title

Blog

Axel Liebetrau und die 6 Fragen

via Flickr.Foto v. Püppilottchen

Mein Interviewpartner

Axel Liebetrau ist Experte für Innovation und Zukunft und er kennt sich gut aus mit Banken.  Was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man auf seinen beruflichen und akademischen Weg schaut: Neben seinen 20 Jahren Praxiserfahrung als Banker, Trainer und Managementberater hat er eine fundierte akademische Ausbildung als Dipl. Betriebswirt (FH) und  MBA in International Management Consulting.

Auf Xing moderiert Axel Liebetrau die Gruppe Zukunftstrends in den Bereichen Banken, Versicherung und Rückversicherung und ich freue mich, dass ich hier seit einigen Tagen auch als Co – Moderator fungieren darf. Auch auf den Kundenveranstaltungen der VR NetWorld GmbH war Herr Liebetrau mit einem sehr Vortrag aktiv. Zusätzlich stellte er sich auch noch einem Video Interview welches ich auch nicht vorenthalten möchte. Ich stelle es dann morgen hier ein Und Herr Liebetrau wies mich zurecht darauf hin, dass aus den angedrohten sechs Fragen dann insgesamt 15 Fragen wurden, aber wer fällt schon auf die Überschriften von Artikeln oder auch die Titel von Fernsehsendungen rein?

Das Interview mit etwas mehr als 6 Fragen

Die Frage muss ich einfach stellen: Was ist eigentlich Zukunft?

Philosophen, Denker und Trend- und Zukunftsforscher haben seit Menschengedenken ihre Gedanken und Definitionen hierzu gemacht und die Literatur füllt ganze Bibliotheken. Ich will mich in diesem Blog allerdings nicht philosophisch, sondern eher nüchtern und pragmatisch einer möglichen Definition nähern. Nüchtern gesehen ist Zukunft die Zeit, welche subjektiv noch vor uns liegt. Pragmatisch gesehen, ist Zukunft ein Möglichkeitsraum, welchen wir gestalten können. Diese unternehmerisch geprägte Definition ist meine liebste Sichtweise auf die Zukunft.

Und wo wir schon einmal beim Thema sind. Was wird die Zukunft den Banken bringen? Wird es sie überhaupt noch geben?

Gestaltungsmöglichkeiten! Die Zukunft bringt den Banken und jedem anderen auch einen Möglichkeitsraum. Manche Unternehmer halten die Beschäftigung mit zukünftigen Gestaltungsmöglichkeiten für unnütz und abgehoben. Gerade das Erkennen der daraus resultierenden Chancen und Risiken ist eine unternehmerische Kernaufgabe. Im Grunde managen wir nicht die Zukunft, sondern unser Wissen über die Zukunft. Dies ist so real wie Produkte, Dienstleistungen und Kunden.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in der Zukunft weiterhin Banken haben werden. Die zukünftige Bank in 20 Jahren wird allerdings genauso viel oder wenig mit der heutigen Bank gemeinsam haben wie die vergangene Bank vor 20 Jahren.

Zukunft klingt immer so weit weg? Wann denken Sie kommen welche Veränderungen auf die Finanzbranche zu?

Wir erleben gerade, wie One-Touch Applikationen (Apps) die Welt und natürlich auch die Finanzbranche verändern. In den Apps zeigt sich die Entwicklung zur smarten, informellen Technik – sie sind Vorläufer einer digitalen Sensualisierung und Modularisierung und repräsentieren im eigentlichen Sinne smarte Technologie. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass Apps eine Art ästhetisches Grundraster für zukünftige digitale Nutzungen aller Art bilden werden. Ihre knappe und reduzierte Ästhetik lässt sie an die Oberflächen-Ikonographie der modernen Welt anschließen – an die Logos, Warnzeichen und Orientierungs-Symbole, wie sie in einer mobilen Welt entstanden sind. Apps werden über ihre Ursprungsgeräte hinauswachsen und „die Welt bevölkern“. In wenigen Jahren könnten auch komplexe Programmpakete aus Apps zusammengesetzt werden, in sogenannten „Nutzungswolken“, die man nach Bedarf selbst konfiguriert. Selbst Wände oder die Oberflächen von Häusern könnten dann Apps-ähnliche Bedienoberflächen tragen.

Wie können die vorhandenen Banken davon lernen und wer wird Gewinner oder auch Verlierer sein?

