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Finterview: NAGA

Nach einer kurzen – in erster Linie der DSGVO – geschuldeten Pause, schreibe ich wieder in alter Frische. Ich versuche es zumindest. Den Anfang der neuen Zeit – in der unsere Daten endlich für immer geschützt sein mögen – macht ein neues Finterview.  Mein Interview Partner ist Benjamin Bilski von Naga, dieEnde 2017 mit dem bis dahin größten deutschen ICO aufwarteten.

 

Benjamin Bilski (29) ist Mitgründer und Executive Director der börsennotierten The NAGA Group AG. Er war in seiner Jugend bis zum
Beginn des Studiums professioneller Schwimmer, Mitglied der Nationalmannschaft und mehrfacher deutscher Meister. Für seinen
innovativen Ansatz wurde er kürzlich auf die Forbes List „30 under 30 Europe: Technology“ gesetzt.

 


 

Worin bestand Eure Motivation die NAGA Group AG zu gründen?

Wir möchten unseren Kunden ein breites Portfolio an zeitgemäßen digitalen Finanzdienstleistungen aus einer Hand bieten. Dazu kombinieren wir technologische Entwicklungen mit den Möglichkeiten des Web 2.0. Denn viele traditionelle Finanzunternehmen verschließen sich neuen Technologien und verfügen auch 2018  nicht einmal über eine mobile Homepage. Uns geht es darum, neuartige Finanztechnologien zu entwickeln, mit innovativen Geschäftsmodellen zu verknüpfen und diese am Markt zu etablieren.

 

Wie stellt Ihr Euch die Zukunft der Finanzwelt vor und welche Vision verfolgt NAGA dabei?

Die traditionelle Finanzwelt ist bislang ein „closed shop“, der fest in der Hand von Bankern, Brokern, Tradern, Anlageberatern, Ratingagenturen und Finanzjournalisten ist. Unser Anspruch ist es, die Finanzwelt zu demokratisieren und sie für jeden unabhängig von Vermögen und Besitz eines Bankkontos zugänglich zu machen. Stand heute sind 1,7 Billionen Menschen vom aktuellen Finanzsystem ausgeschlossen, weil sie kein Bankkonto besitzen. Auch sie sollen in Zukunft partizipieren können.

 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft?

Die digitale Transformation wird weiter voranschreiten. FinTechs sind die Treiber dieser Entwicklung. Diese Disruption wird die traditionelle Finanzbranche in ihren Grundfesten erschüttern. Unserer Ansicht nach wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Es wird eine massive Konsolidierung auf den Finanzmärkten geben. Diese wird auch FinTechs nicht verschonen. Da wir breitgefächert aufgestellt sind und ein tragfähiges Geschäftsmodell haben, sind wir auf diese Entwicklung bestens vorbereitet.

 

In Deutschland gibt es mittlerweile rund 350 FinTechs. Was macht NAGA so besonders?

Im Gegensatz zu anderen FinTechs bieten wir keine Insellösungen, sondern ein komplettes Universum aus innovativen digitalen Finanzdienstleistungen, in dem alle Anwendungen und Dienste miteinander verknüpft sind. Der NAGA-Mikrokosmos besteht aus Banking, Brokerage, Trading, Asset Management und Gaming und deckt damit die gesamte Wertschöpfungskette in diesem Bereich ab.

Eng miteinander verknüpft sind auch unsere Kunden untereinander und wir mit ihnen. Über die Community haben wir das Ohr immer an unserer Zielgruppe. Durch die engen Kontakte und den direkten Austausch ist die Kundenbindung besonders eng. Viele unserer Kunden sind mittlerweile auch Aktionäre. Und wir sind das weltweit erste FinTech, das einen IPO und einen ICO in den ersten 2 Jahre vollzogen hat.

 

Ihr habt NAGA TRADER selbst einmal als Tinder der Finanzdienstleistungen bezeichnet. Was verbirgt sich dahinter?

