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6 Fragen mit Zusatzfrage

Im dritten Teil meiner Interviewserie „6 Fragen mit Zusatzfrage“ sprach ich mit Suitbert Monz Social Media Manager bei der R + V einem Unternehmen der genossenschaftlichen Bankengruppe. Die R + V ist vor ca. 2 Monaten in Sachen Social Media aktiv geworden und hat sowohl auf twitter als auch in Facebook einen guten Start hingelegt. Herrn Monz und seiner Kollegin Frau Anja Junior gelingt es dabei insbesondere, die Sprache des Mediums zu treffen ohne dessen Regeln zu brechen. Statt sich in Marketing Blah Blah zu verlieren und nur von eigenen Interessen getriebene Inhalte zu verfasssen, schafft es die R + V eine Mischung aus thematisch interessanten, hilfreichen und auch Produkt bezogenen Informationen anzubieten, die darauf ausgerichtet sind Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Zusätzlich stellen die Aktivitäten keine Verdoppelung der Internetseite oder sonstiger Marketing- und Werbematerialien dar.

Hier nun die Antworten von Herrn Monz auf meine 6 Fragen und die etwas privatere Zusatzfrage:

1. Meines Wissens sind Sie das erste deutsche Finanzunternehmen, bei dem es eine Position „Social Media Manager“ gibt. Beschreiben Sie doch kurz, welche Aufgaben mit dieser Position verbunden sind?

Der Social Media Manager deckt bei R+V folgende Themenbereiche ab:

– Erstellung der Konzeption und Integration des Themas Social Media in die Organisation des Hauses

– Weiterentwicklung des Themas Social Media für das Unternehmen – Vermarktung des Themas intern und extern

– Definition der Inhalte und Ausrichtung der Dialoge über die verschiedenen Social Media Kanäle

– Inhalte erstellen und Dialoge mit Kunden und Interessenten führen

2. Welche Eigenschaften muss Ihrer Meinung nach ein Social Media Manager bzw. eine Person haben, die für ein Unternehmen Social Media betreibt haben.

– hohe Affinität zum Thema „Internet“ und zu den in diesem Zusammenhang stattfindenden Weiterentwicklungen (mehr gesellschaftlich als technisch)

– Bereitschaft, Fähigkeit und Offenheit, sich auf die Kommunikationsformen des Web2.0 einzulassen und diese selbst zu leben

– Gespür für den Umgang mit relevanten Themen und mit Menschen

– Kenntnis der unternehmensinternen Kommunikations- und Service-Prozesse

3. Haben Sie Social Media Richtlinien entwickelt und wie haben Sie Social Media in Ihrem Unternehmen eingeführt?

– Die Social Media Richtlinien für unser Unternehmen werden zurzeit erarbeitet.

4. Wie sieht Ihr erstes Fazit aus? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

– Unser erstes Fazit ist auf jeden Fall positiv! Feedback und Kommentare zu unserem Einstieg in das Thema Social Media spornen uns an, in dieser Richtung weiter zu gehen. Wir stellen fest, dass es gelungen ist, Menschen zu erreichen, die über die „klassischen“ Kanäle nicht angesprochen wurden. Obwohl wir noch nicht lange in diesen Kanälen unterwegs sind, ist es schon jetzt erkennbar, dass es mehr und mehr gelingt, über die Dialoge und Themen das Unternehmen nach außen „greifbarer“ und „menschlicher“ zu machen.

5. Was hat Sie überrascht? Und gab es auch schon negative Erlebnisse

– Überrascht hat uns die Geschwindigkeit, mit der wir in der vernetzten Welt angekommen sind bzw. aufgenommen wurden. Es macht Freude zu sehen, dass über diese Kanäle so viele Menschen erreicht und angesprochen werden können und so eine Interaktion mit der Marke gelingt.

6. Wie soll es weiter gehen? Welche nächsten Schritte sind geplant

– Wir haben für dieses Jahr einen Ausbau unserer Social Media Aktivitäten geplant und haben noch weitere zusätzliche „Highlights“ in Vorbereitung. Lassen Sie sich überraschen!

Und die Zusatzfrage: Welches Buch lesen Sie gerade bzw. welches Musikstück können Sie meinen Lesern empfehlen?

