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Ready for the (Wahl) Weekend

Ein neuer Artikel aus der Rubrik: Links zum abbiegen

Für mich wird es leider nur ein sehr kurzes Wochenende. Hoffentlich aber dennoch mit einigen Höhepunkten. Ein Derbysieg am Samstag und ein – mir zusagender – zukunftsweisender Wahlausgang wären beispielsweise zwei mögliche Höhepunkte.

Dabei ist der Derbysieg irgendwie sogar wahrscheinlicher, denn in den letzten Wochen haben alle Parteien sehr daran gearbeitet nicht gewählt zu werden und der 1 FC  Köln kommt ja langsam in Form. Heute hat Herr Schäuble noch mal einen draufgelegt, denn in den Nachrichten konnte ich vernehmen, dass Herr Schäuble noch mehr Rechte für den Verfassungsschutz fordert. Vor allem auf unserem heimischen Computer möchte er sich noch mehr zuhause fühlen und am liebsten alle Aktivitäten der 82 Millionen potentiellen Straftäter beobachten und festhalten. Mein Vorschlag: Aller Bundesbürger bekommen einen kostenlosen Computer vom Staat, dann muss der Verfassungsschutz auch gar kein schlechtes Gewissen mehr haben, denn schließlich gehören die Computer, die ausspioniert werden, dann ihm.

Soweit mein kurzes Statement zur Wahl, deren Ergebnis sicherlich zeigt, was die Zukunft bringt. Eine zukunfstfähig und innovative Politik ist allerdings nicht zu erwarten. Auch in Sachen Finanzkrise, deren Ausbruch mittlerweile auch schon wieder ein Jahr zurück liegt, hat es ja bisher keine nachhaltigen und innovativen Veränderungsansätze oder gar Veränderungen gegeben. Die Krise scheint zunächst gebändigt. Einige Medien und Lobbyisten sprechen sogar schon von der Lösung der Probleme und große Teile der Branche machen so weiter wie vor der Krise. Sepp Herberger, der ja mit der Finanzwirtschaft überhaupt nicht in Verbindung zu bringen ist, hätte wohl gesagt: Nach der Krise ist vor der Krise. Und dann ist Vor der Krise natürlich auch Nach der Krise. Mit dem Thema Krise und was sich wirklich geändert hat bzw. was sich wirklich verändern muss, beschäftigt sich der folgende sehr lesenswerte Artikel von Lothar Lochmeier:

Mikrokredite und Kapitalismus2.0: Wer macht das Rennen

Und ebenfalls in diesm Blog zeigt Lothar Lochmaier, dass es durchaus erste zarte Pflänzchen einer Modernisierung oder sogar „Verbesserung“ der Finanzbranche gibt. Wie immer entstehen solche Gegenbewegungen zunächst  an den Rändern einer Kultur. Gerade durch Krisen Szenarien steigen allerdings die Chancen dieser Gegenbewegungen sich dem Zentrum der kulturellen Basiswerte zu nähern. In einem solchen Krisen Zyklus befinden wir uns sicherlich, auch wenn die etablierten Institutionen uns natürlich gerne das Gegenteil vermitteln und darum kämpfen, das möglich viel beim Alten bleibt.

Lothar Lochmaier verweist in seinem Artikel auf das Internet und die damit verbundenen Chancen. Mit dem Internet verbindet sich aktuell die Hoffnung, dass sich der Status quo nicht wieder einstellt. Denn durch das Internet haben wir die Möglichkeit auf der Basis von Selbstorganisation und Kooperation bessere Unternehmen und sogar eine bessere Form des Wirtschaftens zu finden. Eventuell auch ein Grund, warum viele Parteien in Deutschland gerne mehr Kontrolle im Internet ausüben würden.

