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Günstige Bauzinsen und steigende Immobilienpreise – Zinskonzept im Wandel

Wer aktuell seine Immobilie veräußern möchte, hat gute Karten. Die Immobilienpreise steigen immer weiter und ein Ende dieses Prozesses ist nicht in Sicht. Auf der anderen Seite locken niedrige Zinsen mögliche Käufer und machen eine Baufinanzierung so attraktiv wie selten zuvor, was den Markt weiter belebt und die Preise weiter nach oben treibt. Man könnte meinen, dass sich daraus eine Win-Win-Situation für Interessenten und Verkäufer ergibt – doch das wäre zu einfach gedacht. Denn aufgrund der steigenden Immobilienpreise müssen Käufer einen deutlich höheren Betrag bezahlen und finanzieren. Wie wirkt sich der Zinswandel nun also wirklich aus?

Kann man mit einer Baufinanzierung heute „mehr Haus“ kaufen?

Bereits seit einigen Jahren sinken die Zinsen in Deutschland kontinuierlich. Aktuell ist sogar von Minuszinsen die Rede. Eine Baufinanzierung ist sozusagen salopp gesagt derzeit für einen Spottpreis zu bekommen. Aufgrund der sich daraus ergebenden hohen Nachfragen nach Immobilien erlebt der Immobilienmarkt einen Wandel in Form eines drastischen Preisanstiegs für Häuser und Wohnungen. Und ein Ende des Höhenfluges der Preise ist noch nicht abzusehen. Für den normal denkenden Bürger ergibt sich daraus folgende Situation: Er müsste zwar für ein Haus mehr Geld bezahlen, bekäme aber aufgrund des Zinstiefs das Geld, das er benötigte für einen relativ geringen Preis. Sollte man meinen …

Was ist eine Baufinanzierung heute wert?

Leider hat diese Rechnung einen Haken: Da die Entwicklung der Zinsen nicht parallel mit der Steigerung der Objektpreise verlief – vielmehr stiegen und steigen die Preise exorbitant im Verhältnis zum Abwärtstrend der Zinsen – sorgt das am Ende meist für eine Mehrbelastung der Kreditnehmer und Käufer. Vor allem sorgt es auch für Herausforderungen in der Finanzierung der Immobilien, da die Banken für Darlehen den reellen Wert des Hauses berücksichtigen und zu hohe Kaufpreise auch nur mit mehr Eigenkapital oder höherer Tilgung beziehungsweise höherer Rate beglichen werden können.

Ein Abschluss dieser Entwicklung ist wie gesagt noch nicht abzusehen: Die derzeitigen Niedrigzinsen sorgen für eine erhöhte Nachfrage und somit können die Preise für Häuser und Wohnungen weiter steigen. Doch was passiert, wenn die Zinsen wieder anziehen und die Europäische Zentralbank (EZB) diesem „Billigtrend“ somit ein Ende setzt? Dann werden sicherlich deutlich mehr Verkäufer auf ihren Immobilien sitzen bleiben, da die Käufer es sich dann aufgrund der steigenden Kosten für die Baufinanzierung noch weniger leisten können, auf die übertriebenen Forderungen für Immobilien einzugehen.

Wie kommt es überhaupt zum Niedrigzins?

Laut Europäischer Zentralbank übt unter anderem der demografische Wandel einen kontinuierlich wirkenden Druck auf die Zinsentwicklung aus. Die EZB beschreibt, dass sich das zunehmende Alter der Bevölkerung problematisch auf den Kapitalmärkten auswirke. Der Grund dafür sei, dass ein immer kleinerer Teil der Einwohner im Beruf stehe und die älteren Arbeiter weniger produktiv sind. Das daraus folgende geringere Wirtschaftswachstum gepaart mit einer aufgrund der höheren Lebenserwartung ansteigenden Sparquote sei Mitverursacher der drastischen Zinssenkung. Hinzu kommen die verschiedenen Wirtschaftslagen in den Ländern der Europäischen Union, die unter anderem mit unterschiedlichen Inflationen, Bruttoinlandprodukten, Arbeitslosenquoten und vielem mehr zu kämpfen haben. Eine Zinserhöhung wäre längst überfällig, doch aufgrund der konträren Entwicklungen in anderen Ländern kann diese nicht wie nötig umgesetzt werden. 

Wie geht es weiter in Sachen Zinskonzept?

So ganz genau kann niemand absehen, wie sich die Lage entwickeln wird. Doch ziemlich sicher ist, dass die Zinsen auch wieder steigen werden. Deutlich weniger Kunden werden dann bereit sein, diese horrenden Immobilienpreise zu zahlen – geschweige denn eine Baufinanzierung dafür anzustreben. Zwar warnen einige Experten vor einer neuen Wirtschaftskrise, wie sie im Jahr 2008 über den Markt hereinbrach. Doch auch eine solche Entwicklung steht in den Sternen.

Mindesttilgung als Netz mit doppeltem Boden?

Die meisten Banken und Finanzgeber fordern bei Krediten mittlerweile eine Tilgung von mindestens zwei Prozent pro Jahr. Wer wenig Eigenkapital vorweisen kann, zahlt sogar oftmals drei Prozent. Damit wird bei einer Steigerung der Zinsen zumindest kein Preissturz auf dem Immobilienmarkt eintreten. Über kurz oder lang werden die Immobilienpreise sicherlich wieder fallen. Den Zeitraum können jedoch selbst Experten nicht vorhersehen. Doch die Käufer hätten bis dahin bei der zwei- bis dreiprozentigen Mindesttilgung bereits einen Großteil ihrer Schulden abbezahlt.

Die Quintessenz aus den sich wandelnden Zinsen

In jedem Fall ist das derzeitige Zinstief ideal, um eine langfristige Baufinanzierung abzuschließen. Wer eine geeignete Immobilie finden sollte, tut gut daran, sich umfassend beraten zu lassen. Ganz gleich, ob Onlinebank, Hausbank oder Kreditvermittler – in jedem Fall sichert ein Vergleich der Konditionen dem Kreditnehmer eine gute Ausgangslage für einen günstigen Kredit und somit für den Kauf seiner Traumimmobilie.

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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