Was sich nicht von selbst erklärt, wird schnell ausgesondert oder verbessert. Apps lassen sich auf unser Finger-Kommando so auf dem Bildschirm arrangieren, dass eine kognitive Anordnung entsteht – wir bauen uns einen eigenen Werkzeugkasten, den wir deshalb beherrschen, weil wir als Nutzer die Ordnung herstellen. Auf diese Weise entsteht ein echtes Customizing – wir konfigurieren uns das Gerät individuell nach eigenen Bedürfnissen. Das uralte Versprechen – Banking wird einfach – wird nun endlich eingelöst.

Gewinner werden Banken sein, welche die neue Art von einfachen und selbsterklärenden Anwendungen verstehen und ihren Kunden anbieten. Verlierer werden Banken sein, welche weiterhin den bitteren Ernst der Prozess-Rationalisierung repräsentieren.

Von welchen Branchen können Finanzunternehmen lernen, um erfolgreich in die Zukunft gehen zu können? Welche Branchen sind eher negative Vorbilder?

Erfolgreiche Business-Beispiele zeigen es immer wieder: Ideen für Innovationen entstehen in den seltensten Fällen, wenn man sich nur mit der eigenen Branche beschäftigt. Innovationen und neue Ansätze finden jenseits der Branchengrenzen statt – im sogenannten „Crossing“ mit branchenfremden Trends. Eigentlich kann man aus jeder anderen Branche etwas lernen.

Banking ist ein Gut des täglichen Lebens. Die Lebensmittelbranche oder der Handel bedienen ebenfalls Bedürfnisse des täglichen Lebens. Hier genauer hinzuschauen macht Sinn für Banken. Negative Vorbilder sind ebenfalls gute Vorbilder zum Lernen für etwas, was man lieber nicht macht.

Wie oft waren Sie in den letzten 12 Monaten in einer Bankfiliale? Mit anderen Worten: Ist die Filiale ein Modell mit Zukunft? Und warum?

Oft – ich bin Unternehmer und habe Geschäftskonten. Hier habe ich einiges zu erledigen, was besser und schneller im persönlichen Gespräch abgewickelt wird. Als Privatkunde war ich nur einmal in der Filiale zur Altersvorsorgeberatung.

Ich erlebe in der Finanzbranche und vielen anderen Branchen eine Renaissance der Filiale. Die Filiale neu erfunden bleibt ein Zukunftsmodell. Die Filiale als DIE Plattform für Gespräche! Die Filiale kann ihre Stärken ausspielen, wenn man sich auf ihre ureigensten Wurzeln besinnt: Beratung, Individualität, Erreichbarkeit, Treffpunktcharakter und – letzten Endes – Verführungskunst. Das sind die Erfolgsfaktoren für die Filiale der Zukunft.

Die Zusatzfrage:

Bei welcher Bank sind Sie Kunde und wenn diese Bank vertont würde, wie würde sie klingen? Gibt es ein Musikstück, welches passen würde?

Aus sechs Fragen wurden mittlerweile fünfzehn! Aber OK – kein Problem!

Ich bin bei drei Banken Kunde – bei der Volksbank Kraichgau habe ich meine Hauptbankverbindung. Ich könnte mir einen Schlager neu interpretiert von Dieter Thomas Kuhn vorstellen. Ein Ohrwurm, bei welchem jeder irgendwie mitsingt, irgendwie uralt und irgendwie doch flippig modern.

Der Schlager?

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=SEML2o6sZmU]

Mehr zu meinem Interviewpartner

Hier gibt es mehr Informationen zu Axel Liebetrau

>>>>

Hier geht es zur von Axel Liebetrau moderierten Xing Gruppe

>>>>

Axel Liebetrau ist auch auf twitter

>>>>

Die weiteren Interviews zum nachlesen

Matthias Kröner (Fidorbank AG)

Thorsten Hahn (Banking Club)

Frank Kleinert ( Innovationsmanager bei einer Rechenzentrale)

Alexandre Janicki (Credible Finance)

Herr Carlo Bewersdorf (Asstel ProKunde)

Florian Schwarz und Florian Schwarzbauer (Die Bankonauten)

Marko Haschej (Raiffeisenbank Eberndorf)

Guido Augustin (Bürgschaftsbank Hessen)

Lothar Lochmaier (Social Banking 2.0)

Suitbert Monz (R+V)

Dr. Harald Meissner (Hochschulprofessor und Unternehmer)

Mustapha Behan (whofinance)

See you on Facebook

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

Post A Comment

 

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Unser Problem mit dem realen Leben

Um

Schließen