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Lasst die Finger von Apps!

Social Media ist nicht Alles

Vor einigen Tagen hatte ich einige Banken dazu aufgefordert die Finger von Social Media zu lassen. Warum? Weil viele Banken im letzten Bankentest der „Stiftung Warentest“ relativ schlecht abgeschlossen hatten. Wer – so meine Aussage – den Kern seines täglichen Geschäftes nicht beherrscht und die Erwartungen – vielleicht sogar Hoffnungen – der Kunden (Verbraucher) nicht erfüllen kann, sollte sich nicht auf Gebiete wagen, die eine gewisse Rutschgefahr mit sich bringen.

Nun lese ich heute von einem – wie ich anerkennen muss – recht gelungenem iphone App eines großen deutschen Direktversicherers. Bei Forium wird über die nützliche App berichtet, die der Autofahrer direkt nach einem Autounfall einsetzen kann, um zu verhindern nach dem Ernstfall hilflos und unüberlegt zu agieren. Nun ist es ja schon grundsätzlich schade, dass eine solche App hoffentlich nur sehr selten genutzt werden muss und andererseits eine Versicherung eben manchmal auf den Unglücksfall angewiesen ist, um was wirklich Nützliches anzubieten: In jedem Fall wird die Freude des Versicherten an der App wohl immer vom Schock des Unfalls überwogen werden.

Hinzu kommt, dass dieselbe Versicherung einem im Schadensfall auch ein Formular zur Beschreibung des Unfallhergangs zusendet, in welchem kein einziges Feld vorausgefüllt ist. Der Versicherte muss also alle Angaben, welche die Versicherung ohnehin über ihn hat händisch eintragen. Über die Komplexität und die Form des Formulars müssen wir hier gar nicht erst sprechen.

Mein Fazit in diesem Fall

Das Kundenerlebnis beschränkt sich nicht auf einen Kontaktpunkt. Also erst mal die Hausaufgaben machen und dann an den Marketing Effekt einer App denken.

Oder was denkt Ihr?

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Tweets that mention Lasst die Finger von Apps! | Finance 2.0 -- Topsy.com

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  • paulinepauline

    Wenn wir immer nur alles Vorhandene optimieren, kommen wir nie zu den neuen, spannenden, innovativen oder auch einfach nur praktischen Anwendungen. Optimierungsbedarf an dem Formular scheint es ja tatsächlich zu geben, aber warum soll eine große Firma wie DirectLine nicht in der Lage sein, gleichzeitig an mehreren Baustellen zu arbeiten? Also ich finde jedenfalls, dass man sich aufgrund von Altlasten nicht blockieren lassen darf. (Aber natürlich sollten die sich auch mal um das Formular kümmern;)

    Und der andere Grund, eine App nicht zu entwickeln, weil die Freude an der App vom Schock des Unfalls überdeckt wird, kann ich auch nicht teilen. Genau das ist doch nun wirklich Marketing-Denken … wieso sollte man etwas Nützliches zurückhalten, nur weil die Nutzung zu einem traurigen Zeitpunkt stattfindet? Dann dürfte ein Sarghersteller überhaupt nie einen Sarg bauen.

    • electrouncle

      Hallo,

      klar war ja auch nicht als ausschliessliche Empfehlung gedacht. Schlimm ist aber meiner Meinung nach, dass man immer nur in Kanälen denkt und dann auch gerne mal Hypes nachläuft. Erfolgreich werden zukünftig nur Unternehmen sein, die den ganzen Kunden bzw. noch weiter gedacht den ganzen Menschen sehen und dabei auch sein vielfältiges und wohl auch immer unberechenbareres (Medien)Verhalten betrachten. Ein von mir beschriebenes Formular beeinflusst in jedem Fall meine Kundenerfahrung und das macht auch die App nicht wieder gut. Daraus kann der Kunde dann auch Konsequenzen ziehen. Nämlich z.B. sich einen neuen Versicherer zu suchen. Das ist ja im KFZ Bereich extrem easy

  • paulinepauline

    Aber ist dann der Titel „Lasst die Finger von den Apps“ nicht so extrem? 😉 Ich glaube, ich habe nur wegen diesem Titel hier kommentiert. 😉

  • paulinepauline

    Aber ist dann der Titel „Lasst die Finger von den Apps“ nicht zu extrem? Ich glaube, ich habe nur wegen diesem Titel hier kommentiert.

  • Martin Seibert

    Der Grund dürfte ganz einfach sein: Unfälle werden für Versicherer immer teurer je später sie gemeldet werden. Ist in der Branche lange bekannt. Die App soll vermutlich verhindern, dass lange Infos eingesammelt werden, wann die Versicherung zahlt. Die Realität ist in der Regel billiger als ein gut recherchierter Bericht.

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