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Finterview: Coindex

Stehen Crypto Währungen vor dem Durchbruch? Vor nicht einmal 2 Wochen hat die Ankündigung von Facebook mit dem Libra einen weltweit nutzbaren „Stable Coin“ zu entwickeln, für Aufregung in der Finanzbranche und auch bei vielen Regierungen gesorgt. Als hätte man diese Entwicklung nicht kommen sehen. Schon seit mehreren Jahren gibt es ja regen Austausch zwischen Blockchain Startups und Finanzunternehmen. Passiert ist wenig, denn es fehlte meistens der Mut etwas zu machen, das andere noch nicht gemacht haben.

Vielleicht wird es nun besser. Coindex könnte ein Startup sein, mit welchen Banken kooperieren möchten und werden. Wenn nicht jetzt, wann dann? Mehr über Coindex erfahren Sie im Finterview mit Kai H. Kuljurgis. Er ist Gründer und CEO von Coindex

Was macht Coindex?

Coindex ist ein digitaler Vermögensmanager für Kryptoassets, mit dem einfach und automatisiert in ein Portfolio aus Kryptoassets investiert werden kann.

Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen?

Die noch junge und in der Entstehung befindliche Anlageklasse der Kryptoassets bietet hohes Potenzial, ist aber sehr komplex. Es wird hohes Domänenwissen vorausgesetzt. Der Markt ist intransparent und es gibt zahlreiche Sicherheitsbedenken.

Wie lautet Eure Value Propostion?

Einfach, transparent und sicher das volle Potenzial des globalen Krypto Marktes ausschöpfen.

Wie finanziert sich coindex aktuell?

Nachdem wir das Projekt am Anfang aus dem Gründerteam heraus finanziert haben, wurden im Rahmen einer ersten Pre-Seed-Runde einige Business Angels gewonnen. Außerdem haben wir jetzt kürzlich eine weitere, kleine Pre-Seed-Runde geraised. Pre-Seed impliziert, dass wir noch vor dem Launch sind. Wir haben also bisher noch keine Erträge.

Bitte beschreibt Euer Geschäftsmodell

Kunden von coindex zahlen eine Verwaltungs- und Performance-Gebühr. Die daraus resultierenden Erträge teilen wir mit unserem Kooperationspartner, einer deutschen Bank. Die genaue Höhe der Gebühren geben wir bald bekannt.

Wie setzt sich Euer Team zusammen?

Mein Co-Founder Sergio deckt die komplette Produktentwicklung ab und ich kümmere mich um die Business-Seite des Projektes. Unser Team besteht mittlerweile aus 10 Leuten, 5 davon sind Entwickler.

Banken lieber disruptieren oder integrieren?

Ich finde beide Begriffe schwierig. Wir haben gelernt, dass es nur partnerschaftlich Hand in Hand funktioniert. Sowohl Fintech als auch Banken haben Ihre Stärken und die funktionieren gemeinsam am besten.

Was könnt Ihr besser als Banken?

Zum einen haben wir uns natürlich sehr dezidiert mit dem Thema Regulatorik und Aufsichtsrecht rund um das Thema Kryptoassets in Deutschland beschäftigt und verstehen sehr gut was am Markt möglich ist. Wir haben mit vielen Finanzinstituten gesprochen und wissen wie die Interessenlage und die Ziele dieser Industrie aussehen. Zweitens sind wir eine kleine und agile Organisation. Wir können schneller und flexibler agieren. Große Finanzinstitute müssen immer erst einen Kompromiss aus bestehender und neuer Technologie finden. Gerade in einem schnelllebigen Markt wie dem unseren können wir schnell reagieren, das kann entscheidend sein.


Bitcoin und andere Cryptowährungen sind, ist in Deutschland allgemein ja auch recht konservativ bezüglich der Nutzung nicht klassischer Geldanlagen oder Payment Methoden nicht gerade populär und wird von vielen Medien kritisch betrachtet? Wie geht Ihr mit diesem Umstand um? Welche Aktivitäten plant Ihr, um dagegen zu steuern.

Wir machen es uns zur Aufgabe eine Trustbrand aufzubauen. Kryptoassets sind in der Vergangenheit leider durch viele unqualifizierte und nicht fundierte Berichterstattungen in Verruf geraten. Das führt natürlich zu Verunsicherung bezüglich der Seriosität, Transparenz und Sicherheit einer Geldanlage in Kryptoassets. Auf diesen Umstand wollen wir aufmerksam machen und betreiben zielgruppengerechte Aufklärung. Uns ist bewusst, dass der Vertrauensaufbau für ein solches Finanzprojekt ein echtes Mammutprojekt ist, deswegen arbeiten wir mit seriösen Partnern und etablierten Experten zusammen. Ebenfalls versuchen wir in der Kommunikation und Produktgestaltung möglichst transparent zu sein. Wir bieten beispielsweise auf unserem neuen Blog Anfängern neutralen Zugang zu Informationen und Neuigkeiten oder beteiligen uns aktiv an der Ausgestaltung bestehender Regulationen, Rechtsprechungen und Steuergesetze. Wir wollen mitsprechen und informieren.

