitzt. Schließlich kann man immer nur eine zur selben Zeit benutzen.

Sammeln ist menschlich

Die Sammelleidenschaft beginnt schon in der frühen Kindheit und hält meist ein Leben lang an. Im Grund spiegeln sich sämtlich menschliche Charakterzüge in dem Bedürfnis zu sammeln und zu horten. Sammelleidenschaft drückt unter anderem den Hang zur Eitelkeit und den Machttrieb aus. Schon früh demonstrierten Herrscher ihre Macht durch ihre Besitztümer. Wer sammelt, möchte etwas besitzen, es anderen zeigen, sich abgrenzen von der gesichtslosen Masse. Auch einen materiellen Vorteil verspricht sich der Sammler. Das Bedürfnis nach Absicherung und Kontrolle spielt bei der Sammelleidenschaft ebenfalls eine große Rolle. Auch Schwächen und Minderwertigkeitsgefühle sollen so kompensiert werden. Für unsere Vorfahren war Sammeln lebensnotwendig. So sammelten sie Vorräte, um die strengen Winter zu überstehen. Das ist heute natürlich nicht mehr nötig. Trotz Fortschritt und moderner Technik, im Innersten ist der Mensch geblieben, was er in der Steinzeit schon war: Jäger und Sammler.

Vom Hobby zur Sucht

Sammeln ist ein schönes Hobby, Sammler sind glücklich. Sie häufen Fachwissen an und treffen sich mit Gleichgesinnten. Sie wollen bewahren, im gewissen Sinne auch die Zeit anhalten. Die Sammelleidenschaft kann aber auch in Sammelwut umschlagen. Wenn das Horten von Dingen überhandnimmt und man sich gar nicht mehr von Gegenständen trennen kann. Sogenanntes pathologisches Horten drückt sich in dem unwiderstehlichen Drang aus, große Mengen anzusammeln. Der im Volksmund „Messi“ genannte Sammler ist überhaupt nicht mehr in der Lage, Nützliches von Unnützem zu unterscheiden. Er handelt zwanghaft und empfindet allein bei der Vorstellung, sich von etwas trennen zu müssen, Angst und Schuldgefühle. Die angesammelten Gegenstände verleihen ihm eine Art von Wohlgefühl und vermitteln Sicherheit und Geborgenheit.

Ob man nun ein systematischer oder unsystematischer Sammler ist, ob man für die Wissenschaft oder die Nachwelt sammelt, selbst wenn die Sammelwut einen ins Chaos stürzt, sammeln ist vor allen Dingen eines: Menschlich. Der Mensch steht immer im Mittelpunkt.

Photo by Alexander Schimmeck on Unsplash

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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