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Diskussion über Finanzwerbung

Im werbeblogger Blog kann man aktuell an einer kleinen Umfrage teilnehmen. Auf der Seite werden der aktuelle Fernsehspot der Sparkassen (der mit den Fähnchen) und ein Spot aus der neuen Image Kampagne der Volksbanken Raiffeisenbanken (der mit Dettmar Cramer) gegenüber gestellt. Der Leser kann dann entscheiden, welcher Spot ihm besser gefällt.

In den Kommentaren des Blog Beitrages findet dann auch ein reger Austausch über die Vor- und Nachteile der beiden Spots statt. Die meisten Beiträge beschäftigen sich dabei vor allem mit der Machart. Es geht darum, welcher Spot originieller ist , besser ankommt, besser wirkt etc. Manche Beiträge beschäftigen sich auch mit der Leistungsaussage der Spots . Ein wenig überraschend für mich: Kein Beitrag prüft die Werbeaussage auf ihren Bezug zur Realität. Niemand fragt, ob die in den Spots vermittelten Werte den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen. Aber reicht es, wenn Werbung reine Fiktion oder Kunst ist bzw. zu sein beansprucht. Das Thema Finanzkrise, Vertrauen und Authentizität wird in keinem Beitrag näher betrachtet. Die Spots werden als ästhetisches Instrument bewertet und es wird nicht hinterfragt, ob das, was in der Bankenwerbung heute zu vermitteln versucht wird, dazu beiträgt das verlorene Vertrauen wieder zurückzugewinnen.

Vertrauen ist jedoch die Grundbedingung jeder Kunde – Bank Beziehung. Wenn es stimmt, dass Werbung immer mehr zur Information werden muss und der Kunde den Dialog wünscht, dann kann man doch mal grundsätzlich Fragen, ob die klassische Finanzwerbung in TV und Print überhaupt noch einen wirklichen Wert für den Verbraucher hat.

Hierzu passen dann Aussagen über Finanzen als Tabu Thema oder Umfragen nach dem Vertrauen das Verbraucher in bestimmte Berufsgruppen haben. Die Wiederherstellung von Vertrauen kann nur im direkten Kundendialog gelingen. Und im echten menschlichen Dialog wird Offenheit und Ehrlichkeit sehr geschätzt. Eine ehrliche Entschuldigung könnte da z.B. Wunder wirken. Neben dem persönlichen Dialog, bei dem alle beteiligten Personen sich leibhaftig gegenübersitzen (gerne auch stehen), bietet sich dann noch das Internet als weiteres effizientes Dialogmedium an. Insofern wäre es doch sinnvoll auch diese Kanäle intensiver zu nutzen und sich mit den Kunden wirklich auseinanderzusetzen.

Die zahlreichen Print und TV Kampagnen der Banken und die Zurückhaltung in Sachen Social Media könnte hier gewisse Schlussfolgerungen nahe legen. Zumindest scheint der Dialog und damit die einzigartige und auf Menschen reduzierte Möglichkeit zur verbalen Kommunikation ein wenig verlernt wurden zu sein.

Hier der Link auf die werbeblogger Seite

http://www.werbeblogger.de/2009/04/20/wir-machen-das-mit-den-faehnchen/

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Roland

    Ein Werbespot KANN kein Vertrauen herstellen; ein Werbespot (im TV) ist ein Sekundenmedium, das diesen Anspruch definitiv nicht erfüllen kann und sollte. Worüber du sprichst, ist auf anderen Ebenen und Dialogkanälen -vielleicht- machbar, aber vor allem im täglichen Umgang mit den eigenen Produkten und Kunden.
    Dass viele Finanzinstitute das versäumen, ist richtig, aber aus Werbesicht eine völlige „Überforderung“ des TV-Spots.

    • electrouncle

      Vielen Dank für die Antwort. Sehe dass grundsätzlich sehr ähnlich. Deine Leser sind sicherlich auch überwiegend aus der Werbebranche oder sehr stark an dem Thema Werbung interessiert. Deshalb ist die Diskussion eigentlich auch nicht zu kritisieren. Mich hat nur dennoch ein wenig gewundert, dass es anscheinend kaum grundsätzliche Bedenken gegenüber dem Handeln der Banken der Art der Kundenkommunikation gibt. Aber diese Diskussion muss dann an anderer Stelle geführt werden.

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