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Next Banking Berlin (2. Teil)

Hier nun der zweite Teil meiner Berichterstattung über die next banking in Berlin, die offensichtlich nicht nur von mir als ausgesprochen gelungene Veranstaltung wahrgenommen wurde. (siehe Links am Ende der Seite)

In verschiedenen interessanten Blog Beiträgen kann man heute Artikel mit ähnlichen Sichtweisen lesen.  Hier finden sich auch ganz interessante Zusammenfassungen und Beurteilungen der einzelnen Vorträge und Diskussionsrunden.

Die beiden anwesenden Finance 2.0 Unternehmen Smava und die zukünftige Fidor Bank haben mit Sicherheit neue Fans und vielleicht sogar Kunden gewinnen können. Die Vorträge von und vor allem auch die Diskussion mit Herrn Artope und Herrn Kröner hat den Teilnehmern sichtlich Vergnügen bereitet.  Es bleibt abzuwarten, ob der, während der Veranstaltung, von einem Teilnehmer getwitterte Satz, dass  die Wahrscheinlichkeit geschieden zu werden in Deutschland größer als die Wahrscheinlichkeit seine Bankverbindung zu wechseln ist, von den neuen Ansätzen falsifiziert werden kann.  Als Angestellter einer der  etablierten Bankengruppen, will ich das natürlich nicht hoffen. Natürlich ist aber auch bei uns „Etablierten“ schon lange erkannt wurden, dass man die Bank nicht unbedingt wechseln muss, um ein neues Produkt zu erwerben. Man kann vielleicht nicht zwei Parteibücher haben, aber man kann durchaus Kunde bei mehreren Banken sein. Der Erfolg der Direktbanken hat uns dies gezeigt und warum sollte der Mensch (oder Kunde) nicht die Möglichkeit nutzen, dass für die eigenen Bedürfnisse Beste Ergebnis anzustreben. Das wäre ja sogar evolutionär sehr fahrlässig. Insofern ist es natürlich an der Zeit den Menschen wieder in den Mittelpunkt des Bankgeschäftes zu stellen.

Ich habe in meinem Vortrag  versucht darzustellen, dass Genossenschaften eigentlich seit ihrer Gründung  „Social Banking“ betreiben und das, was die Sparkassen und Genossenschaftsbanken vor vielen Jahren auf die Beine gestellt haben, war damals wahrscheinlich auch Finance 2.0. Und auch damals wird es dieselben Zweifler und sicherlich auch Gegener gegeben haben. So ist das nun einmal mit Innovationen. Ein überzeugendes Best Practice Beispiel in der Nutzung von Social Media konnte ich leider nicht nennen. Wir arbeiten aber daran.

Grundsätzlich geht „Social Banking“ prnzinipell ja auch ohne Internet und „unsocial banking“  geht auch mit Internet, was Frau Rehm vom Geldmagazin in ihrem Beitrag anhand von Finanzvergleichsportalen ja auch aufzeigen konnte. Ein aktuelles Beispiel hiefür ist auch das britische Portal für Minikredite  www.wonga.com.

Natürlich werden die „etablierten“ Banken und vor allem die regionalen Volksbanken Raiffeisenbanken sich stärker mit Social Media beschäftigen. Sie müssen dies auch tun, denn Märkte sind heute immer mehr online Gespräche und wer beraten will, muss sprechen. Wer nah vor Ort sein will, darf darüber hinaus den Begriff „Ort“ nicht zu eng definieren und Nähe sollte auf keinen Fall in Metern oder Kilometern gemessen werden. Nähe bedeutet zum Beispiel auch genau die Medien zu nutzen, welche die Menschen nutzen wollen. Da wäre es dann allerdings auch inkonsequent auf Filialen zu verzichten. Denn es gibt tatsächlich noch Menschen, die in die Filiale möchten oder lieber zum Telefonhörer greifen, auch wenn deren Zahl immer kleiner wird und in naher Zukunft möglicherweise nur noch die Technikverweigerer oder Kulturkritiker übrig bleiben.

Ob  und wie schnell Social Banking oder Banking 2.0 zum Erfolg wird, hängt von vielen Faktoren ab. Nicht immer setzt sich das, was die vermeindlich beste Lösung für ein Problem ist, durch und genausowenig setzen sich automatisch die Dinge durch, welche die bzw. die Mehrheit der Menschen wollen: Nicht mal in Demokratien, denn es gibt immer Menschen, Institutionen oder gesellschaftliche Gruppen, die etwas zu verlieren haben und die sich solange gegen Veränderungen wehren, bis das Pferd, auf dem sie reiten tot ist. Die hier schon zitierte aktuelle Forsa Umfrage zur Finanzkrise scheint dies zu bestätigen, denn die meisten Bankkunden wollen an ihrem Verhalten nichts ändern und außerdem ist Geld irgendwie doch ein eher unangenehmes Thema.

Mit der next banking ist ein erster kleiner Schritt getan. Das Thema bricht nun auf, um sich langsam in das Zentrum der Gesellschaft zu bewegen. Wie lange es wohl dauern wird und welche Rückschläge dabei zu bewältigen sind – denn mehr Regulierung aufgrund der Finanzkrise, könnte durchaus viele der entstehenden neuen Ansätze im Keim ersticken –kann man heute noch nicht absehen. Für uns „Etablierte“ gibt es jedoch keinen Grund, die Bedeutung der neuen Bewegung zu unterschätzen.

Weitere Next Banking Links:

http://www.next-banking.de/2009/06/ein-erstes-resumee-zur-next-banking-conference/

http://www.blicklog.com/2009/06/18/next-banking-in-berlin-ablehnen-kritisieren-nachmachen/

http://www.freitag.de/alltag/0925-bank-geld-internet-community-smava

http://www.geld-magazin.de/finanzen/aktuell/aktuell-einzelansicht/article/der-neue-trend-social-banking.html

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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Nach der next banking (Teil 1)

Die next banking in Berlin ist vorbei. Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung mit etwa 40 Teilnehemern inklusive der durchweg sehr...

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