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Eine gute Idee aus Lustenau

In meinem letzten Blogpost habe ich kritisiert, dass zwar immer mehr Finanzunternehmen in das Social Media Meer eintauchen, aber viele wenn nicht sogar die meisten nicht so richtig wissen, wie man über die Plattformen und Tools menschlichen Dialog im realen Internet führt.

Allerdings bin ich weit davon entfernt ein Pauschalurteil zu fällen, da es auch einige gute und beachtliche Aktivitäten gibt. Die Raiffeisenbank Lustenau war eine der ersten deutschsprachigen Banken auf twitter, führt einen interessanten eigenen Blog und ist inzwischen auch bei Facebook mit einer Gruppe aktiv, wo man schon übet 200 Fans einsammeln konnte.

Nun weiten die Lustenauer Ihre Aktivtäten aus und dass mit einer ausgezeichneten Idee. Es geht dabei um die Vermittlung von Finanzwissen an einem praktischen Beispiel. Dafür hat die Raiffeisenbank Lustenau der 5 Klasse der HAK Lustenau 1000 US Dollar zur Verfügung gestellt, welche die Schüler dieser Klasse in ein Kreditprojekt bei Kiva investieren dürfen.

Das eher langweilige Thema Finanzen kann so praktisch erlebt und vermittelt werden. Keine langweiligen Vorträge oder Bücher aus einer abstrakten Theoriewelt werden vermittelt. Darüber hinaus passt das Thema Mikrokredite perfekt zum genossenschaftlichen Prinzip.

Hier ein Zitat aus dem Blogbeitrag der Raiffeisenbank Lustenau, welcher die Beweggründe für diese Aktion beschreibt.

Was hat das alles mit den eingangs gestellten Fragen zu tun?

Ich denke, dass dies einmal einen anderen Zugang zum Geld darstellt. “Über Geld spricht man nicht!” – so das alte Sprichwort. Nun schon, zumindest im Rahmen des Projekts. Vielleicht denkt man darüber hinaus ja auch ein wenig über die eigene Situation nach.

“Was dem Einzelnen nicht möglich ist, vermögen Viele!” Der Kernsatz der Raiffeisenidee, hat eine sehr starke Hilfe zur Selbsthilfe-Orientierung, genauso wie die Kiva bzw. Mikrokreditinitiativen. So kann die Raiffeisenidee für die Schüler im eigenen Tun anschaulich gemacht werden.

Es gibt zahlreiche Schnittpunkte zum Unterricht in der HAK. Die Plattform ist z. B. in englischer Sprache gehalten. Fragen wie: “In welchem Land möchte ich mein Geld einsetzen?” bis hin zu “Wie verteile ich das Geld, das mir zur Verfügung steht? Setze ich alles auf einmal ein oder betreibe ich “Risikostreuung”?” betreffen zahlreiche Schulfächer.

Wir waren eine der ersten Banken im deutschsprachigen Bereich, die sich mit dem Web 2.0 intensiv beschäftigt haben und noch beschäftigen. Auch hier passt das Projekt optimal dazu.

Und schließlich können die Schüler so Mikrounternehmern Hilfe zu Selbsthilfe leisten. Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder. Das Geld, das unser Beitrag zu dem Kiva-Projekt ist, bleibt ja im Kreislauf und kann nach erfolgter Rückzahlung immer wieder eingesetzt werden.

Die Facebook Gruppe des Projektes Kiva HAK Lustenau hat schon nach sehr kurzer Zeit 220 Mitglieder. Hier geht es zur Facebook Gruppe.

http://www.facebook.com/home.php?#/pages/Lustenau-Austria/Projekt-Kiva-Hak-Lustenau/201022873718

Die Aktion der Raiffeisenbank Lustenau ist eine wirklich gelungene Social Media Idee. Für mich ein Higlight des Jahres. Hier geht es nicht um plattes Marketing oder Entertainment. Hier hat es eine Bank geschafft einen Dialog aufzubauen, der wirklich mit ihrer Kernkompetenz zu tun hat, der nicht aufgesetzt oder künstlich wirkt, der perfekt zur Bankengruppe passt und der es noch dazu schafft Interesse für ein Thema zu schaffen, welches für viele junge Menschen nicht gerade unter den Top Ten der liebsten Freizeitbeschäftigungen steht. Ich bin gespannt auf den weiteren Verlauf und gratuliere an dieser Stelle schon einmal für eine der besten Bankaktivitäen 2009 im SocialMedia Meer.

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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