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Next Banking

Ein letztes Mal beziehe ich mich hier auf die Next Banking Veranstaltung in Berlin. Ein Fazit der Veranstaltung: Die Zahl der Menschen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen ist etwas größer geworden. Gemeinsam stellten und stellen wir uns die Frage, wie „Banking“ zukünftig aussehen könnte? Wenn man die Inhalte der next banking wörtlich nehmen würde, dürfte man noch nicht einmal den Begriff „Banking“ oder „Banken“ weiter verwenden, denn unser Denken wird zu sehr dadurch gepägt, was wir in den letzten Jahren und Jahrhunderten mit diesen Begriffen verbunden haben. Die mögliche soziale Innovation ist dadurch immer vorbelastet. Wie heisst es so schön: Das Sein bestimmt das Bewusstsein

 

Raiffeisen und Schumpeter sind  wieder ein Thema

Auf der next banking wurden viele interessante Ideen dargestellt. Manche waren noch wenig konkret, einige wurden schon in die Tat umgesetzt und messen sich gegenwärtig am Markt (Fidor Banking, Smava, etc.). Technologien spielten eine große Rolle und insbesondere die Frage, wie diese Technologien zukünftig unser finanzielles Handeln beeinflussen werden. Schon seit Jahren lernen wir, dass web2.o oder Social Media eigentlich nichts( oder fast nichts) mit Technik zu tun hat, aber dennoch war unsere Perspektive auf der Veranstaltung doch sehr technisch und machen wir und nichts vor: Am Ende des Tages möchten alle Unternehmen die dort vor Ort waren, mit Ihrer Idee erst einmal Geld verdienen. Eine neue soziale Idee, wie die von Friedrich Wilhelm Raiffeisen haben wir nicht diskutiert. Durch die neuen Möglichkeiten werden diese Ideen aber  wieder lebbar und haben auch in der Unternehmenswelt wieder eine Chance. Nicht nur Friedrich Wilhelm Raiffeisen wird wieder modern auch der Name Schumpeter taucht in letzter Zeit wieder häufiger auf. Soziale Verantwortung gerät wieder in den Blickpunkt. Nicht aus Nächstenliebe sondern als ökonomische, gesellschaftliche und kulturelle Notwendigkeit.

 

In der gdi Impuls habe ich einen Artikel von  Peter Wippermann gefunden aus dem ich hier kurz zitieren möchte, denn er bringt es auf den Punkt.

Sozialer Reichtum (S.101-104,gdi Impuls, No 1 2009)

„Yes, we can“ ist das Motto des Neuanfangs nicht nur in den USA. Das „wir“ steht für Hoffnung weltweit. Mit der Finanzkrise ist der alleinige Machtanspruch des „Ich“ implodiert. Die Steigerungslust  des eigenen Ego wurde mit dem Verlust der persönlichen , unternehmerischen  und gesellschaftlichen Balance erkauft. Konsumenten, Anleger, aber auch Unternehmen und Staaten denken um. Das Soziale hat die Nische der Nächstenliebe verlassen und rückt ins Zentrum von Politik und Wirtschaft. Nach der erfolgreichen Phase des „I“ und „my“ beginnt jetzt die Suche nach dem „we“

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12 Attribute, die wir für next banking benötigen

All diese Gedanken haben mich dazu bewegt, mich mit der Frage zu befassen, was wir eigentlich für next banking benötigen würden. Welche Eigenschaften, Werte oder Einstellungen sind bei Banken und Verbrauchern erforderlich, damit sich wirklich etwas verändert – einmal vorausgesetzt – dass mit next banking wirklich eine Veränderung gemeint ist und nicht lediglich ein Ausblick in die Zukunft. Meine Meinung ist damit schon hinreichend deutlich gemacht:

Next Banking ist mehr als eine nur technologisch getriebene Veränderung klassischer Handlungsweisen im gesellschaftlichen Subsystem Finanzen. Next Banking bedeutet auch, sich mit grundsätzlichen Fragestellungen des Wirtschaftens zu beschäftigen.

 

Übrigens: Next Banking ist nichts, ohne den Willen der Konsumenten. Solange die Mehrzahl der Menschen sich nicht intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte und auch nicht den entsprechenden Druck aufbaut, wird es kaum ein next banking außerhalb der Nische geben

 

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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