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I don´t like mondays and …..

Was schreibt man am Montag in seinen Blog? Heute ist nicht nur Montag. Heute ist auch der 08. März, aber der Frühling kommt einfach nicht aus dem Quark. Die Sonne ist da, doch sie wärmt nicht. Kommt der Klimawandel am Ende mit Kälte statt Hitze?

Sollten meine Leser bereits Erwartungen aufgebaut haben, dann sollte ich nun die Begriffe „Social Media“ und „Social Banking verwenden. Allerdings bekomme ich heute nicht so richtig die Kurve. Mich treibt auch der Wunsch um, weniger technisch und weniger wertend an meine meist strapazierten Blog Themen heran zu gehen.

Ich bin ein Social Media Fan. Dafür gibt es aber nur einen einzigen Grund: Ich sehe die Chance, dass das Internet genutzt als Medium des menschlichen Handelns, grundlegende Selbstverständlichkeiten verändern kann. Es birgt die Chance neue Antworten auf alte Fragen zu finden. Und diese Antworten sind aktuell noch weniger beeinflusst von den Machtstrukturen der alten Welt.  Mit jedem Tag, der ins Land zieht und an dem wir nur diskutieren und uns von den „Anderen“ abgrenzen, dringen diese  Strukturen aber auch in die Internetwelt vor. Insofern wird das Verprechen auf eine neue und bessere Welt mit jedem Tag weniger realistisch.

Das sieht beim „Social Banking“ kaum anders aus. Ich mag den Begriff eigentlich von Tag zu Tag weniger. Wenn Banken Social Media nutzen, dann bedienen sie sich in erster Linie auch nur des Internets als Handlungsinstrument. Sie entdecken mit jedem Tag mehr, dass Menschen  nicht nur auf der Straße, in ihren Wohnungen oder manchmal auch noch in Bankfilialen miteinander handeln, sondern auch mit Hilfe des und im Internet. Wobei das  kein Raum ist und durch die zunehmende Mobilisierung  noch nicht mal einen Raum benötigt.

Die Banken reagieren auf das veränderte Verhalten der Menschen. Das könnte man ja fast schon als Erfolg bezeichnen, denn meistens muss man als Mensch auf die Veränderungen und häufig auch Zumutungen der Organisationen und Institutionen reagieren und sich neu einstellen und ausrichten.

Nun zwingt Social Media den Unternehmen auch einige nahezu menschliche Eigenschaften auf bzw. Eigenschaften, die wir vor allen in unserer Sozialisationsphase als menschliche Eigenschaften vermittelt und teilweise auch erlebt haben.  Transparenz, Ehrlichkeit, Authentizität und Emphatie sollen zum Beispiel hilfreich sein, um zukünftig als Unternehmen noch bestehen zu können. Auch sollte das Angebot wirklich nützlich sein und einen wirklichen Wert darstellen.  Nur wer legt am Ende fest, was ein solcher Wert ist. Eine demokratische Übereinkunft wird es nicht geben. Allenfalls können wir darauf hoffen aus unseren Fehlern zu lernen  bzw. durch den Druck der Realität (Klima, etc.) zu Veränderungen zu kommen. Nur wer denkt heute über den Tag, Monat, das Jahr oder gar das eigene Leben hinaus. In der Regel nicht mal Menschen mit Kindern.

Social Banking sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Social Banking – so verstehe ich das – interpretiert das Wort „Social“ eher im Sinne von gut oder besser. Social Banking soll also menschlich, nachhaltig und unschädlich sein.

Bei Social Media ist das übrigens vollkommen anders. Social Media kann auch für schlechte oder verwerfliche Ziele eingesetzt werden oder für solche, die man persönlich nicht akzeptieren kann.  Man nehme nur die Datenschutz Regeln von Facebook oder Spam Links bei twitter etc. Im Iran wird Social Media genutzt, um Widerstandskämpfer zu entlarven und es nutzen durchaus auch Unternehmen Social Media, die ihre Produkte in Kinderarbeit produzieren lassen.

Was mich besonders stört ist, dass der Begriff „Social Banking“ auf ein Gegenteil von „Unsocial Banking „hindeutet. Ein Gegenteil, das es eigentlich gar nicht geben dürfte. Genauso stört es mich, wenn „Social Banking“ für ärmere Bevölkerungsgruppen schlechter zu bekommen ist . Also gerade für jene Menschen, die es besonders nötig hätten. Nicht zu vergessen der erhobene Zeigefinger, der immer irgendwie mitschwingt: Menschen, die  bei  Finanzprodukten auf Kosten oder Konditionen achten müssen, verhalten sich auch sozial und vor allem vermutlich  bezogen auf ihren  sozialen Kontext vernünftig.

Je länger ich über Social Banking nachdenke, desto weniger greifbar wird der Begriff für mich. Nachhaltige Produkte oder die Möglichkeit darüber zu entscheiden, wo ich mein Geld investiere, nennt man Social Banking. Die Arbeit der Sparkassen und Volksbanken Raiffeisenbanken vor Ort, die ja für die Regionen sicherlich keine unerhebliche Bedeutung hat, fällt jedoch nicht in die Kategorie. Zumindest nicht in der öffentlichen Debatte. Und wie unsozial ist es, wenn die Mitglieder einer Bank sich für ein Produkt entscheiden würden, welches Ihnen einen Nutzen bringt, aber eben nicht in die Kategorie nachhaltiger Anlagen einzuordnen wäre. Die Welt ist und bleibt nun mal endlich. Ein Stück Kuchen kann nicht zweimal gegessen werden.

Ich warte mit Spannung auf das Social Banking Buch. Vielleicht wird mir danach einiges Klarer. Oder steht am Ende nur die Erkenntnis, dass es schön wäre, wenn alle Menschen gleiche oder ähnliche Ideale hätten, weil man sich dann selber ja am besten fühlen würde.

In diesem Sinne:  Sind ja doch noch einige Gedanken zusammen gekommen. Obwohl mir als Kind der 80er Jahre die Montage nicht so liegen.

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Boris Janek

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