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Nur Banker brauchen noch Banken

Vorher

Gleich geht es los. 3 mal darf ich vor den Mitarbeitern der Volksbank Rhein Lippe eG einen Vortrag halten. Es soll darum gehen einen kleinen und durchaus auch etwas provokanten Blick auf die Zukunft der Banken zu werfen.

Die Folien des Vortrages und auch die Links der Seiten, welche ich im Vortrag beispielhaft erwähne, gibt es demnächst hier. Jetzt brauche ich aber erst einmal einen Kaffee. Ich melde mich dann später im Laufe des Tages nocheinmal.

Nachher

Es ist vollbracht. Wir haben Sonntag vormittag, ein wirklich spannender Tag liegt hinter mir. Nicht nur dass mir die Veranstaltung in Wesel sehr viel Spass gemacht hat, ich durfte zusätzlich – völlig überraschend – Udo Lindenberg live erleben und wurde dann am Abend beim Stadtfest in meiner kleinen Schlafstadt vor Düsseldorf noch von einer ganz guten Falco Kopie zurück in die achtziger Jahre geholt.

Wie ein Spinner

Bin ich mir während der Vorträge gestern manchmal vorgekommen. Ich habe den Versuch unternommen Mitarbeiter einer gut positionierten Volksbank in meine Welt zu entführen. Dabei hatte ich es diesmal nicht nur Mitarbeitern aus den Bereichen Internet, Marketing oder Kommunikation zu tun. Stattdessen durfte ich die ganze Spannbreite der Mitarbeiterschaft einer Volksbank mit meinen Thesen und vor allem Beispielen erfreuen.

Mir hat dieser Tag wie gesagt großen Spaß gemacht, zumal das Interesse an meinen Vorträgen sehr groß war und ich habe mal wieder etwas gelernt bzw. bin an etwas erinnert wurden. Social Media und auch das Internet sind nicht für alle Menschen gleich wichtig und gleich bekannt. Auch wenn man in seinem täglichen Alltag den Eindruck gewinnen könnte, alles drehe sich um Social Media und das Internet. Insofern wurde ich gestern mal wieder geerdet. Man könnte sagen gerade noch rechtzeitig vor meinem jetzt gestarteten Urlaub. Von den ca. 100 Zuhörern kannte die Mehrheit weder twitter noch Facebook. Nur wenige Mitarbeiter nutzten schon Xing. Und selbst die jüngeren Zuhörer schüttelten ein wenig – und wohl auch nicht unberechtigt – den Kopf über so manche der dargestellten Dienste.

Grosses Interesse

Was mich aber sehr erfreute, war das grosse Interesse an den Entwicklungen und die Bereitschaft sich mit den Themen nicht nur auseinanderzusetzen sondern die Thesen auch auf die eigene Praxis zu beziehen und darübe nachzudenken, wie die Arbeits- und Umwelt der Banken in den nächsten Jahren aussehen könnte. Zusätzlich muss ich den fast 200 Mitarbeitern, welche die Veranstaltung besucht haben noch ein ausgesprochenes Kompliment machen. Sei waren hochmotiviert, begeisterungsfähig und leidenschaftlich. Genau so wie man sich das andere Banking Modell vorstellt und wünscht. Ich erlebte einen Tag lang Social Banking

Hier nun – wie versprochen – die Folien , Beispiele und  Links:
[slideshare id=5131838&doc=nurbankerbrauchennochbanken-100905041855-phpapp01]
Wie informiert man sich?

Und natürlich mit Hilfe von google,  Xing, Facebook, Linkedin, twitter usw.?

Wie wickelt man den Zahlungsverkehr ab?
  • Online Banking
  • Geldautomaten
  • Die gute alte Filiale(hier Q 110der deutschen Bank in Berlin)
  • Dem Smartphone
  • Apps für das Smartphone (im Beispiel Chase Bank)
  • In Social Netzwerken: Buxfer Payment App
  • Online Banking einer amerikanischen  Kreditgenossenschaft  in Facebook
Wie kommt man an einen Kredit?
Wie bezahlt man?

Nur drei Beispiele von vielen neuen Möglichkeiten. Die Frage: Was wird aus den Geldautomaten, wenn wir kein Bargeld mehr brauchen?

Und hier ein interessanter Artikel zum Thema von „Read Write Web“. Alle Beispiele kommen vor.

Wem vertraut man?

Immer weniger den  Bankberatern und Experten.

Aber z.B. den Freunden, den Online Freunden und Fans, sogenannten Online Influencern oder einfach anderen Bankkunden bzw. Verbrauchern.

Link auf das beliebte Move your money Beispiel

Wer berät mich?

Auch hier spielt das Internet einer immer größere Rolle, wobei die Bank bleibt im Spiel – wenn sie es wirklich gut – aus Sicht der Kunden – macht.

