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Leitlinien für Social Banking gesucht

Kurze Antwort auf die Antwort. In meinem Beitrag zur Social Banking Diskussion auf der pre:publica  habe ich erstmals versucht mich mit den qualitativen Grundlagen der aktuellen und zukünftigen Veränderungen in der Finanzbranche zu beschäftigen. Mich hat die grundsätzliche Frage bewegt, auf welcher Basis neue Ansätze überhaupt entstehen und existieren können. Dieser Frage – davon gehe ich  aus- werden sich alle neuen und alten Anbieter sehr intensiv stellen müssen, wenn sie sich für die Zukunft entsprechend wappnen wollen. Eine Veränderung der Finanzbranche beruht auf basalen Anpassungen, die nicht ausschließlich durch die Akteure des Systems alline erreicht werden können. Die Finanzkrise ist auch nur ein Aspekt eines ungezügelten Wirtschaftssystem, dass in vielerlei Hinsicht zerstörerisch wirkt und verstärkt negative Effekte produziert. Siehe hierzu vor allem die Ausführungen von Umar Haque in einem sehr interessanten Video Vortrag.

Solche basalen Anpassungen sind dann z.B. regulatorische Eingriffe der Regierungen aber vor allem auch die Hinterfragung und Neudefinition von Werten und Zielen. Social Banking basiert in diesem Verständnis auf qualitativen Grundlagen, die neu geschaffen oder auch wieder erweckt werden müssen.

In meinem Artikel habe ich – zugegeben ein wenig polarisierend – herausgearbeitet, dass aus meiner Sicht eine Formulierung „Bock auf Geld“ nicht als Leitlinie für die Veränderung des Bankings herangezogen werden kann.

Herr Krönert hat in seinem Kommentar richtigerweise klargestellt, wie diese Formulierung zu verstehen ist. Ich hatte auch überhaupt nicht den Eindruck, dass wir in der Diskussion inhaltlich und in unserer Sichtweise dessen, was Social Banking, oder wie man es auch immer nennen möchte, ausmacht, so weit auseinander liegen.

Das Menschen wieder Spaß daran haben müssen mit Geld umzugehen und über Geld zu sprechen, dass sie wieder mehr über Geld wissen müssen und sie die Entscheidungskompetenz über den richtigen Umgang mit ihrem Geld zurück gewinnen sollten, ist hier unbestritten. Insofern wäre es natürlich ein durchaus positives Symptom, wenn Menschen wieder Bock auf Geld hätten

Wenn Bock auf Geld bedeutet,  den Menschen Kontrolle zurück zugeben, sie kompetenter und unabhängiger zu machen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen, dann ist dies ein durchaus legitimer Ausdruck

Als Leitlinie eignet sich die Aussage aber dadurch noch nicht, da ein solcher Satz einfach immer noch zu interpretationsfähig und eben wenig qualitativ ist. Qualitive Veränderungen erfordern auch eine Auseinandersetzung damit, was Geld eigentlich ist, wozu es gut und wozu es weniger gut ist, was sinnvolle und weniger sinnvolle Verwendungen sind. Und und und …

Was dagegen ein qualitativer Ansatz sein kann, zeigt mal wiede die GLS Bank. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der „Global Alliance for Banking on Values“, die Anfang März in den Niederlanden ins Leben gerufen wurde und z.B. die folgenden Ziele verfolgt:

Fazle Hasan Abed, Gründer und Vorsitzenden von BRAC während der Sitzung: „Wo auch immer wir in der Welt leben, ökonomisch sind wir zunehmend voneinander abhängig. Wenn wir die globalen Probleme, mit denen wir alle konfrontiert sind, angehen wollen, ist ein internationales Vorgehen notwendig. Wir glauben, dass diese Banken das Potential haben, die Architektur der Finanzwelt zu reformieren und dauerhafte Lösungen für bisher nicht oder unterversorgte Gemeinschaften und Sektoren anzustoßen.“

Die Diskussion über Leitlinien für Social Banking ist damit eröffnet

electrOUncle

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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