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Marketing statt Social Banking

Die CitiGroup bietet MySpace Kreditkarte

Das ist ja zunächst einmal löblich. Die amerikanische Citi Group nutzt Social Media. Die amerikanischen Finanzdienstleister sind hier ja ohnehin wesentlich weiter als die deutschen Banken, Versicherungen, Finanzberater usw. Die Strategie dabei mit einer etablierten Plattform zusammen zu arbeiten, ist sicherlich ebenfalls richtig. Insofern zunächst einmal eine wertfreie kurze Beschreibung der Kooperation

Die Citi Bank wird in einer Kooperation mit MySpace eine Kreditkarte herausgeben, mit der Kunden für bestimmte soziale und finanziell verantwortliche Handlungsweisen Punkte sammeln können. Dabei gibt es sogenannte „Thank you points“ für Verhaltensweisen, mit denen zum Beispiel Ressourcen eingespart werden oder ökologisches und soziales Bewusstsein gezeigt wird.

Diese Punkte können dann auf myspace eingelöst werden, z.B. in Form von Musik Downloads, Konzertkarten, Teilnahmen an Film Premieren etc.

Die Citi Bank hat bereits seit längerer Zeit ein Angebot, welches Kunden belohnt, die sich finanzielle verantwortlich Verhalten, die also z.B. Rechnungen pünktlich begleichen und ihre Kreditlinie nicht ausschöpfen. Dieses Verhalten wird mit einer Reduktion des zu zahlenden Zinssatzes belohnt.

Und nun ein kurzes Werturteil.

Sicherlich aus Bankensicht keine schlechte Produktidee, die allerdings beim näheren Hinsehen, doch eher vom Eigeninteresse der Bank getrieben ist und mit sozialer Verantwortlichkeit eigentlich relativ wenig zu tun hat.

Passend hierzu ein Zitat von George Awad, CEO, Citi Cards, says: „Citi is committed to providing

today’s consumers with the products, guidance and financial resources

they need to use credit wisely.“

Da könnte man glatt den Eindruck gewinnen, die Banken seien an der Finanzkrise so gänzlich unschuldig. Der nicht verantwortliche Umgang mit Kreditlinien hängt ja auch von den Möglichkeiten ab, welche die Banken den Kunden einräumen und solange die CitiGroup vom nicht weisen Umgang der Kunden mit ihrer Kreditlinie profitieren konnte, waren solche Produkte oder Empfehlungen auch gar kein Thema. Nun wird einfach mal der Bock zum Gärtner gemacht.

Eigentlich ein sehr schönes Beispiel für die Nutzung von Social Media ohne aber Social Banking zu betreiben. Ein Vorgehen, dessen Ziel der Kunde aber sehr schnell durchschauen wird und dass dann wohl auch kontraproduktiv wirken wird.

electrOUncle

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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