Hier genannte Beispiele www.gutefrage.de, Bank Communities ala Fidorbank und Dienste wie blippy oder swipely – allerdings beide für Deutschland absolut undenkbar.

Wer bietet mehr als Geld und Zinsen?

Kann Banking auch Spass machen. Können junge Leute dazu begeistert werden, sich für ihre Geldangelegenheiten zu interessieren? Die jungen Mitarbeiter der Volksbank Rhein Lippe eG waren der Meinung ja. Oder muss Banking vor allem dumm, langweilig und einfach sein. Oder ist beides gefragt? Die hier erwähnten Dienste versuchen Banking einfach zu machen (BankSimple), wobei einfach ja auch Spass machen kann. Andere Anbieter (Barclays) versuchen Junge Kunden mit deren bevorzugten Freizeitaktivitäten  an Finanzthemen heranzuführen: z.B. Spiele. Und ebenfalls nicht uninteressant die Personal Finance Dienste, die aktuell in den USA aber an ihre ökonomischen Grenzen geraten. Nicht jede gute Idee setzt sich durch. Allerdings ist hier das letzte Wort zum Glück noch nicht gesprochen: Mint. Schliesslich gibt es Anbieter die Geld an E-Mail Adressen oder sogar twitter überweisen können z.B. die bereits mehrmals erwähnte Fidorbank.

Hier noch ein Artikel von Chris Skinner, der sich auch mit der Frage beschäftigt was Kunden wünschen und wie man diesen Wünsche gerecht werden kann.

Zusätzlich wurden noch drei Bücher erwähnt, dessen Lektüre ich nach wie vor wärmstens emfpehlen kann:

Hier noch ein interessante Blick auf die Bankenwelt von morgen. Microsite von Sapient: http://www.sapient.com/engagementbanking/

Nur am Rande: Das Internet ist eigentlich schon wieder tot. Das sagt zumindest Chris Anderson und der muss es schließlich wissen. Hier für Fortgeschrittene

In diesem Sinne ein schönes Wochenende. In meine Schlafstadt kommen  heute Marc Medlock und die Wildecker Herzbuben!

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Henning Jedrzejek

    Ihre Erfahrung, dass nicht jeder Mensch im Web 2.0 lebt und es durchaus Leute gibt, die von Twitter, Facebook & Co. nicht gehört haben oder sich dem bewusst verweigern, teile ich, wenn ich Menschen erkläre, was denn eigentlich dieses Twitter ist, von dem man überall hört. Das gilt übrigens nicht nur für Bankangestellte.
    In einer der letzten Ausgaben der Absatzwirtschaft lag ein Heftchen zum 15. deuschen Trendtag mit einem Vorwort vom Trendforscher Prof. Peter Wippermann, den ich schon einmal persönlich auf unserer letzten BANK LIVE Veranstaltung im Streitgespräch mit Prof. Klaus Töpfer erleben durfte (wer´s nachschauen möchte: zum Video), bei. Dort prognostiziert er, dass die Gesellschaft sich weiter polarisieren wird – in „digital visitors“ und „digital residents“. Beide streben nach „control“. Die notgedrungen mit dem Netz konfrontierten „vistors“ erleben „control“ im Rückzug in die analoge Privatsphäre und für die im Netz lebenden „residents“ ist es die Mitgestaltung der kombinierten analogen und digitalen Realität. (Ich hoffe ich habe das grob treffend zusammengefasst, sonst kann Herr Wippermann das ja korrigieren). Bei allen Vorteilen, die wir in den „neuen Medien“ sehen, wird es immer auch Menschen geben, welche die „wirkliche Realität“ bevorzugen. Somit wird es sicher auch in absehbarer Zukunft weiter stationäre (Volks)Banken geben. Bank will stay important… at least for a while.

  • Dr. Lange

    Man könnte sicherlich auch behaupten, dass es früher zuerst die Banken gab und dazu ein Kreditwesengesetz [KWG], welches das Bankengeschäft geregelt hat. Heute gibt es das KWG und viele andere Bestimmungen und Gesetze und dadurch die Banken. Das KWG als Schutzmantel für die Geschäftstätigkeit einer Bank, aber auch für längst fällige Innovationen? Wer diesen Schutzmantel refomiert geht zweifelsohne direkt in das Geschäftsmodell der Banken heran. So zum Beispiel durch die Payment Directive, die den Zahlungsverkehr aus dem Bankgeschäft quasi „per Gesetz“ entfernt hat. Welche neuen Gesetze über die Bankenwelt in der nahen Zukunft auch hereinbrechen werden, sie werden sicherlich immer einen starken Einfluss auf die Geschäftsmodell-Interpretation haben. Es ist gut möglich, dass jede neue Reform hier Chance für den Nicht-Bankensektor bietet, die den Druck auf den Banken-Sektor enorm erhöhen wird.

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