Ist mit der Blockchain Technologie eine neue Stufe der Fintech Bewegung erreicht?

Ähnlich wie das Internet hat die Blockchain Technologie sicher das Potenzial wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaft und Gesellschaft zu nehmen. Ich würde den Einfluss allerdings nicht auf Finanztechnologien beschränken. Sicherlich lässt sich die Technologie besonders gut in der Finanzwelt einsetzen, da bestehende Anwendungsfälle sich mit der Blockchain neu denken lassen. Ich denke aber auch, dass in naher Zukunft viele weitere Projekte ohne Zusammenhang zur Finanztechnologie entstehen werden. 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Fintechs und für die Finanzbranche

Ich bin der Meinung, dass die Zeiten der Rivalität zwischen Fintechs und den Banken vorbei sind. Es mag Nischen innerhalb der Finanzbranche geben, in denen eine gewisse Rivalität durchaus Sinn ergibt, um etablierte Unternehmen zu ersetzen. Abgesehen von diesen Nischen ist aber definitiv eine partnerschaftliche Annäherung der richtige Weg. Banken haben jahrelange Expertise und Erfahrung in Sachen Regulierung, während Fintechs innovative Geschäftsmodelle und Technologien beherrschen. Zur Schaffung von zeitgemäßen und nutzerfreundlichen Angeboten müssen Fintechs und Banken ihre Stärken durch gemeinsame Kooperationen vereinen. Konkrete Herausforderungen sehe ich dabei in puncto Regulatorik und der damit verbunden internationalen Konkurrenzfähigkeit. Wenn zum Beispiel deutsches Recht die Umsetzung eines Geschäftsmodells mit viel Potenzial nicht ermöglicht, werden Talente und damit wirtschaftlicher Erfolg weiterhin abwandern. Ein weiteres Thema besteht in der Fähigkeit zur Zusammenarbeit von etablierten, großen Organisationen. Zum Beispiel einer Bank und kleinen flexiblen Fintechs: Die Geschwindigkeit beider Seiten muss entsprechend der Erwartungshaltung und den Projektanforderungen angepasst werden.

Wie erfolgt Eure Marktbearbeitung/-eroberung?

Wir planen rund um das Thema Education und Inhalt eine Community aufzubauen: wir füllen unseren Blog immer weiter und stehen in verschiedenen Foren für Fragen zur Verfügung. Natürlich kann uns auch jeder über den Live Chat auf unserer Website bei Fragen ansprechen. Außerdem kümmern wir uns um den Aufbau und die Pflege von Partnerschaften: mit und für etablierte Partner – angefangen vom kleinen Finanzvermittler bis hin zum großen Bankinstitut, das Interesse für Kryptoassets aufzubauen. Natürlich geht es nicht ohne digitales Marketing und Customer Success. Wir werden das Produkt ausgiebig bewerben und zeitgleich eine möglichst selbsterklärende Lösung bieten. Sollte doch mal etwas unklar sein, stehen wir rund um die Uhr zur Verfügung.

Wechle Pläne habt Ihr konkret für 2019?

Wir bereiten aktuell den Marktstart im dritten Quartal 2019 vor. Mit Launch werden die zahlreichen Interessenten auf der Warteliste die Möglichkeit für ein Investment erhalten. Um uns auf die entscheidenden Kanäle fokussieren zu können, testen wir bis Ende 2019 alle potenziell relevanten Kanäle. So können wir den Mehrwert an der richtigen Stelle generieen. Natürlich gehört zu unseren Plänen auch der Ausbau des Teams und das ständige Professionalisieren der Organisation. Bis Ende des Jahres werden wir einen achtstelligen Betrag an Kundengeldern verwalten.

Wer sind Eure Wettbewerber?

In Deutschland ist der Wettbewerb überschaubar. Für erfahrene Anleger mit Domänenwissen bietet die Börse Stuttgart mit der BISON App bereits eine Möglichkeit zum gezielten Erwerb von Kryptoassets. Auch auf dem Marktplatz bitcoin.de, der nach dem Ebay-Prinzip funktioniert, kann ein Käufer mit Vorwissen Assets erwerben. Es gibt natürlich auch große Handelsplattformen wie eToro, bei denen mittlerweile auch Kryptoassets erworben werden können. Ein Produkt wie coindex gibt es in Deutschland noch nicht: Automatisierung, Transparenz und Compliance für den Retailanleger heben uns vom Wettbewerb ab. Die Gründe dafür sind meines Erachtens die regulatorischen Hürden für solche Produkte in Deutschland. Das schreckt viele Gründer ab. Gleichzeit sind diese Hürden unser Wettbewerbsvorteil, in Deutschland ist es extrem schwer unser Produkt zu kopieren.

Vielen Dank für das Interview


Mein Interviewpartner

Mein Interviewpartner Kai H. Kuljurgis

Gründer & CEO

Kai ist in Bielefeld geboren und aufgewachsen. Er konnte sehr viel Erfahrung in der Beratung sammeln und hat bereits zwei Unternehmen gegründet – beide sind noch aktiv und an Nachfolger übergeben. Seit Sommer 2018 arbeitet er Vollzeit an coindex®.


Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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