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Corona-Virus: Geld sparen oder jetzt investieren?

Dass das Corona-Virus eine Bedrohung für die Gesundheit der Menschen ist, dessen wurden wir uns aufgrund der rasant gestiegenen Infektionszahlen bewusst. Doch nach und nach zieht Covid-19 viele unangenehme Folgen nach sich, die auch die Wirtschaft betreffen. Beleg dafür sind u. a. folgende Parameter: Während das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal in Deutschland um 2,2 % gesunken ist, rechnet man im neuen Quartal mit einem Einbruch vonganzen 9 %. Auch am Arbeitsmarkt sieht es nicht rosig aus – zwar ist die Zahl der Kurzarbeiter drastisch zurückgegangen, jedoch ist die Arbeitslosenzahl im Junium 40.000 gestiegen.

Fakt ist, dass neben den Unternehmen fast auch jede Privatperson die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu spüren bekommen hat. So stellen sich viele Menschen die Frage, wohin mit dem Geld, wenn noch welches übrig geblieben ist – macht es mehr Sinn, dieses zu investieren oder zu sparen.

Wer zum Beispiel Geld auf dem Tagesgeld-, Festgeld- oder Sparkonto liegen hat, der hat sich für eine sichere Anlageform entschieden. Jedoch sind die Zinsen insbesondere aufgrund der Niedrigzinsphase recht niedrig und die Erträge liegen bei 0. Zudem müssen Sparer bedenken, dass die Inflationsrate mit jedem Jahr ihr Geld weniger wert sein lässt. Im Jahr 2019 lag die Inflationsratelaut statista bei 1,4 %. Auf der anderen Seiten sind Sie mit der Einlagensicherung der Europäischen Union bis zu einem Betrag von 100.000,- EUR abgesichert. Zudem sprechen Banken und Sparkassen weitergehende Garantien aus – also auch für Menschen, die Beträge jenseits von 100.000,- EUR auf der Bank haben

Rundum handelt es sich bei Konten um eine sehr sichere Anlageform. Das ist auch der Grund dafür, dass Sparbücher und Girokonten diebeliebtesten Anlageformen der Deutschen sind. Es muss jedoch angemerkt werden, dass es sich hierbei um eine nicht sonderlich lukrative Anlageform handelt.

Doch welche Anlageformen stehen uns in Zeiten der zunehmenden Unsicherheit noch zur Verfügung? Das hängt stets davon ab, wie risikobereit Sie sind und was Ihnen bei der Geldanlage wichtig ist: Sicherheit oder Rendite?

Wir diskutieren im Folgenden Anlageformen, deren Popularität in Zeiten der Pandemie stark zugenommen hat.

1. Offene Immobilienfonds

Die Deutschen haben mehr als 100 Milliarden Euro in offene Immobilienfonds investiert, die selbst in Zeiten niedriger Zinsen stabile Renditen versprechen. Bis vor einigen Wochen haben sich die offenen Immobilienfonds wacker geschlagen und sich „nicht mit dem Corona-Virus infiziert“. Das liegt daran, dass die Fonds eine hohe Liquidität haben und die Anleger bis jetzt ihr Anlageverhalten nicht radikal verändert haben. Nun hat Scope, eine in Deutschland ansässige Rating-Agentur, die Ratings vieler Fonds abgestuft – wodurch die Rendite von Anlegern in offene Immobilienfonds dieses Jahr sinken wird. Trotzdem bewertet zum Beispiel Stiftung Warentest die offenen Immobilienfonds als sichere Anlageform und betont, dass Anleger gelassen bleiben können. Zudem eignen sich offene Immobilienfonds ideal als Beimischung für das Depot.

2. Gold

Gold gilt als sogenannter sicherer Hafen in Krisenzeiten. Trotzdem konnten Besitzer von Gold in Zeiten der Corona-Krise profitieren. Während der Preis für eine Unze Gold vergangenen Jahres bei weniger als 1.300,- EUR lag, liegt dieser Wert heute bei 1.667,- EUR. Zahlreiche Experten empfehlen, am Depotwert gemessen bis zu 10 % physisches Gold zum Portfolio hinzuzufügen. Es empfiehlt sich bei jeder Anlageform, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern einen guten Mix zu erstellen, um das Risiko zu streuen. Die Goldrendite lag zwischen 2005 und 2020 höher als die Rendite bei Aktien, jedoch ist die Volatilität und somit das Risiko auch ein bisschen höher als bei einem gut diversifizierten Aktienportfolio.

Da die Goldpreise gerade sehr hoch sind lohnt es sich etwas abzuwarten, da die Goldkurse momentan auf einem Allzeithoch sind.

3. Aktien kaufen

Die Deutschen gelten bekanntlich als Aktienmuffel – nur 16 % der Gesamtbevölkerung sind Aktienbesitzer. Der Grund dafür ist, dass die Deutschen im finanziellen Sinne eher konservativ sind und Sicherheit bei der Geldanlage oberste Priorität hat. Doch ist es ein so unsicheres Unterfangen,Aktien zu kaufen? In Europa sind im Februar die wichtigsten Aktienmärkte eingebrochen – und auch in Deutschland wurden zahlreiche Negativrekorde gebrochen. Der DAX zum Beispiel erlebte den schnellsten Kurssturz in seiner 32-jährigen Geschichte. Heute liegen DAX sowie MSCI World Index wieder leicht über dem Niveau von vor einem Jahr und konnten sich somit schnell erholen. Wenn Sie sich dazu entscheiden, Aktien zu kaufen, empfehlen wir in einen breit gestreuten Aktienindexfonds zu investieren. Da sich nach dem Crash noch nicht alle Aktien erholt haben, kann es sich gerade jetzt lohnen, zu investieren.

Fazit

Es wird noch lange dauern, bis sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie in voller Gänze entfalten – und so stellen sich viele Anleger die Frage, ob es sinnvoller ist, das Geld zu sparen oder zu investieren. Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, da dies stets von Ihrer individuellen Lage sowie der Risikobereitschaft abhängt. Für Menschen, die auf Sicherheit setzen, empfiehlt sich die Eröffnung eines Spar- oder Girokontos. Auch offene Immobilienfonds gelten trotz der Pandemie als sichere Anlageform, jedoch gibt es hier keine Einlagensicherung.

Wer etwas risikofreudiger ist und Geld anlegt, um eine Rendite zu erwirtschaften, dem empfehlen wir den Kauf von Aktien. Achten Sie jedoch darauf, ein diversifiziertes Portfolio anzulegen, um hohe Verluste zu vermeiden. Besitzer von Gold könnten in Erwägung ziehen, ihre Anteile zu verkaufen, da der Goldpreis auf einem Allzeithoch liegt. Mehr Informationen rund um das Thema Sparen und Anlegen finden Sie auf Financer.com.

Photo by Art Lasovsky on Unsplash


Disclaimer: Dies ist keine Finanzberatung. Sie handeln auf eigenes Risiko. Der Blog Financezweinull und sein Autor spricht keine Empfehlung aus und übernimmt keine Haftung

Boris Janek

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