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Innovations Serie Teil 2: Gewinner und Verlierer

Die Auswirkungen der Corona Krise betreffen uns alle. In gewisser Hinsicht werden wir alle gleichzeitig gewinnen und verlieren und manches, das uns heute als Verlust erscheint, wird sich später als Gewinn herausstellen.

Besonders betroffene Branchen

  • Die Reisebranche
  • Gaststätten, Restaurants, Fitness Studios,
  • Event Veranstalter
  • Bildungsbetriebe (vor allem analog arbeitende Einrichtungen)
  • Schulen
  • Gesundheitsbranche
  • Banken + Versicherungen
  • Unternehmen, die bisher Offline agierten, vor allem wenn sie nicht auf spezifische Kundensegmente und Kundenbedürfnisse ausgerichtet sind
  • Der regionale Einzelhandel, insofern er nicht spezialisiert ist bzw. deutliche Vorteile zum Internetgeschäft bietet
  • Verwaltungen, Kommunen und öffentliche Einrichtungen

Gewinner

Covid 19 wird die Digitale Transformation noch einmal forcieren. Unternehmen der Software und Technologie Branche werden natürlich zu den Gewinnern der nächsten Monate und Jahre gehören.

Kurz und mittelfristig wird es darum gehen, schnell auf die veränderten Kundenbedürfnisse und das veränderte Kundenverhalten zu reagieren. Vertrauen, Sicherheit und Kontrolle werden die wichtigsten Kundenbedürfnisse der Post Covid Zeit sein. Sie werden alle Lösungen für Kundenjobs beeinflussen.

Personalisierung + Regionale Plattformen

Wer nun in der Lage ist Produkte und Service punktgenau und granular auf die Bedürfnisse der Kunden zuzuschneiden wird ebenso unternehmerische Chancen nutzen können, wie Anbieter, welche wertschöpfende Interaktion zwischen Menschen möglich machen, fördern und unterstützen. Wir werden insofern einen weiteren Schub für Plattformen erwarten können, möglicherweise sogar für dezentrale Plattformen mit stark regionalem Bezug.

Der gestiegene Bedarf nach Sicherheit und Vertrauen könnte einen gewissen Schub für die Blockchain Bewegung bedeuten, aber auch – dort wo es möglich ist – einen Trend zur intensiveren Nutzung regionaler Angebote. Diese Entwicklung dürfen wir vor allem in der Nahrungsmittel Branche und zwangsläufig auch im Tourismus erleben. Zukünftig wird kein Unternehmen mehr auf digitale Technologien verzichten können. Gerade die Verbindung von Online und Offline bietet die beste Möglichkeit das Bedürfnis der Menschen nach Minimierung des persönlichen Infektionsrisikos zu befriedigen.

Stunde der disruptiven Innovation

Es entstehen eine Reihe von unternehmerische Chancen. Grundsätzlich schlägt in jeder Krise die Stunde der disruptiven Innovation, da viele Kunden nach günstigeren, spezifischeren und weniger perfekten Lösungen suchen. Das beste und aktuellste Beispiel hierfür ist wohl Zoom. Nutzerzahlen und Aktienwert schiessen in die Höhe, einige Sicherheitsaspekte wurden und werden von den Nutzern mangels Alternativen ausgeblendet, vom Anbieter aber auch erstaunlich schnell behoben.

Fast 90 Unternehmen, die inzwischen Unicorn Status haben, wurden zwischen 2007 und 2009 ins Leben gerufen. 13 davon wurden gekauft. 23 haben ein IPO gemacht. Der aggregierte Wert dieser Unternehmen lag Anfang 2020 bei 7 Billionen Dollar.

Schon jetzt erleben wir den Boom von Lieferdiensten, Handwerker- und Gartenmärkten (warum auch immer?), Transport- und Logistikdienstleistern, Handwerkern, regionalen Lebensmittelanbietern, Softwareunternehmen, digitalen Bildungs- und Unterhaltungsanbietern, Gaming Branche, Infrastruktur und insbesondere Telekommunikationsunternehmen. Nicht alle aus dieser -nicht vollständigen Aufzählung – werden jedoch langfristig profitieren.

Vieles spricht also dafür gerade jetzt die Innovationsaktivitäten zu erhöhen aber auch zu fokussieren und strategischer auszurichten. Die Zeiten des diffusen Innovationstheaters sind sicherlich auch vorbei.

Kurz- und Langfristige Verlierer

Manche Entwicklungen werden natürlich auch davon abhängen wie schnell ein Heilmittel und ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Es ist nicht davon auszugehen, dass wir dauerhaft von fundamental anderen Verhaltensweisen der Verbraucher ausgehen müssen. Sobald Einschränkungen zurückgenommen werden, werden einige Kundensegmente wieder zur Normalität zurückkehren wollen. Alter und Gesundheitsstatus werden dabei eine Einflussfaktor sein. Wir erleben eine Ausdifferenzierung von Kundensegmenten. Gerade deshalb sollte die Kundensegmentierung ein größeres Gewicht bei den Innovationsaktivitäten gewinnen. Mehr dazu in einem späteren Teil der Serie.

Überall wo direkter Kontakt zwischen Kunden und Mitarbeitern sowie Nähe erforderlich sind und zur Dienstleistung gehören, werden wir starke Einbrüche und viele Unternehmenspleiten erleben. Auch staatliche Unterstützungsleistungen und die Kreativität der Anbieter, wird diese schmerzhafte Entwicklung nicht verhindern können. Viele Servicejobs werden wegfallen und später auch nicht wieder neu besetzt werden, stattdessen werden wir den verstärkten Einsatz von Technologien erleben.

Das dabei auch bisher erfolgreiche Startups und Plattformen nicht vor Schaden geschützt sind, zeigen die Fälle AirBNB oder Uber. Wir werden sich scheinbar widersprechende Trends erleben. Gerade inmitten einer Krankheitswelle, sind private Arztpraxen gefährdet, weil Patienten sich nicht mehr in das Wartezimmer trauen. Auf der anderen Seite steht auch die Automobilbranche am Scheideweg. Software is killing the world und durch Covid 19 wird die Sterblichkeit von Unternehmen, die darauf nicht vorbereitet sind, weiter erhöht. Es gibt aber auch neue Chancen in den Regionen. Damit beschäftigen wir uns im nächsten Teil der Serie.


Nützliche Links

Gehören Unternehmen wir AIRBNB zu den großen Verlierern?

Ein Blick in die Post Covid Zeit von Zukunftsforscher Gerhard Leonhard

Smarter Service: Karte der Einschläge in verschiedene Branche

Der Trend zur Distanz als Chance für die Roboterindustrie

Durchbruch für die Cloud Industrie


Den ersten Teil noch einmal lesen

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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