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Ein zweifelhafter Artikel, der aber auch Hoffnung macht

Gestern habe ich noch Social Media und Internetschelte betrieben bzw. ich wies darauf hin, das Veränderung nur durch Menschen und nicht durch (technologische) Instrumente erfolgen könne, da das Internet zunächst einmal keine Richtung und damit auch kein „Richtig“ oder „Falsch“ in sich trage. Am selben Tag dann aber ein Hoffungsschimmer, der seinen Ausgangspunkt in einem schlecht recherchierten und wohl auch mit nicht gerade guten Absichten erstelltem Artikel zur Noa Bank genommen hat.

Ohne dem Spiegel Online Artikel hier eine weitere intensive Erwähnung und Betrachtung gönnen zu wollen – hier verweise ich gerne auf die zahlreichen Blogartikel, die auf die Unterstellungen auf Spiegel Online reagiert haben -lässt sich vor allem aus den Reaktionen doch auch etwas Positives mitnehmen.

Was wäre wohl in einer anderen Medienlandschaft passiert? Einer Medienlandschaft mit wenigen, aber dafür um so mächtigeren Meinungsmachern. In welcher die Medien als Filter fungieren und nicht wie im Internet die Endnutzer. Das Internet gibt allen Menschen – Unternehmen und Privaten – die Möglichkeit sich darzustellen und auf die Aktivitäten der Institutionen, Organisationen und etablierten Eliten zu reagieren. Das haben gestern und heute viele Blogs gemacht. Sie haben damit wesentlich sachlicher, zurückhaltender und fairer reagiert, als der sogenannte Qualitätsjournalismus, der sich vom Internet offensichtlich so sehr unter Druck gesetzt fühlt, dass er sich an seine, von ihm selbst als Unterscheidungskriterium ins Spiel gebrachte, Kriterien nicht mehr zu halten vermag.

Das Internet führt uns ins Zeitalter der Transparenz. Ehrlichkeit und Authentizität wird damit immer wichtiger. Das gilt auch für die Medien, die sich einer neuen kritischen Instanz gegenüber sehen. Und diese kritische Instanz besitzt heute identische Möglichkeiten zur Artikulation wie die Etablierten.

Das Leben von Transparenz ist aber nicht nur ein Zwang sondern auch eine Chance. Unternehmen sollten zukünftig Transparenz bis zur Schmerzgrenze leben, denn dadurch entsteht Vertrauen. Und Vertrauen schützt vor ungerechten Angriffen. Einige Unternehmen haben bereits damit begonnen und wirken dadurch ironischerweise sogar verdächtig, da es sich nicht um das übliche Verhalten von Unternehmen zu handeln scheint.

Wer sich im Geschäftsleben nicht an die Regeln der Mehrheit hält, wer zum Regelbrecher wird, macht sich eben verdächtig. Das ist nicht neu – das war schon immer so.  Auch wenn die alten Regeln veraltet und falsch sind und vielleicht schon leicht ins Wanken geraten sind.Unternehmen sind da nicht anders als Menschen. Verhaltensänderungen werden oft erst dann vorgenommen, wenn es gar nicht mehr anders geht.

Um so erfreulicher, dass die Menschen auch in Sachen Noa Bank die Möglichkeit besitzen sich im Internet offen über das Thema auszutauschen und auch im direkten Dialog mit dem Unternehmen in die Lage versetzt werden, sich einfach zu informieren und sogar in das direkte Gespräch einzutreten. Ich denke nicht, dass es möglich wäre dies in einem ähnlichen Fall mit dem Vorstand der deutschen Bank zu tun.  Ohne mich inhaltlich zu sehr in das Thema einmischen zu wollen, wünsche ich mir, dass sich auch die Kritiker der Noa Bank offen der Auseinandersetzung im Internet stellen. Man wird die weitere Entwicklung und Diskussion abwarten müssen.

Hier der Stein des Anstoses von Spiegel Online

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,687774,00.html

Die rund um den Spiegel Online Artikel entstandenen Folgen sowie eine Einordnung und Bewertung kann man im Blog von Lothar Lochmair nachlesen

http://lochmaier.wordpress.com/

Eine weitere Auseinandersetzung mit dem Artikel von Spiegel Online gibt es im Blicklog:

http://www.blicklog.com/2010/04/09/noa-bank-bashing-durch-spiegel-online/

Und stellvertretend für viele weitere hochinteressante Artikel. Matthias Schwenk. Gute Zinsen, gutes Gewissen aber schlechte Presse?

http://carta.info/25358/gute-zinsen-gutes-gewissen-aber-schlechte-presse-die-noa-bank-in-den-medien/

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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