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Bank der Gemeingüter

Bank der Gemeingüter

Wenn alle Banken gleich sind, dann reicht eine Bank

 

Man darf nicht alle Banken über einen Kamm scheren. Viele Banken haben schöne Namen, sind aber ansonsten doch sehr gleich. Auch die historischen Gegenbewegungen (Genossenschaftsbanken, Sparkassen, etc) haben sich weitgehend dem Mainstream der Banken verpflichtet, natürlich auch bedingt durch exogene Faktoren, denn gleiches lässt sich besser regulieren. Ist jedoch aus Sicht der System und Netzwerktheorie weniger stabil.

 

Dabei würde eine Chance darin bestehen sich wieder an die eigenen Wurzeln zu erinnern und die digitale Zukunft, genau aus diesen Wurzeln heraus zu gestalten. Aber warum geschieht dies nicht? Warum fehlt das Vertrauen in die Kraft der Gemeinschaft, die in den Social Media Kanälen so stark hervorgehoben, aber außerhalb von platten Marketing Kampagnen kaum wirklich gelebt werden?

Warum tun Banken alles, um immer gleicher zu werden? Neuerdings noch mit der Hilfe von Fintech Unternehmen, obwohl neue und alte Kundschaft gerne mehr Differenzierung hätten. Nicht jene Differenzierung natürlich, die sich auf“Filialen“ vs. „Mobile Digital“ reduziert. Aber eine inhaltliche Differenzierung über Vision, Werte und Haltung, als Fundament für die digitale Bank.

 

Alternativen zu Banken und Fintech

 

Ausserhalb der klassischen Finanzinstitute entstehen jedoch neue Gebilde, die sich der Tradition kooperativer Bewegungen oder auch der Commons Bewegung bedienen, weil sie erkannt haben, das neue Technologien eine Renaissance kollektiven Tuns, gemeinschaftlicher Selbstorganisation und -verwaltung ermöglichen. Diese Gebilde – ich mag sie nicht als Institution, Unternehmen oder Organisation bezeichnen, weil sie etwas neues sind, das sich mit alten Begriffen nicht hinlänglich beschreiben lässt – entstehen auch nicht in Zentren der deutschen, europäischen oder weltweiten Fintech Szene  sondern eher dort, wo die Vision einer gerechteren Ökonomie im Vordergrund steht. Der Begriff Fintech greift hier auch nicht, denn Banking soll hier nicht Technologie werden. Stattdessen soll Technologie im Sinne der Menschen genutzt werden. Insofern ergibt sich hier eine Teilung entlang der für die Zukunft so entscheidenden Frage: Werden wir Technologie oder nutzen wir Technologie, die zum Beispiel  Zukunftsforscher Gerd Leonhardt ins Zentrum seiner Arbeit gestellt hat.

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Ein Vertreter dieser Bewegung ist die „Bank of the Commons“. Die „Bank of the Commons“ ist eine offene internationale Initiative, die eine weltweite kooperative und soziale Bewegung anstrebt und dafür Banking, Payment und Währungen revolutionieren möchte. Dabei setzt diese Bewegung auf die Blockchain Technologie und die digitale Währung „Fair Coin“. Hier die Liste der Mitgründer, entnommen von der Internetseite der Initiative:

 

List of Co-founders

 

Collectives

FairCoop. Earth cooperative ecosystem for a fair economy.

Dyne. Free software development network.

Macao. Self organised centre for Arts, Culture and Research in Milan.

Grupo de consumo y apoyo mutuo de la Sierra del Segura. Consumers and mutual aid group in Sierra del Segura.

Seedbloom.it. Open investment and governance platform targeted at platform cooperatives and ethically driven enterprises.

We sign it. Petitioning platform for a better world.

The Integral Permaculture Academy (IPA).

Synergiehub. An epicenter for self-empowered culture.

 

Individuals

 

Enric Duran. Activist on cooperativist ecosystems and alternative economy.

Heloisa Primavera. University professor and activist in social currencies in Latin america since 1996.

Dídac Sanchez Costa. Sociologist, activist in social currencies.

@Tereseta. Multitasking hacktivist, occasional bank co-founder.

Neil Haran. Software engineer, activist and angel investor for democracy and decentralization.

Jan Ritsema. St.Erme, France.

Mattin. Artist.

Sofokles Dans. Scientist, writer, hacktivist specialist in social engineering and Internet freedom.

Michiel Vandeveld.

Mmoya. Software engineer. Free software and decentralization activist.

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Xavier Zambrana Puyalto, Researcher

 

Seit Juni befindet sich die „Bank of the Commons“ im Beta Stadium und verkauft in einer Crowd Equitiy Kampagne 500.000 Shares. Shares im Wert von 100 Euro bis zu 1000 Euro = 1000 Shares können erworben werden. Der Erwerb kann in Euro oder in Fair Coins erfolgen. Das erste Ziel ist fast erreicht.

 

Membership

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Genossenschaftsbanken und Sparkassen im Dilemma?

 

Verbünden sich die Genossenschaftsbanken und Sparkassen aktuell mit den richtigen Partnern? Ist es sinnvoll auf jene Fintech Unternehmen zu setzen, die zwar die Digitalisierung der Bankdienstleistung möglich machen, die aber letztendlich jede Differenzierungschance in „Einsen“ und „Nullen“ aufsaugen. Und wird die Bank – wenn sie erst einmal Technologie Unternehmen ist – überhaupt noch Kontrolle über das eigene Tun und die eigenen Werte haben? Schafft sie sich nicht also selber ab? In der digitalen Welt wird Banking keine differenzierende Kernkompetenz mehr sein. Wir brauchen mehr „Innovation of Meaning“ und müssen den Menschen Möglichkeiten bieten Bedeutung und Zugehörigkeit zu finden. Fintechs innovieren Lösungen und schaffen keine neuen Bedeutungen. Wer genossenschaftlich bleiben möchte, sollte auf soziale Bewegungen schauen, die digitale Technologien beherrschen. Und das kann ich leider bei keiner deutschen Bank erkennen. Oder haben Sie hierzu eine andere Meinung?

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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