Zunächst einmal ist der NAGA TRADER eine Social Trading App, mit der wir das Ziel verfolgen ein System finanzieller Inklusion zu schaffen. Vom Handling her ist es wirklich ein bisschen wie Tinder, denn man wählt mit Wischgesten die Trades aus, die einem am attraktivsten erscheinen. Und es gibt einen Trading Radar, der User in der Nähe anzeigt, die ebenfalls am Trade teilnehmen. Auch darin sind wir Tinder ähnlich. Mit NAGA TRADER wollen wir Menschen, die bislang noch keine Erfahrung mit dem Börsenhandel haben, den Kapitalmarkt einfach und spielerisch zugänglich machen. In unserer App verbinden wir den Börsenhandel mit Social Media. Die Mitglieder können sich untereinander vernetzen, einander folgen und die Anlagestrategien besonders erfolgreicher Trader übernehmen. Wer seine Follower zu Tradern macht, erhält einen Bonus. Ergänzt wird NAGA TRADER durch einen Börsen-Newsfeed und Education-Inhalte.

 

Eure Plattform NAGA Virtual handelt mit virtuellen Gütern. Was kann man sich darunter vorstellen?

NAGA Virtual ist eine technisch ausgereifte, spiele- und anbieterübergreifende Handelsplattform für virtuelle Güter aus Computerspielen, die wir gemeinsam mit der Deutschen Börse betreiben. Je nachdem, um welche Art von Spiel es sich handelt, braucht man spezielle Ingame-Items. Das können Schwerter, Schilder oder auch Fußballschuhe sein. Wenn einen das Spiel langweilt, kann man über die Plattform nicht mehr benötigtes Equipment zum Verkauf anbieten und gleichzeitig neues für ein anderes Spiel erwerben. Da es weltweit rund zwei Milliarden Gamer gibt, die etwa 100 Milliarden Euro im Jahr in ihre Spielleidenschaft investieren, ist das ein riesiger Markt. Wer seine Ingame-Items aus den Online-Spielen verkauft und keine neuen kaufen möchte, kann sein Geld über NAGA TRADER in Aktien oder andere Finanzprodukte anlegen.

 

Mit dem NAGA Coin habt Ihr vor Kurzen eine eigene Kryptowährung auf den Markt gebracht. Was ist das Besondere am NAGA Coin?

Der NAGA Coin, der auf dem mit Abstand modernsten Entwicklungsstandard Ethereum basiert, wird im NAGA Universum bereits als Zahlungsmittel akzeptiert.

Wir sind der Ansicht, dass sich Kryptowährungen in Zukunft auch außerhalb unseres Mikrokosmus durchsetzen werden. In einigen Ländern wie Japan sind Kryptowährungen bereits als offizielles Zahlungsmittel zugelassen. Als der Goldstandard abgeschafft und Papiergeld eingeführt wurde, war die Skepsis ähnlich hoch. Heute befinden wir uns vor einem vergleichbaren Umbruch. Digitales Geld löst immer mehr das Papiergeld ab. Nehmen wir zum Beispiel den Einkauf im Supermarkt. Die meisten Kunden zücken nicht mehr ihr Portemonnaie, sondern bezahlen digital mit ihrer Kreditkarte.

 

Welche weiteren Produkte hat NAGA noch in der Pipeline?

Wir arbeiten aktuell an unserem NAGA Cybo,  einem Robo-Advisor, der die Anlage- und Vermögensverwaltung auf Basis von Algorithmen ermöglicht. Bislang stand eine professionelle Vermögensverwaltung nur reichen Privatinvestoren offen. Mit dem NAGA Advisor können nun auch Menschen mit einem ganz normalen Einkommen ihre Ersparnisse anlegen, ihr Portfolio umschichten und ihre Anlagen verwalten. Anhand einer Abfrage der Anlagepräferenzen legt der NAGA Advisor die passende Anlagestrategie fest und passt sie entsprechend der Entwicklung auf den Finanzmärkten so an, dass der Kunde die maximale Rendite erzielt.

 

Wie wird die strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Startup Ontology NAGA voranbringen?

Ontology hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen dabei zu helfen, die Blockchain- Technologie in ihre Produkte zu integrieren. Das geschieht über die Bereitstellung von Token. Dadurch können Unternehmen Blockchain-Lösungen in ihre Produkte einbinden, ohne die darunterliegende Technologie selbst entwickeln zu müssen. Gemeinsam mit Ontology wollen wir eine neue Generation öffentlicher Blockchain-Infrastruktur aufbauen.

 

Ist NAGA ein Kunstwort oder sind es die Initialen der Gründer?

Weder noch. NAGA bedeutet auf Sanskrit „Kobra“ – hat aber auch noch eine zweite Bedeutung: NAGA heißt auch die schärfste Chilli-Schote der Welt. Und das passt ganz gut zu uns, denn wir geben der von vielen als fade empfundenen Finanzwelt mehr Würze.

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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