– Lesen: Ausgabe 1 „enorm – Wirtschaft für den Menschen“ – Musik: Christopher von Deylen „Schiller“ – Atemlos

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=NjmJVScNzTk&feature=PlayList&p=17572D43B5380DDD&playnext_from=PL&playnext=1&index=19]

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen und den Hinweis auf das neue Magazin „enorm“, welches ich mir direkt mal zu Gemüte führen werde

Hier geht es zu den Social Media Aktivitäten der R + V:

http://twitter.com/ruv_de

http://www.facebook.com/ruv.de

Und hier die bisherigen Interviews:

Dr. Harald Meissner

Mustapha Behan:

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Paul fritze

    Zwei Dinge fallen mir auf:

    1. Ein Unternehmen schreibt die Social Media Richtlinien nachdem bereits begonnen wurde. Ist das versäumt worden oder wollte man auf dem Weg lernen und sich daran entlang zu Richtlinien vorarbeiten (was ich gar nicht schlecht finde)?

    2. In keinem Satz ist davon die Rede, dass man sein Produkt zumindest „gut“ finden sollte, bzw. davon überzeugt sein muss und Experte im Fachgebiet sein sollte. Vielmehr wird auf eine nicht inhaltliche sondern Anwendungsebene gezielt, wenn es darum geht ein guter Social Media verantwortlicher zu sein (Web 2.0 affin, Umgang mit neuen Medien, etc.) Ich gehe mal davon aus, dass Herr Monz Versicherungsexperte ist und das als gegeben hingenommen hat.

    Im Übrgen finde ich es sehr begrüßenswert, dass sich ein Versicherungsunternehmen in der Social Media Landschaft zeigt. Denn in welcher Branche wünscht man sich wohl am meisten wieder Menschen, die mit einem auf Augenhöhe sprechen und Transparenz schaffen?

    • electrouncle

      Hallo,

      da sind Ihnen interessante Aspekte aufgefallen. Kann ich natürlich nicht beantworten. Ich denke auch – da es in meinem Interview ja um Social Media ging – dass Herr Mon dies vorausgesetzt hat. Prinzipiell werden Unternehmen aber natürlich nicht umhin kommen, auch Mitarbeiter Social Media nutzen zu lassen, die inhaltliche Fragen beantworten können, insofern das rechtlich überhaupt möglich ist. Aber – wie hier auch immer wieder betont, Social Media ist nicht die Aufgabe einer Stabsstelle.

      Und auch ich finde es begrüßenswert, das Finanzunternehmen – die ja in Sachen Social Media zusammen mit den Chemie Unternehmen zu den Schlusslichtern in Sachen Social Media Nutzung gehören- aktiv werden. Zumal die R+ V dies wesentlich besser macht als die meisten anderen Aktiven

  • Suitbert Monz

    Hallo,
    vielen Dank für das Feedback zu dem Interview, wozu ich gerne etwas anmerke:
    Tatsächlich haben wir in unseren Überlegungen zum Thema Social Media die Richtlinien vom ersten Tag an auf der Agenda gehabt. Wir haben jedoch festgestellt, dass in diesem Gebiet einiges im Hause gelernt werden muss und wir daher erste eigene Erfahrungen in eine solche Richtlinie einfließen lassen wollten. Daher sind wir schon gestartet und arbeiten jetzt daran!

    Sie haben natürlich recht: das eigene Produkt sollte bekannt sein! Ich habe dies stillschweigend vorausgesetzt (Entschuldigung, aber nach 19 Jahren kann das schon mal passieren 😉

    Wir würden uns freuen, wenn Sie unserem Social Media Engagement weiterhin folgen würden.

    Schöne Grüße
    Suitbert Monz

  • Paul Fritze

    Ich finde das Vorgehen zu den Social Media Richtlinien vollkommen richtig. Ich arbeite für Audible.de und wir haben nun fast 1 Jahr lang ausprobiert was wir auf Social Media Platformen machen können und wollen. Auch wir schreiben erst jetzt die Richtlinien, nachdem wir ein paar Dinge lernen konnten und beginnen auch jetzt erst langsam mit der geplanten Umsetzung.

    Den Punkt des umfangreichen Wissens und der Passion für das Produkt (welches auch immer es ist), ist ggf. für einige Menschen Common Sense, wenn man sich öffentlich bewegt und Gespräche begleitet & anregt. Aber das ist m.E. ein Punkt, der in den meisten Fällen schon in der Herangehensweise an das Thema falsch betrachtet wird. Schön, dass es bei Ihnen nicht so ist 🙂

    Schöne Grüße
    Paul Fritze

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