Nichts hören, nichts sehen

Nichts hören, nichts sehen

In der New York Times hat Tristan Harris unter dem Titel „Our brain are no match for our technology” einen sehr lesenswerten Kommentar geschrieben. Im Zentrum steht die These, dass die digitalen Infrastrukturen von Facebook, Google und Co. die natürlichen Kapazitäten unseres Gehirns überfordern. Selbst wenn die Big Tech Unternehmen und Startups unserem Wunsch nach mehr Datenschutz, mehr Privatssphäre, weniger Manipulation und Fake News berücksichtigen und erfüllen würden, es würde nichts verändern.

Das Problem

Selbst die besten Datenschutzgesetze können nur so so effektiv sein , wie unsere paläolithischen Emotionen den Verführungen der Technologie zu widerstehen. Den Beweis liefern wir selber jeden Tag. Erst vor kurzem – schreibt Tristan Harris – ist es Face App gelungen mit einem viralen Werbespot 150 Millionen Menschen dazu zu bewegen, ein Foto ihres Gesichtes verbunden mit ihrem Namen ins Netz zu stellen und das nur durch die Aktivierung unserer Eitelkeit. Ein Prinzip, das auch bei TikTok, dem sozialen Netzwerk der Stunde, seine Wirkung erzielt.

Erlernte Hilflosigkeit

Wer muss Wahlen hacken oder Wählerstimmen manipulieren, wenn wir so schnell bereit sind unsere Daten zu verschenken. Unsere – in der Steinzeit entwickelten – Instinkte und unser Unterbewusstsein sind nicht in der Lage den technologischen Geschenken zu widerstehen, was gleichzeitig die Möglichkeit unterbindet kollektive Maßnahmen zu treffen. Denn wir sind auch nicht dafür geschaffen, dass kollektive Elend dieser Welt wahrzunehmen. Unsere Online-Nachrichtenfeeds fassen alle Schmerzen und Grausamkeiten der Welt zusammen und führen unser Gehirn in eine Art erlernte Hilflosigkeit.

Wahrheit macht Angst

Unsere Gehirne sind auch nicht auf die Suche nach Wahrheit programmiert. Informationen, die unsere Überzeugungen bestätigen, geben uns ein gutes Gefühl. Informationen, die unsere Überzeugungen in Frage stellen, nicht. So kommt es, dass unsere Technologien die Gesellschaft in verschiedene ideologische Lager spaltet. Tag für Tag beobachtbar auf Facebook, twitter und in den analogen Medien.

„Simply put, technology has outmatched our brains, diminishing our capacity to address the world’s most pressing challenges. The advertising business model built on exploiting this mismatch has created the attention economy. In return, we get the “free” downgrading of humanity.“

So haben wir uns eine Zivilisation entwickelt, die für ihr eigenes Überleben nicht mehr geeignet scheint. Es gibt aber auch gute Neuigkeiten oder ein Prinzip Hoffnung

Ein Ausweg?

„Here’s the good news: We are the only species self-aware enough to identify this mismatch between our brains and the technology we use. Which means we have the power to reverse these trends.“

In diesem Sinne „Hallelujah

Quelle: Our brains are no match for our technology. Tristan Harris /New York Times

Photo by jesse orrico on Unsplash

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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