Pittburg: Social Banking ist der Gegenentwurf

Um in Sachen Social Banking voranzukommen, benötigt man Mut und die Bereitschaft zur Veränderung. Solche Eigenschaften scheinen in Deutschland wenig verbreitet und erwünscht zu sein. Der aktuelle Wahlkampf ist ein schönes Beispiel dafür. Auch in der deutschen Finanzbranche ist kaum Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. „Social Banking“ ist für viele eine schöne neue Marketing Fassade. Gerade die Direkt- und Privatbanken scheinen auf neue alte Zeiten zu warten und versuchen die Zwischenzeit mit inhaltsleeren Werbekampagnen und mut- und hilflosen Social Media Aktivitäten zu überbrücken.

Innovationen kommen dagegen in diesen Tagen besonders häufig aus dem englischen Sprachraum. Nur was ist eigentlich Innovation und müssen Banken wirklich innovativ sein? Chris Skinner beschäftigt sich in seinem „The Financial Service Blog“ mit dieser Frage am Beispiel des Themas Bezahlen. Sein Fazit: Die meisten Erfindungen in diesem Bereich sind schon da und sie kamen nicht von Banken, aber wenn Banken diese Dinge dann selber anbieten ist es meistens immer noch früh genug, denn der Markt ist nach wie vor so reglementiert, dass andere Anbieter nur selten über ein Nischen Dasein hinaus kommen.

The fact is that most banks are fast followers so they do wait until it’s too late. Then they launch their mobile and prepaid services. And they succeed. They succeed because a bank never finds it too late due to the protection of their markets from new entrants and the inertia of their customers to change provider.

Er zeigt dann aber auch noch einige wirklich sehr spannende Beispiele, die er für innovativ hält, die aber auch teilweise schon Realität sind und die natürlich auch nicht von Banken kommen. Was möglicherweise auch am Tunnelblick liegt, der die Innovationsaktivitäten vieler Banken begleitet. Die dann übliche Frage lautet: Was haben wir (die Bank) davon. Hier geht es zum Artikel

What is innovation in payments

In Sachen Innovation zum Abschluss noch ein weiteres Beispiel. Es handelt sich eher um eine Marketing Idee, aber auch diese haben in diesem Finance2.0 Blog einen Platz. Leider erneut keine Innovation aus Deutschland, aber mich verwundert das nicht. Und da Weihnachten unmittelbar vor der Tür steht, ist diese Idee doch eine kleine Meldung wert. Ach ne, einfach selber lesen

http://springwise.com/retail/searschristmas/

http://www.sears.com/shc/s/dap_10153_12605_DAP_Christmas+Club

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • kathabeck

    bei mir wurde es weder der erhoffte derbysieg, noch ein wahlsieg, der meines Erachtens in die Zukunft weisen würde…

    • electrouncle

      Hallo,
      meine Hoffnungen wurden leider auch nicht so richtig erfüllt. In die Problemösungskompetenz unserer Parteien habe ich ohnehin nicht so richtig viel Vertrauen.
      Der Name sagt ja schon „Parteien sind parteiisch“. Gerade die etablierten Parteien mit einer gewissen Anzahl von Stammwählern ist ja dazu verdammt, bei ihren Bemühungen die Zukunft zu gestalten, eher vergangenheitsorientiert vorzugehen. Wir Menschen kommen aus dem Dilemma fast gar nicht heraus. Neue Ideen kommen deshalb – so meine These – eher von den Personen und Gruppen, die nicht viel zu verlieren haben. Kein Wunder also, dass es erste eine neue Partei geben musste, um die Themen der Zukunft auf die Tagesordnung zu bringen. Der Vorwurf der Etablierten an die Piraten, sich nur mit einem einzigen Thema zu beschäftigen greift deshalb viel zu kurz. Außerdem ist auch noch die grundsätzliche Bewertung des Themas Internets falsch, denn das Internet ist nicht nur ein neues Medium, sondern vielmehr ein Kulturinstrument, dass auch unser politisches System betreffen wird. Insofern: Nutzen wir das Internet, um die Probleme selber in die Hand zu nehmen.

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