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Begriffe: Bankless Banking

In diesem Blog geht es um Banken oder allgemeiner formuliert um Finanzdienstleister. Es geht dabei weniger um deren ursprüngliche Produkte und Dienstleistungen sondern vielmehr, um die durch das Internet hervorgerufenenVeränderungen der täglichen Handlungs Praktiken von Banken und anderen Finanzdienstleistern. Die Anforderungen an Kommunikation, Marketing und Vertrieb haben sich dadurch verändert undwerden dies weiter tun. Und zwar mit zunehmendem Tempo. Darüber hinaus werden fortdauernde Kultur- und Strukturveränderungen hervorgerufen.

Es geht hier aber nicht ausschließlich um Finanzdienstleister, sondern auch um Ideen, die außerhalb dieser Branche entstanden sind bzw. entstehen, und welche diese Branche beeinflussen. Es geht um neue Angebote, Produkte und Dienstleistungen von Nicht Banken oder sogenannten Near Banks, die aufeinmal aufgetaucht sind und als neue Konkurrenten im Finanzdienstleistungsmarkt agieren.

In diesem Zusammenhang fallen immer wieder Begriffe, die ich von nun an in loser Abfolge einmal definieren möchte und deren Herkunft ich darzustellen versuche. Den Anfang macht der Begriff

Bankless Banking

Erstmals gestoßen bin ich auf diesen Begriff auf der Seite Springwise.com, die sich mit neuen Geschäftsideen und Trends beschäftigt und auch reglemässig über neue Ansätze im Finanzdienstleistungs-Bereich berichtet.

Mit dem Begriff ist das Angebot von Bankdienstleistungen oder Produkten gemeint, ohne dass dabei noch Bankhäuser beteiligt sind. Wenn Privatleute also (gwerblich) anderen Privatleuten Geld leihen (mit dem Ziel eine Rendite zu generieren) und kein Bankhaus dazwischen geschaltet ist, spricht man demnach von „Bankless Banking„. Bankless Banking würde dabei auch ohne das Internet funktionieren. In vielen Fällen ermöglicht aber nur das Internet das Erreichen der kritischen Masse, um überhaupt Konkurrenzangebote zu den vorhandenen Angeboten anzugieten.  P2p Kreditportale sind also ein Paradebeispiel für Bankless Banking. Das britische Unternehmen Zopa macht dies schon seit 2005. Erster deutscher Anbieter war das Unternehmen smava. Smava hat ebenfalls keine Bank Lizenz, damit aufsichtsrechtlich aber alles ordungsgemäß abläuft und weil – wie ich vermuten würde – sich deutsche Verbraucher mit „banklosen“ Vermittlung und Vergabe von Krediten schwerer tun als die Verbraucher anderer Kulturen – arbeitet smava aber mit der BIW Bank AG zusammen.

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Demnächst werde ich hier einen Gast Beitrag von Smava veröffentlichen, dies sei hier schon einmal angekündigt

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Bankless Banking beschränkt sich aber heute nicht mehr nur auf p2P Kredite. Es gibt zahlreiche weitere Ansätze, bei denen die vermittelnden Bank ausgeschaltet bzw. an den Rand der Finanztransaktion gedrängt wird. Dies kann vielfältige Gründe haben. Beispielsweise könnten Kosten gespart werden, es könnte mehr Transparenz entstehen, da unabhängigere Informationen zur Verfügung stehen. Es könnten Barrieren, Hemmschwellen und Hindernisse reduziert werden. Bezogen auf das Thema Kreditvermittlung werden in den P2p Portalen zum Beispiel Kredite für Anschaffungen finanziert, die bei vielen deutschen Banken nicht finanzierungswürdig wären. Darüber hinaus hat das Projekt und haben die Beteiligten ein Gesicht und Menschen sind immer noch zu einem großen Teil eher emotional agierende Wesen.

Meine Prognose an dieser Stelle: Es wird zwar sehr langsam gehen, aber „Bankless Banking“ ist und bleibt keine Eintagsfliege. Gerade die hoch vernetzte jüngere Generation, die „Digital Natives“ werden von neuen Finanzdienstleistungsangeboten angezogen werden.

Bankless Banking ist – und damit endet  der Artikel – ein Teilbereich von Social Finance. Aber was ist das eigentlich?

Hier noch ein etwas älterer Artikel zum Thema:

http://globaltechforum.eiu.com/index.asp?layout=rich_story&channelid=3&categoryid=5&title=Bankless+banking&doc_id=8208

electrOUncle

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Begriffe: Banking 2.0 « Electro Uncle

    […] Begriffe: Bankless Banking […]

  • Daniel

    Smava muss mit der BIW bzw. einer anderen Bank zusammenarbeiten, da nur mit einer Banklizenz die gewerbsmäßige Vermittlung bzw, Vergabe von Krediten gestattet ist. Bei smava läuft das ganze meiner Meinung nach ziemlich clever ab, denn wie auf http://www.kredit-und-finanzen.de/kredite/geld-leihen-von-privat.html auch grafisch beschrieben „…Die biw AG vergibt den Kredit und veräußert die Forderung daraus sofort an den jeweiligen Anleger…“. Somit kann es dem Geldgeber nicht passieren, dass er aufgrund zu vieler Kreditvergaben als gewerblicher Kredithändler eingestuft und von ihm eine Banklizenz gefordert wird.

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Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Deutsche Banken und Social Media

Das die deutschen Banken in Sachen Social Media noch sehr zurückhaltend sind, darüber habe ich hier schon einige Male berichtet....

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