title

Blog

Banken sollten Menschen schlauer machen

So oder so ähnlich habe ich mich im März auf  der webciety Banking 2.0 Diskussionsrunde während der Cebit geäussert. Nicht alle Diskussionsteilnehmer waren meiner Meinung. Mir wurde entgegengehalten, das dies nicht die Aufgabe der Banken sei. Nur wo führt es hin, wenn wir alle uns nur auf die von uns selbst oder anderen zugeschriebenen Aufgaben konzentrieren. Veränderung und vor allem Verbesserung wird dann kaum noch möglich sein. So was kann man im Extrem auch „organiserte Unverantwortlichkeit“ nennen.

Gestern und heute

Wenn man sich mal umschaut, was Banken heute und früher tatsächlich in Sachen Fort- und Ausbildung von Jugendlichen tun oder getan haben, kann man nicht so richtig viel Positives erkennen. Lediglich Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind hier schon immer aktiv gewesen. Wobei natürlich alle Finanzinstitute hiermit das Ziel verfolgen, neue Kunden zu gewinnen. Um junge Menschen in Finanzfragen schlauer zu machen, wäre unabhängige und nicht produktorientierte Ausbildung sicherlich besser und auch diese wird sich über kurz oder lang für die Banken auszahlen.

Nun muss man, um die jungen Zielgruppe heute überhaupt noch zu erreichen, auch die Medien und Kulturmittel dieser Generation nutzen. Bunte Zeitschriften oder lustige Events reichen nicht mehr aus. Auch der Jugendberater ohne Schlips wird den meisten jungen Menschen nur ein mitleidiges Lächeln ins Gesicht zaubern.

Leider bin ich auch lange aus dem Alter heraus, um noch wissen zu können, wie man junge Menschen begeistert und wie man, das – für die Meisten – nicht so spannende Thema Finanzen vermittelt. Die aktive Einbindung, der gegenseitige Respekt und auch der Dialog an Orten, an denen sich die jungen Menschen wie zuhause fühlen, könnten sicherlich zu berücksichtigende Punkte sein.

2 Milliarden

Das sich immer mehr Banken schwer damit tun Jugendliche zu erreichen,  mag auch an der fehlenden Medienkompetenz liegen. 2 Milliarden junge Menschen (die Millenials) sind mit einem Medium groß geworden, welches viele von uns Älteren nicht verstehen oder sogar verteufeln. Gerade Banken sind in Sachen Technologie doch meistens sehr konservativ, sieht man einmal von jedenen Einsatzfeldern ab, in denen Technologie vor allem Effizienz und Effekivitätsvorteile bringt. Die Kommunikation und der Dialog über die Medien und mit Hilfe der Kulturtechniken der Millenials findet kaum und vor allem kaum professionell statt.

Commonwealth Bank macht schlau

Im Visible Banking Blog von Christopher Longlois bin ich auf eine sehr spannende Initiative der Commonwealth Bank aus Australien aufmerksam geworden. Offenbar ist man dort  – genauso wie ich – der Meinung, dass Banken Menschen schlauer machen sollten und zusätzlich hat man einen Weg gefunden, mit welchem man die jungen Menschen erreicht, wenn nicht sogar begeistert.

Vor einigen Tagen hat die Commonwealth Bank das Coinland, eine virtuelle Geldmanagement Plattform für Kinder gelauncht. Bei der Anmeldung müssen Kinder die E- Mail Adresse ihrer Eltern angeben. Erst nachdem die Eltern diese bestätigt haben, werden die Kinder freigeschaltet.

Danach erwartet sie ein spannendes und kindgerechtes Spiel. Mit einem personalisierten Avatar durchlaufen sie verschiedene Stufen bei denen es darum geht zu erlernen, wie man mit Geld umgeht. Die Eltern werden per Mail über die Lernfortschritte informiert, es werden kurze einfache Tutorials gezeigt, die Vernetzung mit Freunden ist möglich und natürlich sind Elemente eingebaut, welche den Übergang zum realen Geldmanagement ebnen.

Eine interessante Initiative, die vor allem keine Scheu vor den „bösen“ digitalen Medien zeigt. Offenbar hat man in Australien längst erkannt, das junge Menschen digital denken.

Warum gibt es bei deutschen Banken eigentlich nicht solche Initiativen? Oder gibt es Sie? Wenn ja, bitte her mit den Infos!

Und nun:

Bühne frei für Coinland

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=MUSTEiqVmvE&feature=player_embedded]


Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

Post A Comment

 

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Sind Banken innovativ?

Im relativ neuen englischen Finance Blog Bank2.0, der von Brett King dem  Autor des demnächst erscheinenden gleichnamigen Buches Bank 2.0...

Schließen