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Finterview: Grundag

Die Crowdfunding-Branche wächst rasant und verzeichnet in Deutschland mittlerweile Multi-Millionen-Umsätze. Die meisten Investments fließen dabei in Immobilien. In diesem Umfeld bietet GRUNDAG Anlegern die Chance, sich bereits mit vergleichsweise geringen Beträgen an ausgewählten Immobilienprojekten zu beteiligen und eine ansprechende Verzinsung auf ihre Kapitalanlage zu erzielen. Entwickler wiederum profitieren davon, indem sie bei der Realisierung ihrer Vorhaben nicht mehr (nur allein) auf Bankkredite angewiesen sind. Zudem wird auf eine kostenintensive Vertriebsstruktur verzichtet.

Im heutigen Finterview steht mir Johannes Laub von GRUNDAG Rede und Antwort.

 

Warum habt Ihr GRUNDAG gegründet? (Euer persönlicher Antrieb als Gründer)

Seit Jahren schon beschäftige ich mich beruflich mit Schwarmfinanzierungen. So bin ich Mit-Gründer und -Geschäftsführer von LeihDeinerUmweltGeld, einer Crowdinvesting-Plattform für nachhaltige Umweltprojekte, sowie CrowdDesk, einem Anbieter von White-Label-Lösungen zum Start und Betrieb von Crowdinvesting-Plattformen. GRUNDAG haben wir dann auf Initiative unseres heutigen Kooperationspartners, der auf Immobilien spezialisierten ERGE Miet- & Finanzvermittlung, gegründet.

 

Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen?

Immobilien sind eines der derzeit beliebtesten Anlageobjekte in Deutschland. Mit unserer GRUNDAG Crowdinvesting-Plattform machen wir eine Investition in ausgewählte Immobilienprojektentwicklungen quasi für jedermann zugänglich. Das ist insofern besonders, als dass solche Investitionen in der Vergangenheit ausschließlich vermögenden Privatpersonen und institutionellen Investoren vorbehalten waren.

 

Was ist eure Value Proposition?

GRUNDAG bietet Privatanlegern die Chance, mit einem vergleichsweise geringen Anlagevolumen direkt in ausgewählte Immobilienprojekte zu investieren und von einer interessanten Rendite zu profitieren. Dabei setzt unser Kooperationspartner, der sich auf die Auswahl und die Akquise von Immobilien-Projekten konzentriert, auf eine umfassende Due Diligence. Alle bisherigen Projekte auf GRUNDAG wurden vom Emittenten ohne vorrangige Bankendarlehen finanziert. So bleiben die Privatanleger und der Projektentwickler die einzigen Finanziers, was wiederum das Ausfallrisiko senken kann. Denn nicht selten werden Immobilienprojekte zu einem signifikanten Teil mit vorrangingen Bankdarlehen finanziert. Diese werden in wirtschaftlichen Notlagen zuerst bedient, bevor Privatinvestoren einen Rückfluss erwarten können.

 

Wie finanziert sich GRUNDAG heute?

GRUNDAG ins Leben zu rufen erforderte keinen größeren initialen Aufwand mit Fremdkapital, da wir die Plattform zusammen mit unserem Kooperationspartner ERGE Miet- & Finanzvermittlung als 100-prozentiges Tochterunternehmen von CrowdDesk selbst initiiert haben.

Da wir erst letztes Jahr an den Start gegangen sind, dauert es noch ein bisschen, bis wir wirklich etwas zu Erträgen sagen können. Davon abgesehen läuft es aber sehr gut. So ist bereits ein Projekt vollständig durchfinanziert und zwei weitere Projekte sind auch bald komplett gefunded. Außerdem haben wir weitere Projekte in den Startlöchern.

 

Bitte beschreibt kurz euer Geschäftsmodell?

Wir bringen Immobilien-Projektentwickler mit Anlegern zusammen, die über die Plattform bereits ab 250 Euro direkt in Immobilienprojekte investieren können. Die Projektentwickler kommen so an zusätzliches Kapital, welches entweder ein Bankdarlehen ersetzen oder zu besseren Konditionen des Bankdarlehens verhelfen soll. Somit haben Projektentwickler mehr Flexibilität.

Wir finanzieren uns hierbei dadurch, dass wir für jedes auf GRUNDAG zur Finanzierung angebotene Projekt eine Vermittlungsgebühr von den Projektentwicklern erhalten. Diese Gebühr teilen wir uns mit der ERGE Miet- & Finanzvermittlung, die als fest eingebundener Partner ihre Expertise und das umfangreiche Netzwerk einbringt, um Projekte zu prüfen und selektieren. Zudem nehmen wir für die Marketingunterstützung, sollte diese gewünscht sein, eine zusätzliche Gebühr.

 

Wie setzt sich euer Team zusammen?

