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Klagen

Aktuelles Klagen vorweg

Die Tage an denen mir ein kalter Schauer den Rückern herunter läuft häufen sich. Inzwischen geschieht dies sogar schon mehrmals täglich. Das passiert meistens dann, wenn sich die Anti Internet Lobby wieder mal zu dummen Zeitungsartikeln oder noch dümmeren Aussagen in Interviews hinreissen lässt. Absolut erschreckend ist dabei die geballte Inkompetenz Deutscher Politiker.

Einen aktuellen Beweis gefällig?  Hier wird zum Beispiel in einem Artikel von der Forderungnach einem rückverfolgbarer Internetausweis berichtet.

Ein weiterer Beweis? Der unsäglich populistische Aufmacher des gestrigen Spiegels. Auch wenn im Artikel einige durchaus vernünftige Dinge zu lesen waren, bleibt doch die Frage, warum man sich dort einer solchen Wortwahl bedienen musste. Oder war das Ganze ein strategischer Schachzug? In der Print Ausgabe schreibt man gegen das Internet, während man Online für das Internet argumentiert.

Hier der durchaus lesenswerte Spiegel Online Artikel.

Der ursprünglich geplante Klagen Artikel: Klagen ein neuer Trend?

Klagen scheint in jeglicher Hinsicht ein aktueller Trend in Deutschland zu sein. Einerseits klagen wir ja ohnehin recht gerne. Zum Beispiel über das Wetter, das schlechte Essen, die schlechte Konjunktur und überhaupt sieht die Zukunft auch gar nicht rosig aus.

Immer mehr Unternehmen und auch Institutionen klagen auch über das „böse“ Internet oder die böse Konkurrenz aus dem Internet oder die ganz schlimmen Gefahren, die ja ursächlich alle dem Internet und nicht den handelnden Menschen zuzuschreiben sind.

Besonders schlimm kommt es und besonders heftig wird es, wenn herkömmliche Geschäftsmodelle durch das Internet bedroht werden. Da wird dann nicht mehr demütig hinterfragt, ob das eigene Unternehmen eventuell Fehler begangen haben könnte, z.B. indem das Geschäftsmodell nicht rechtzeitig  auf die neuen Herausforderungen und Chancen des Internets angepasst wurden. Sondern es werden alle Mittel und Wege genutzt, um gegen das Internet zu klagen und immer häufiger auch mit  juristischen Beistand.

Aus klagen wird dann also die Klage vor einem Gericht. Aktuell hört man vor allem die Klagen der Verleger. Diese richten sich natürlich gegen das Internet und vor allem gegen google. Dabei nutzt man jede öffentliche Plattform aus, um Meinung zu machen, denn Zeitungen und natürlich auch das Fernsehen seien ein beinahe schon natürliches (weil so von Gott gegeben?) Kulturgut, dass es unbedingt zu bewahren gelte. Notfalls mit Verboten, Geboten und Zwangsabgaben. Die GEZ Gebühr gehört ja eingentlich auch in diese Kategorie. Und demnächst dürfen wir dann eine Kulturflatrate bezahlen, damit Marc Medlock und Co ihr garantiertes Grundeinkommen erhalten.

Und dann ist klagen ja noch lange nicht gleich klagen, denn Geld und Macht oder die Nähe zur Macht erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit von klagen aber auch der Klage. Auch der Zugriff auf „Massenmedien“ kann da hilfreich sein.

Meine Empfehlung für Unternehmen, denen es noch nicht so geht wie der Musik, Zeitungs- und TV Branche. Einfach rechtzeitig mit der Zukunft beschäftigen.

Hier einige lesenswerte Artikel, die sich inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzen, das ich hier nur in Polemik ausdrücken kann.

Alles aus dem Netzwertig Blog. Denen müsste man auch  mal einen Preis verleihen

DJV-Vorsitzender-Michael-Konken-sieht-Werbung-auf-Google-News-wo-keine-ist

Kulturflatrate Pro und Contra

Medienwandel: Das Medium ist auch die kommerzielle Botschaft

In Sachen Internetzensur werden die Zweifel an der Berechtigung dieser Maßnahmen ebenso bestehen bleiben, wie an deren Wirksamkeit.

http://blogs.sueddeutsche.de/schaltzentrale/2009/08/05/es-gibt-keinen-markt-fur-kinderpornographie/

In den USA ist die Streit Zeitschriften vs. Internet ja auch im vollen Gange. Interessant was zum Beispiel Umair Haque darüber denkt.

http://blogs.harvardbusiness.org/haque/2009/07/the_nichepaper_manifesto.html

PS: Natürlich ist mir aufgefallen, dass dieser Text auch in die Kategorie „klagen“ fällt

Eine Erklärung für das Verhalten der Politiker, so meinte ein guter Freund heute bei Facebook, könnte man eventuell in Tofflers „Futureshock“ Theorie  finden. Mehr dazu z.B. bei wikipedia.

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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