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Fintech: Disruptives Potential. Aber

Fintech: Es bleibt beim disruptiven Potential

197 Seiten zum Status von Fintech

 

Das World Economic Forum hat zusammen mit Deloitte eine sehr umfangreiche Studie durchgeführt, an der mehr als 150 Experten aus verschiedenen Ländern teilgenommen haben. 197 sehr spannende Seiten, die ich natürlich auch noch nicht alle gelesen habe. Im Fokus der Studie steht die Frage nach dem disruptiven Potential in der Finanzbranche und welche Rolle Fintech hier bisher erfüllen oder nicht erfüllen konnte.

 

Chris Skinner, der selber zu den Experten der Studie gehörte, hat die wesentlichen Punkte in einem Blog Beitrag zusammen gefasst. Ich habe mich dieser Zusammenfassung  hier bedient und ein wenig interpretiert.

 

Fintech braucht vielleicht ein anderes Fundament?

 

Schon einige Male hatte ich in den letzten Monaten kritisch angemerkt, dass viele Menschen der etablierten Unternehmen Fintech schon als bösen Spuk der Vergangenheit ansehen bzw. zumindest sehr stark davon ausgehen, dass alles sich schon wieder einrenken wird. Auf der anderen Seite habe ich der aktuellen Fintech Welle einen noch zu niedrigen Innovationsgrad unterstellt und vor allem das Fehlen einer Haltung, die auch die grundsätzlichen Fundamente der Bankenwelt in Frage stellt und nicht nur ein einfacheres Produkt sondern eine gänzlich andere Bedeutung hervorbringt: Sind Zinsen wirklich gut für Mensch, Ökonomie und Gesellschaft?

 

Grundsätzlichere Ansätze müssten sich dann eben auch mit den immer noch grundlegenden Glaubensvorstellungen von Kapitalismus, Betriebs- und Volkswirtschaft auseinander setzen, denn wie kommt es sonst, dass auch 9 Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise so viel noch nicht anders geworden ist. In diesem Zusammenhang empfehle ich den Artikel von Gunnar Sohn, den ich mal wieder direkt mit der Frage verbinden möchte:

 

#arewehumans. Und wenn wir es sind oder gerne bleiben möchte. Was kann man von Fin + Tech eigentlich erwarten?

 

Die Kernergebnisse der Studie

 

Fintech hat den Wettbewerb in der Finanzwirtschaft verändert, aber keine fundamentale Veränderung der Wettbewerbslandschaft hervorgebracht.


Fintechs sind wahrscheinlich nur die erste Welle einer Reihe disruptiver Kräfte, welche zu den –  von vielen schon abgeschriebenen – grundsätzlichen strukturellen Veränderungen der Bankenwelt führen wird.


Bisher wurde durch Fintech in erster Linie das Tempo der Innovation und die Kundenerwartungen grundsätzlich verändert, wodurch die Basis für weitere, aber viel grundsätzlicherer Veränderungen gelegt ist.


Banken haben und nutzen das Potential zur fundamentalen Veränderung und Verbesserung, werden dadurch aber selbst nicht dem Angriff und dem disruptiven Potenital neuer Herausforderer entzogen.


Die Anpassungsfähigkeit der Banken muss aus heutiger Sicht als überraschend angesehen werden, ist aber durch die  bisher nur an der Kundenschnittstelle erfolgten Innovation durch die Fintechs begünstigt wurden. Vielen Fintechs ist es nicht gelungen entsprechend zu skalieren, da die Reaktion der Kunden doch langsamer ist, als erhofft.


8 Kräfte werden nun die nächste Entwicklungsphase kennzeichnen, hier sind 3 dieser 8 Kräfte:

 

Entwicklung von Plattformen mit der Aggregation von Finanzslösungen unterschiedlicher Anbieter

 

Regionalisierung statt Globalisierung, weil unterschiedliche regulatorische Bedingungen den Einstieg in verschiedenen Märkten erschweren, dies könnte ein Chance für die etablierten Player sein, die sich als Aggregator für Fintechs zur Verfügung stellen könnten.

 

Die Anpassung und Weiterentwicklung der Banken, um den vor allem technologischen Herausforderungen gerecht zu werden, könnte zur Abhängigkeit von großen technologischen Playern führen, um beispielsweise künstliche Intelligenz entsprechend nutzen zu können. Insofern könnte in diesen großten Technologie Untenehmen, die zunehmend einzelne Ökosysteme zu dominieren beginnen, die wahre Herausforderung für die meisten Banken bestehen.

 

Dieser Text orientiert sich an der Zusammenfassung der Studie, im Blog von Chris Skinner

Download der Studie

Photo by Billy Huynh on Unsplash

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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