Da es sich bei GRUNDAG um ein Kooperationsprojekt von CrowdDesk und der ERGE Miet- & Finanzvermittlung handelt, gehören Mitarbeiter beider Unternehmen zum Team. Neben mir, als Geschäftsführer der Plattform, gehören dazu vor allem der ERGE-Geschäftsführer Andreas Günter, der verantwortlich für die Projektauswahl ist, sowie jeweils ein Projektleiter von jedem Unternehmen. Davon abgesehen bringen beide Unternehmen, je nach Bedarf, jeweils weitere Kapazitäten, etwa aus dem Marketing und der Öffentlichkeitsarbeit, ein.

 

Kurze Antwort: Banken lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

Auf jeden Fall integrieren, denn beim projektbasierten Einsammeln von Bürgergeldern sind wir wie jede andere Crowdinvesting-Plattform auf einen Treuhänder angewiesen – und das ist natürlicherweise eine Bank. Banken sehen wir daher als unsere Partner, nicht als Feinde an.

 

Was könnt ihr besser als Banken?

Über GRUNDAG erhalten die Anleger die Chance, mit einem vergleichsweise geringen Anlagevolumen direkt in ausgewählte Immobilienprojekte zu investieren. Im Gegensatz zu den von Banken angebotenen Immobilienfonds trifft der Anleger die Wahl, welches Objekt mit der Investition gefördert werden soll. Die Anlagedauer ist mit 12 bis 24 Monaten überschaubar. Zudem gibt es beim Crowdinvesting keine Kursschwankungen, wie sie bei Wertpapieren auftreten können.

 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für euch und die Finanzbranche?

Das Kundenverhalten verändert sich zunehmend in Richtung digitaler Angebote. Damit man sich dauerhaft im Wettbewerb behaupten kann, ist eine konsequente Ausweitung des digitalen Angebots daher unausweichlich. Gleichzeitig ist es wichtig, dass der Gesetzgeber in ganz Europa einen einheitlichen Regulierungsrahmen schafft, der es Crowdinvesting-Plattformen ermöglicht, Anlegern neben den etablierten Investitionsoptionen transparente und direkte Anlegemöglichkeit über das Internet zu bieten.

 

Wie erfolgt eure Marktbearbeitung/-eroberung?

Die erfolgt zum einen über unsere Webseite, die unser wichtigster Kommunikationskanal zu unseren Kunden ist. Zudem informieren wir die bei uns angemeldeten Nutzer auf Wunsch durch Mailings, um sie beispielsweise auf neue Projekte hinzuweisen. Aber wir führen auch diverse PR- und Marketing-Aktivitäten durch, um auf uns aufmerksam zu machen – etwa durch Beiträge zu Finanzthemen in Print- und Online-Medien.

 

Welche Pläne habt Ihr konkret für 2018?

Da wir ja erst 2017 gestartet sind, wollen wir uns 2018 zunächst weiter im Markt etablieren und innerhalb des Segments für Immobilien-Crowdinvesting bei Privatanlegern und Projektentwicklern eine höhere Bekanntheit erlangen. Wenn wir das geschafft haben, wollen wir als nächstes natürlich die Frequenz der auf GRUNDAG präsentierten Finanzierungsprojekte erhöhen.

 

Wer sind eure Wettbewerber?

Die GRUNDAG-Plattform steht grundsätzlich im Wettbewerb mit allen anderen Crowdinvesting-Plattformen, vor allem wenn sie rein auf Immobilien spezialisiert sind. Konkurrenten sind ferner aber auch andere Crowdinvesting-Plattformen, sowie Immobilienfonds und andere Anlageklassen mit ansprechenden Renditen und überschaubarem Risiko.

 

Habt Ihr vielleicht einen Tipp für andere Gründer?

Als Gründer sollte man sein Angebot laufend kritisch hinterfragen und sich überlegen, was man besser als der Wettbewerb machen könnte. Schließlich ist es wichtig, einen USP zu haben, durch den man aus der Masse hervorsticht. Entsprechend dieses Credos präsentiert sich GRUNDAG als eine für risikobewusste Anleger sinnvolle Alternative zu anderen Immobilien-Plattformen, da sie bei den bisherigen Projekten auf vorrangige Bankendarlehen verzichtet hat, die in wirtschaftlichen Notlagen zuerst bedient würden. Zudem ist GRUNDAG die einzige Plattform, welche unabhängige Standort- und Lageanalysen für die gelisteten Projekte von einem externen und unabhängigen Spezialisten erstellen lässt und veröffentlicht.

 

Zusatzfrage. Gibt es ein Musikstück, dass euch bei der Arbeit motiviert?

Da gibt es nicht nur eins. Allerdings habe ich im Alltag mitunter wenig Zeit für Musik.

 


Link auf die Internetseite von GRUNDAG


 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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