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next08 die Dritte

Die next 08 ist gelaufen. Die Nachberichte sind weitgehend geschrieben. Alles war toll, aber dennoch auch wieder nicht so toll. Auf der Suche nach Aufmerksamkeit wird bereits von „Start up Krise“ gesprochen, denn man braucht ja einen Aufhänger und einen schönen Begriff, der auch solche Leute interessiert, die der „Internetbranche“ sonst wenig Aufmerksamkeit schenken. Start up Krise? War da nicht mal was?

Meine Meinung:

1. Die next08 ist letztlich nur ein Teilaspekt dessen, was im Internet passiert. Auch wenn die Welt da draussen vielleicht noch 1.0 ist, so ist doch schon sehr viel erreicht, denn das Internet ist ein Massenmedium (funktioniert natürlich anders) und es wird auch Geld verdient. Insofern sehr schön zu sehen auf der next – viele Namensschilder von Unternehmen, die nicht in Verdacht stehen web 2.0 Evangelisten zu sein, die aber dennoch moderne Technologien nutzen möchten, bzw. sich für neue Formen des Verbraucher Verhaltens oder der Kundenkommunikation interessierten. Und anscheinend alle ohne Berührungsängste.

2. Es gibt auch keine „Start up“ Krise, denn es ist ein ganz normaler Prozess, dass sich nicht jede Geschäftsidee durchsetzt. Unternehmen kommen und gehen. Die Bezeichnung „Start up“ halte ich deshalb auch schon für vollkommen falsch, weil sie mich zu sehr an den Internetboom Phase 1 erinnert, der mit aktuellen Entwicklungen kaum noch etwas zu tun hat.
Natürlich kann man dieselben Fehler erneut begehen und Investoren, die nur das nächste große Ding suchen – ohne auf die Kultur der jungen Unternehmen oder auch der potentiellen Kunden dieser Unternehmen zu achten – werden das ein oder andere Unternehmen schnell zerstören. Es gibt aber keine Start up Krise, bzw. keine Krise der Internetökonomie, weil es eigentlich auch gar keine Start ups gibt. Die Krise liegt im falschen Begriff. Also mal schön die Kirche im Dorf lassen.

Was ansonsten von der next08 übrig bzw. hängen blieb:

Smarte Ideen

Mal unabhängig von möglichen Geschäftsmodellen. Es gibt derzeit so viele smarte Ideen im Internet, die irgendwie alle ihre Existenzberechtigung haben. Es gibt praktische Tools, aufregende und unterhaltsame Einkaufsplattformen, unzählige spannende Applikationen und Widgets, weltweite und lokale soziale Netzwerke, und und und. Manche davon werden Erfolg haben. Viele werden genauso schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind. Wobei sich die Frage stellt: Was ist eigentlich Erfolg? Ist man erfolgreich, wenn das Venture Capital fließt, bzw. die Investoren Schlange stehen? Vielen Internet Ideen und den dazugehörigen Gründern würde ich mehr Lockerheit wünschen. Man kann auch ohne Venture Capital und „Berühmtheit“ erfolgreich werden. Ist vielleicht nicht so glamoröus aber Deutschland ist doch das Land des Mittelstandes. Das große Geld macht ohnehin die feinen Unterschiede erst mal platt. Wäre schade, um viele smarte Ideen, die auch jenseits der kommerziellen Nutzung ihre Berechtigung haben.

Der Spaß hört auf wenn das Venture Capital fließt

Habe ich vor einigen Jahren am eigenen Leib erfahren dürfen. Das besondere an den „Start up Kulturen“ ist dann ganz schnell weg. Arbeit darf dann keinen Spaß mehr machen und alles wird dann vermeindlich professionalisiert. Die neuen Manager machen dann alles so, wie sie es in Ihren alten Firmen gelernt haben (denn was einmal funktioniert hat, muss doch immer funktionieren) und dann braucht man viel Glück, damit nicht alles ganz schnell vorbei ist. Die neuen Arbeitskulturen, die im Zuge der „Internetökonomie“ entstehen können bzw. auch entstanden sind, verschwinden allzu schnell und allzu oft. Aus Netzwerk wird wieder Hierarchie.

Diese Vorträge habe ich mir angesehen

Taking Advertising Mobile – Geraldine Wilson, Yahoo

Network Marketing – Matt Cohler, Facebook

Driving Innovation on new Platforms: Android and the open Headset Alliance – Michael Jennings, google

10 Trends that will shape your digital future – Steve Rubel, Edelmann

Social Revoution on the web, and it´s impact on business, media and society… and us, as individuals – Stowe Boyd, /Message

Leider Verpasst: Widget Economy Konstatntin Guericke, jaxtr

Accelerating the speed of innovation – Compet on ideas not resources – Werner Vogels, Amazon

Print und TV sind nicht tot und Online nicht das Paradies.Wie kommenalte Allianzen zu neuer Stärke?
Sven Dörrenbächer, Daimler; Ralf Schremper,Bertelsmann
(negatives Highlight der von mir gesehenen Beiträge)

Being Real-time: Google´s Mobile Strategy, Robert Hamilton, google

Leider verpasst: Giving up on Work E-mail. Experiences – Luis Suarez Rodrigues, IBM

Der Bürger als Journalist: Geliebt oder geduldet – Jochen Wegener – Focus online; Katharina Borchert, Der Westen
(auch ganz schön schlimm)

Marketing in Real Time: Using Social Media to Engage your target audience, Nate Elliott, Jupiter Research

Enterprise 2.0 – Der Wert von Vernetzung? Unbezahlbar – Sören Stamer, Core Media

(der war sehr schön)

So und das war es mit der next08

electrOUncle

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Tim Ramsey

    I recently came accross your blog and have been reading along. I thought I would leave my first comment. I dont know what to say except that I have enjoyed reading. Nice blog.

    Tim Ramsey

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Realtime – viel zu selten (next08 Vertröstung)

Irgendwie schaffe ich es zeitlich einfach nicht. Ich wollte ja eigentlich noch etwas zur next08 schreiben. Allerdings kann man ja...

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