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Ankündigung in eigener Sache: Vortrag auf der Internetworld

Bis zum Freitag muss ich meine Folien für die Internetworld fertigstellen. Dort halte ich im Themenfeld Branchen im Wandel: Finanzdienstleistungen und Versicherungen einen kurzen Vortrag. Diesem Vortrag habe ich den Namen gegeben:

Wie Social Media die Bank zurück zum Menschen bringt.

Diesen Namen hätte man auch noch um zwei Worte erweitern können. Nämlich um die Worte „kann“ und „hoffentlich„. Der Titel würde dann in etwa so aussehen.

Wie Social Media die Bank hoffentlich zurück zum Menschen bringen kann.

Denn schließlich ist ja noch keinerlei Vorentscheidung getroffen und mein prognostischer Vortragstitel entspricht nur meiner persönlichen Meinung und meiner Hoffung. Ergänzend muss natürlich auch erwähnt werden, dass es auch heute Banken gibt, deren Entfernung vom Menschen und dessen Bedürfnissen (noch) nicht zu weit ist.

Es gibt Quellen und Aussagen, die meine (unsere) Hoffnung auf eine bessere, der Natur des Menschen und des Ökosystems dessen Teil er ist näher liegende, Welt  nähren. Lothar Lochmaier zitiert in seinem Blog aus einem Spiegel Interview mit der Globalisierungskritikerin Noreena Hertz.

Hertz: Ich bin überzeugt davon, dass wir im Kapitalismus gerade an einem Wendepunkt stehen. Die Finanzkrise konnte nur entstehen, weil die Menschen zu sehr auf das Wachstum geguckt haben, ohne zu fragen, wo dieses Wachstum überhaupt herkommt und zu welchem Preis. Die Krise war ein Weckruf für viele Menschen, die einfach die Regeln des alten Systems akzeptiert haben. Politiker, Akademiker, Ökonomen, aber auch der Mann auf der Straße fragen sich jetzt, ob die alten Regeln eigentlich gerecht und richtig waren.

Das klingt gut !

Aber nachhaltige Veränderung gelingt erst dann, wenn die Zentren der Macht dies erkennen und bereit sind – auch gegen persönliche Interessen – umzulenken. Sie beginnt natürlich auch dann, wenn die Masse der Menschen ihr Glück selbst in die Hand nimmt: z.B. mit Hilfe des Internets. Diese mächtige Medium liesse sich zur Artikulation von Interessen nutzen. Wir tun dies auch täglich. Aber verbindet uns das Internet so stark wie wir denken. Hilft es dabei gemeinsame Interessenlagen zu erkennen und zu nutzen? Oder bleibt es bei  Individualisierung und Entsolidarisierung?

Umair Haque spricht in diesem Zusammenhang vom „Social Media Bubble„.  Wir leben in einer Welt der Vervielfältigung sozialer Beziehung und diese Verfielfältigung führt eben auch zur Inflation. Fragen wir uns also an dieser Stelle: Wie kann man die Welt verändern, wenn man dazu auf Menschen zurück greifen muss, auf die man vermutlich gar nicht zählen kann. Denn mit der Verfielfältigung sozialer Beziehungen sinkt zwangsläufig auch deren Qualität.

Call it relationship inflation. Nominally, you have a lot more relationships — but in reality, few, if any, are actually valuable. Just as currency inflation debases money, so social inflation debases relationships. The very word „relationship“ is being cheapened. It used to mean someone you could count on. Today, it means someone you can swap bits with.

Um Umair Haques Thesen unterstützen zu können, muss ich nicht lange nach Beispielen suchen. Ich packe mir einfach selber an die Nase und frage mich: Wie habe ich in den letzten drei Jahren mein Verhalten substanziell verändert. Wie habe ich mit Social Media die Welt oder nur mein näheres Umfeld verändert. Und schauen wir auf die zahlreichen Beiträge von Bloggern, welche z.B. die mangelnde Vernetzung deutscher Wirtschaftsblogs bemängeln. Man nutzt das Internet, man schreibt, verlinkt sich, erntet Reputation, manchmal sieht man sich auch. Das war es dann  in der Regel auch schon. (siehe z.B. www.blicklog.com)

Wenn ich am 14.04. meinen Vortrag halte, werde ich versuchen „Social Media“ nicht als Instrument darzustellen. Die Hoffnung auf Veränderungen muss auf mehr aufbauen als auf Social Media oder die disruptive Technologie Internet. Ich möchte nicht als „Social Media Berater“ aufgefasst werden, der an der Hautür klingelt und die neue Methode oder die neuste Mode der Marketing, Vertriebs-, oder Mangement Theorie verkauft. Der seinen Zuhörern erzählt, wie man mit web 2.0 die Verhältnisse bewahren kann. Der zwar von Veränderung spricht, aber nur Werkzeuge zur Anpassung verkauft und nicht auch die Bereitschaft mitbringt sich auf Veränderungen einzulassen. Vielmehr möchte ich wahrgenommen werden, als eine Person, welche  die „neue Macht der Konsumenten“ ernst nimmt und sich darüber freut und deshalb nicht versucht, den neuen Wein in alte Schläuche zu verpacken. Obwohl ich eingestehen muss, dass auch ich inzwischen Social Media Workshops durchführe.

Banken haben einen Klang

Mein Vortrag – und ich lade alle ein dies zu überprüfen – wird sich deshalb eher um den Menschen drehen und wie sich seine ursprünglichen Wünsche und Leidenschaften durch Social Media realisieren lassen. Wenn es um Wünsche und Leidenschaften geht, dann bekommen Banken übrigens auch einen Klang. Menschen können riechen,schmecken, hören, fühlen und sehen. Dies sind unsere Schnittstellen zur Realität. Mit meiner neuen Serie: „So klingen Banken“ möchte ich versuchen den menschlichen Aspekt im Banking ins Bewusstsein zu bringen. Dafür verzichte ich absichtlich auf erklärende Worte und Theorien. Können wir Banken und deren Aktivitäten mit unseren Sinnen erfassen? Können wir das Rationale zurückstellen? Können wir uns z.B. in der Bankfiliale zurücklehnen (wenn es einen Stuhl gibt und wenn wir sie überhaupt noch besuchen) , die Augen schliessen und auf eine Melodie oder einen Song warten?

Ich freue mich über das positive Feedback, welches ich über twitter, auf einigen Blogs und auch schon von Banken bekommen habe. Ich freue mich über die zahlreichen Gegenvorschläge bzw. die Klänge, die andere Menschen empfinden, wenn sie an Banken oder die Bankenwelt denken. Gerade heute wurde ein weiteres Video von Mathias eingereicht und ich denke dieses Video steht nicht nur für den möglichen Klang von Banken. Es könnte auch ein Hymne des Aufbruchs und der Veränderung sein. Deshalb stelle ich es an dieser Stelle nochmal ein. Allerdings in der kurzen Version von Peter Griffin.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=FaIN2FzZDgo&feature=related]

Ergänzt um einen weiteren durchaus auch als programmatisch zu bezeichnenden Song von REM

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=1hKSYgOGtos]
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Schon das Buch von Lothar Lochmair bestellt? Die Bank sind wir !
Ich war schon so frei:
Hier könnt ihr es mir gleich tun
Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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