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Alternative Zahlungsmittel

Das Thema alternative Zahlungsmittel erfreut sich aktuell einer größer werdenden Beliebtheit. Krisen bieten ja grundsätzlich die Möglichkeit sich mit alternativen Modellen auseinander zu setzen. Die Bereitschaft zum zuhören ist in jedem Fall größer als in den sogenannten guten Zeiten oder anders formuliert als in Zeiten, in denen es keine ungewöhnlichen und die Stabilität gefährdenden Systemzustände gibt.

Der ausgezeichnete deutsche Blog „Exciting Commerce“ beschäftigt sich in letzter Zeit häufiger mit alternativen Zahlungsmitteln. Über diesen Blog bin ich auch auf einen Blog aufmerksam geworden, der sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt: NEW CURRENCY FRONTIERS. In einem auch auf „Exciting Commerce“ dargestellten Artikel, beschäftigt sich der Autor auch mit der Refinanzierung von Social Media wie z.B Facebook. Ausgehend von der Grundthese, dass Werbung in Social Media nicht funktioniert und das es für die Nutzer inzwischen effizientere Formen gibt, um Informationen über Produkte und deren Qualität zu bekommen, sucht der Autor nach alternativen Finanzierungsformen.

Kein Social Media Provider wird danach jeweils einen Nutzer dazu bewegen für seine Angebote in immer nur begrenzt vorhandenen und verfügbaren Währungen (Dollar,Euro,..) zu bezahlen, solange es kostenlose Alternativen gibt. Anders sähe dies – aus Sicht des Autors aus – wenn Soziale Netzwerke wie Facebook eine eigene ,nicht knappe Währung entwickeln würden und diese von den Nutzern in der gesamten Community verwendet werden könnte. Zu einer solchen Währung würde der Nutzer ein ganz anderes Verhältnis haben. Er würde in dieser Währung auch mehr ausgeben.Das Maß einer solchen Währung könnte dann beispielsweise Reputation sein.

Wenn man bedenkt das Social Media, von Nutzern generierte, Reputation so wichtig und stark gemacht hat – so der Autor – dass die Relevanz klassischer Werbung nachhaltig bedroht ist, warum sollte dies nicht auch im Hinblick auf Banken gelingen bzw. auf deren Monopol zur Herausgabe von Geld,

Soziale Netzwerke könnten die Plattform zur Entwicklung neuer Nutzer generierter Zahlungsmittel  werden. Die Herausgabe dieses Geldes würde in einem, offenen, transparenten und verteilten Prozess geschehen. Die Social Media Betreiber würden die Plattform oder den Rahmen für die erforderlichen Vereinbarungen stellen.

Facebook wird bis Jahresende wahrscheinlich 200 Millionen Nutzer haben. Wenn Facebook eine Nation wäre, dann würde diese Nation zu den größten Nationen der Welt gehören und wenn man sich daran erinnert, dass unser Geld nicht vom Himmel gefallen ist und eher zufällig – allenfalls figurativ – in interaktiven Aushandlungen entstanden ist, dann könnte aus Facebook heraus mindestens eine neue Währung entstehen.

Social Media hätte demnach das Potential für sehr grundsätzliche Veränderungen in der Finanzwelt. Was würde geschehen, wenn es wirklich eine  Facebook Währung geben würde. Welche Auswirkungen hätte dies auf klassische Banken, welche Rolle werden oder können Sie in diesem Umfeld noch einnehmen. Ein interessantes Thema.

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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