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Gold für Mitglieder statt Vermögen

Goldene, Platine oder sonstwie veredelte EC-, Kredit-, oder Kundenkarten sind in der Regel nur vermögenden Kunden einer Bank oder eines Unternehmens vorbehalten. Wer viel hat, dem wird auch viel gegeben. Ein ubiquitär vorhandenes Prinzip, dass in der Regel von allen Finanzdienstleistern ähnlich angewendet wird. Es gibt zwar immer wieder neue Ideen – wie z.B. bunte oder mit einem persönlichem Motiv individualisierbare Karten – aber ansonsten bleibt Alles beim Alten.

Die württembergischen Volksbanken und Raiffeisenbanken wollen hier neue Wege beschreiten. Zunächst einmal bieten sie ihren Kunden als erstes deutsches Bankhaus eine goldene EC-Karte an. Diese Karte erhalten aber nicht die vermögenden Kunden, sondern die Mitglieder der teilnehmenden Volksbanken Raiffeisenbanken. Insofern ist diese Karte also fast wie ein „Mitgliedschaftsausweis“ zu betrachten. Die Kunden können also zeigen, dass sie zu den tragenden Kunden der Bankengruppe gehören, also eines der aktuell mehr als 16 Millionen Mitglieder sind.

Zusätzlich kann die Bank zusammen mit den lokalen Händlern vor Ort Vereinbarungen treffen, auf deren Basis der Bankkunde bei Nutzung der Karte einen entsprechenden Mehrwert erhält. Die Bank kann damit ihre Verantwortung für die regionale Wirtschaft wahrnehmen, indem sie durch das Mehrwertprogramm Kunden zu lokalen Einkäufen bewegt. Diese Mehrwerte können auch Warenform besitzen. Es werden also nicht nur Preisvorteile oder andere übliche Angebote unterbreitet.

Im Zuge der neuen technologischen Möglickeiten und der Unzulänglichkeit weltweiter Produktion werden lokale Märkte wieder an Bedeutung gewinnen. Die Volksbanken Raiffeisenbanken traditionell der Region und den dort lebenden Menschen verbunden, besitzen hier hervorragende Möglichkeiten für die Unterbreitung entsprechender Angebote. Auf der Basis vernünftiger Konzepte lassen sich hier verlorene Marktanteile zurück gewinnen. Hierzu bedarf es einer Unternehmensvision und der Konzentration auf wesentliche USPs. Die Nutzung des Internets und des mobilen Kanals ist hier eine Grundvoraussetzung für wirtschaftliche und Kosten effiziente Angebote.

Gerade in Deutschland gibt es einen Markt für faire, lokal oder ökologisch produzierte Produkte. Unternehmen die sich sozial verantwortlich verhalten, haben gute Marktchancen. Diese Chancen gilt es vor allem aktuell (Banken- und Vertrauenskrise) zu nutzen.

In ihrem monatlichen Trendbriefing beschrieb die amerikanische Interneseite www.trendbriefing.com im Juli 2007 den „Still Made here „Trend. Dieser Trend ist spätestens jetzt in der Realität angekommen. Ein Blick in dieses Dokument ist deshalb sehr zu empfehlen. Hier ein kurzer Auszug:

“(STILL) MADE HERE encompasses new and enduring manufacturers and

purveyors of the local. In a world that is seemingly ruled by globalization, mass

production and ‘cheapest of the cheapest’, a growing number of consumers are

seeking out the local, and thereby the authentic, the storied, the eco-friendly

and the obscure.”

In this briefing, we’ll focus on three big drivers behind this trend — social

responsibility, status and support. „

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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