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Eine gute Zeit für neue Banken!

Mit der Fidor Bank  AG und der Noa Bank gab es in Deutschland kürzlich zwei neue Bankgründungen. Zusätzlich ist die Triodos Bank in den deutschen Markt eingetreten. Diese Aktivitäten finden in einer Zeit statt, in welcher die gesamte Branche in einer Krise steckt und in der vor allem die Verbraucher nicht besonders gut auf die Finanzinstitute zu sprechen sind.  Eigentlich sollte man glauben, dass dies nicht der beste Zeitpunkt für die Gründung einer Bank ist.

Offensichtlich sind die Verbraucher aber auf der Suche nach Alternativen. Dabei greift man zwar auch auf bereits etablierte Banken wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken zurück, aber gerade jüngere Kunden wählen gerne auch die neuen Anbieter, die vor allem auch das Internet nutzen und nach außen ein frischeres und offeneres Bild abgeben. Übertragen betrachtet, könnte man sagen, die Vorstände dieser Banken sitzen mitten in der Filiale (in diesem Fall dem Internet) und nicht abgeschottet, kaum zugänglich und nicht sichtbar im letzten Stock eines erdrückenden Bürogebäudes.

Auch aus Grossbritannien werden nun einige Neugründungen gemeldet und Chris Skinner merkt an, dass dies wohl zum ersten Mal seit sehr langer Zeit geschehen sein muss. Er konstatiert, dass die Bankenwelt sich zwar verändert, Veränderungen aber an den Besitz oder Erwerb einer Banklizenz gebunden seien. Was auch der Grund dafür ist, dass die neu einsteigenden Unternehmen den Banken in vielen Bereichen sehr ähneln. Zum Beispiel in der Tendenz vor allem auf ein gutes Filialnetz zu setzen.  Virgin Money wird als Beispiel herangezogen.

Wenn es aber keiner Banklizenz bedürfte, wären die Veränderungen und die zu erwartenden Innovationen sicherlich viel stärker. Wahrscheinlich müsste man direkt von einer Revolution sprechen. Wie schon in meinem Artikel „Die Welt der Online Finanzen“ dargestellt, kommen die Innovatoren ja überwiegend über den Antrieb nicht effiziente, unbequeme, unzeitgemässe, nicht werthaltige oder einfach unsinnige Angebote und Lösungen zu verändern.

In fact, the only real barrier to dramatic change is that all of the above list of players needs a banking licence to offer services. If anyone could set up a bank and compete, the sector would be radically different.

Kein Wunder also, dass Chris Skinner die folgenden Fragen stellt und die Antwort gleich mitliefert.

Where’s the new bank without branches?

Where’s the next First Direct?

Where’s the solely mobile phone-based bank?

Answer: there isn’t one.

Es ist fraglich, ob neue Banken mit alten Methoden und Strategien wirklich gebraucht werden. Banken, welche die Veränderungen des menschlichen Verhaltens gar nicht in Betracht ziehen. Die einfach voraussetzen, dass auch die Bankkunden von heute und morgen noch die Vertriebswege von gestern nutzen möchten. Dabei gibt es doch genug Indizen dafür, dass Menschen überkommene Handlungsweisen mit Hilfe des Internets neu entwickeln. Zum Glück sind wir da in Deutschland schon etwas weiter. Die Bank, die sich Chris Skinner wünscht gibt es bei uns schon. Und der soziale  Aspekt des Bankings war bei uns schon immer besser repräsentiert als im Vereinigten Königreich.

The former  is the bank I want, rather than some rehashed old branch-based banking with bright colours and smiley people. But then maybe I’m not the target audience, being just one of the 30 million UK internet users who are comfortable shopping and banking online.

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Suitbert Monz

    Bankkunden werden Menschen 2.0

    Kunden wollen heute keine Nummern mehr sein. Eine Reduktion auf die Kundennummer entspricht nicht mehr dem aktuellen Verhalten im Web 2.0. Kunden wollen Menschen 2.0 sein!

    Menschen 2.0 wollen Wertschätzung. Wertschätzung bedeutet offene, ehrliche und transparente Komkmunikation. Wertschätzung heisst Unterstützung, Service und Beratung, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen orientiert.

    Menschen 2.0 wollen Wertschöpfung. Wertschöpfung im eigentlichen Sinn des Wortes. Werte, die individuell wählbar, nachvollziehbar und nachhaltig sind. Die Zeiten der inhaltslosen Wertschöpfungsketten werden von Menschen 2.0 gegen soziale Verantwortung eingetauscht.

    Menschen 2.0 wollen in Gemeinschaft gestalten. Die Zukunft zu gestalten ist ein Grundbedürfnis. Produkte, Ziele und Ausrichtung der Bank gemeinsam zu entwickeln oder den Einsatz von „Geldmitteln“ in verantwortliche Bahnen zu lenken wird bei Menschen 2.0 zur Grundhaltung.

    Banken, die Menschen 2.0 als Kunden wollen, haben das Potential die Welt in Zukunft zu begeistern. Der Rest wird auf den nächsten Rettungsplan warten.

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