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Chancen nutzen: Innovationsserie Teil 6

Ich habe viel über Chancen geschrieben, denn es gibt – wie in jeder Krise- auch diesmal viele Chancen. Wie können wir diese Chancen nun möglichst schnell und nachhaltig nutzen, so wie es die in den vorangegangenen Beiträgen genannten Unternehmer und Unternehmerinnen getan haben.

Kontinuierliche Innovation als Antrieb

Das niederländische Beratungshaus „Board of Innovation“ hat eine ausführliche Studie und einen Leitfaden für die Zeit mit und nach Corona entwickelt. Unter dem Titel Low Touch Economy zeigen sie unterschiedliche Szenarien und Handlungsweisen auf, die sich in verschiedenen zeitlichen Phasen nach Ausbruch der Pandemie anwenden lassen. Die Low Touch Economy wird uns demnach mindestens für 1 -2 Jahre beschäftigen. Je länger es dauert, desto problematischer wird die ökonomische Situation. Innerhalb der Phasen gibt es kurzfristig, mittelfristig und langfristig wirkende Ideen oder Innovationen, die man mit der Fähigkeit zur kontinuierlichen Innovation nutzen kann.

Einschränkungen und Bremser

Mundschutz, regionale Lieferdienste, Konzerte und andere Events in Autokinos sind Beispiele hierfür. Je komplexer das Angebot und um so intensiver es den Kontakt zwischen Menschen erfordert, desto schwieriger sind natürlich kurzfristig wirkende Produktideen oder gar Geschäftsmodelle. Ebenso bremst die Unbeweglichkeit einer Branche durch juristische, regulatorische oder einfach nur bürokratische Rahmenbedingungen die Innovationschancen. Über zur Angst und Unselbstständigkeit erzogene oder sozialisierte Menschen brauchen wir hier nicht zu sprechen (siehe dazu meinen letzten Artikel).

Wertsucher

Unser Ansatz zur Nutzung von Chancen beginnt bei unseren aktuellen und unseren zukünftigen Kunden. Zunächst klingt das trivial. In meinen nunmehr fast 25 Jahren Berufserfahrung in Entwicklungs- oder Innovationsprojekten wurde die Suche nach Wert für Kunden überwiegend vernachlässigt. Fast immer standen die Interessen des Unternehmens vor denen der Kunden und Mitarbeiter und viele Jahre ging dies – auch während der Internetzeit- auch noch gut.

Jobs to be done

Wir wollen Wert für Kunden finden und sind damit so etwas wie Value Seeker. Nur wenn wir Wert für Kunden finden, können wir Wert für unser Unternehmen schöpfen. Wert für Kunden können wir nur finden, wenn wir helfen ihre Handlungen und Entscheidungen erfolgreicher auszuführen. Die Grund Prämisse des „jobs to be done“ Frameworks, dass Menschen in ihrem Leben unterschiedliche Jobs zu erledigen haben und unsere Produkte und Lösungen für die Erledigung dieser Jobs beauftragen, hilft uns dabei weiter.

Wir können uns zum Auftakt die Frage stellen: Welche Jobs versuchen unsere Kunden/Menschen bzw. die Kunden in unserem Markt zu erledigen und wie hat Covid 19 den Kontext, in welchem Menschen handeln verändert?

Unser Kundensegmente leben in einem bestimmten Context. Ihr Publikum lebt in einem bestimmten Kontext. Die Umgebung, in der sie leben, und alle Situationen, die sie erleben, beeinflussen ihr Handeln und Denken. Covid 19 hat diesen Kontext überall auf der Welt fundamental verändert und diese Veränderung führt zu neuen Innovationschancen.

Kundensegmente

Im Ergebnis ist es unser Ziel sogenannte Job Statements für unsere Kunden und die Menschen im Umfeld unseres Marktes (Ökosystem) zu entwickeln. Dafür müssen wir unsere Kundensegmente aber intensiver analysieren und durchleuchten, als es die meisten Unternehmen heute tun. Wir beziehen das Ökosystem und erweitern unsere Leistung in den angrenzenden Markt. Wir suchen also (zunächst) nicht nach der großen, Ressourcen bindenden, Startup Idee, mit der wir uns oder andere disruptieren können und die zumeist – gerade innerhalb etablierter Strukturen – ein risikoreiches und auf viel Widerstand stoßendes Glücksspiel darstellen. Unsere Vorteile: Kunden und die Fähigkeit zur Traktion wollen wir nutzen.

Wir vertiefen das Thema im nächsten Teil der Serie.

Weiter lesen und vertiefen

https://www.boardofinnovation.com/low-touch-economy/

https://strategyn.com/jobs-to-be-done/jobs-to-be-done-theory/

https://medium.com/flow-the-new-agile-framework/what-is-flow-da4828f87758

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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