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Wünsche für das Jahr 2014

Hier nochmal der zweite Teil meines Aufrufs zur Blogparade vom 13.12.2013. In dem Blogpost habe ich andere Blogs dazu aufgerufen ihre Finance Trends und Wünsche für 2013 zu formulieren. Diese Blogparade möchte ich nunmehr bis zum 31.01.2013 verlängern. Zwei interessante Beiträge sind allerdings bereits eingegangen. Wer jetzt noch mitmachen möchte, verlinkt seinen Artikel dann bitte auf diesen Beitrag:

Trends für das Jahr 2014

 

Nun meine Wünsche

 

Neulich wurde ich auf einer Veranstaltung  (ExexI/O) gefragt, wann  es die letzte wirkliche Innovation in der Finanzbranche gab? Ich habe die falsche Antwort gegeben. Die richtige Antwort wäre gewesen:

 

Vor mehr als 150 Jahren die genossenschaftliche Idee aus der später die regionalen Spar –und Darlehensvereine und schließlich die Volksbanken Raiffeisenbanken wurden

Die Mitarbeiter von Volksbanken Raiffeisenbanken sollten sich  jetzt aber nicht gemütlich und selbstgefällig zurücklehnen. Es hat sich seitdem viel verändert. Kundenverhalten und technologische Entwicklung stellen Herausforderungen da, auf die man reagieren muss. Vertrauen wird anders generiert. Darüber hinaus hat sich die Gruppe, bis auf wenige Ausnahmen, doch sehr in Richtung klassisches Banking entwickelt und muss die wesentlichen USP mühsam wieder ausgraben und positionieren. Was um so schwerer ist, da erste Konkurrenten in die gleiche Richtung laufen.

 

Werte und Wertorientierung

 

Ganz grundsätzlich wünsche ich mir  aber mehr Werte und Wertorientierung im Banking. Dabei fällt mir Gemeinwohlorientierung und Awesomeness ein. Unternehmensideen, Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle, die sich an diesen Prinzipien orientieren. Egal ob es sich nun um startups oder etablierte Banken handelt. Davon wünsche ich mir mehr. Viel mehr.

 

Kundenerlebnis im Mittelpunkt

 

Die Orientierung am Kundenerlebnis wäre ein weiterer Wunsch. Das wünsche ich mir als Kunde der Bank und das sollten Banken ohnehin ganz oben auf ihre Agenda stellen, sonst fährt der Zug bald ab. Hierfür bedarf es an einer wesentlichen menschlichen Kernkompetenz: Der Empathie.

Sich in andere Menschen hineinversetzen und mit ihnen zu fühlen, das könnte helfen, nicht nur im Banking. Und wer emphatischer ist, macht  z.B. auch weniger Werbung, setzt stattdessen auf Engagement, Relevanz und Kundennutzen. Das Marketing übernehmen dann die zufriedenen Kunden.

 

Demut

 

Mehr Demut bitte liebe Banken. Es besteht kein Zweifel, dass Ihr die Finanzkrise mit den katastrophalen Folgen verursacht habt. Einmal Demut zeigen und sich für Fehler entschuldigen und entsprechend das Verhalten verändern, würde den Banken sehr gut zu Gesicht stehen. Dann werden in der FAZ sicherlich auch nicht mehr solche Artikel stehen:

Wie wir lernten die Banken zu hassen (FAZ vom 22.12/Autoren  RAINER HANK und WINAND VON PETERSDORFF)

, die  – mal ehrlich – durchaus verständlich und nachvollziehbar sind.

 

Wünsche an die Politik

 

Etwas abseits des Bankings in Politik und Gesellschaft wünsche ich mir ebenfalls noch einige Dinge. Zum Beispiel:

Ein kompetente und mutige Netzpolitik, die innovationsfreundlich ist, aber die Interessen der Verbraucher entsprechend berücksichtigt.

Eine Politik, die Menschen Perspektiven aufzeigt und sie aus der staatlich produzierten Unmündigkeit befreit. Schon in den Schulen müssen die Menschen lernen mutig eigene Wege zu gehen. Dabei darf man ihnen dann aber nicht ständig mit irgendwelchen unsinnigen Regeln im Weg stehen. Weniger Bürokratie wäre also auch mehr.

 

Wir Menschen sollten uns ebenfalls wieder mit Werten auseinandersetzen und unser Handeln stärker am Wohl der Anderen, also am Gemeinwohl und dem größeren Ganzen orientieren. Das gilt für Arbeit, Familie, Freizeit. Die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft lösen wir nur in Kooperation. „Kooperation ist dabei vor allem dann konstruktiv, wenn versucht wird Menschen zusammen zu bringen, die unterschiedliche oder sogar gegensätzliche Interessen verfolgen“, schreibt Richard Sennett im Handelsblatt vom Dienstag: Gemeinsam statt einsam.

 

Der Sozialwissenschaftler Sennett vertritt die Ansicht, das die moderne Gesellschaft die Kooperation geschwächt hat – trotz Social Media, vielleicht sogar wegen Social Media. Eine wesentlicher Faktor der Schwächung ist allerdings die soziale Ungleichheit. Ökonomische Ungleichheit – die vor allem intragesellschaftlich gewachsen ist und wachsen wird – führt zu sozialer Distanz und Abgrenzung. Es entsteht ein „Wir“ gegen „Die“. Die Elite distanziert sich von der Masse und auch in unseren Organisationen werden wir durch Silos und Hierarchien voneinander getrennt. Die immer kurzfristigeren und oberflächlicheren Arbeitsverhältnisse beeinflussen das Wissen um die und die Identifikation mit der Organisation. Was zu einem Rückzug in sich selbst führt. Ein Phänomen, das sowohl in den großen als auch den kleinen gesellschaftlichen Systemen erkennbar ist.

 

Sennett spricht von einem neuen Charaktertyp, der darauf bedacht ist Ängste zu verringern, die durch Unterschiede ausgelöst werden. Erregungen werden vermieden, man meidet als Unterschiede und verweigert sich deren Wahrnehmung. Rückzug und ein auf Neutralität bedachtes Weltbild sind die Folge. Kooperation wird unwahrscheinlicher.

 

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • „ Meine Trends und Wünsche an die Finanzbranche 2014“ | geld.welt

    […] electrouncle, alias Boris Janek, ein als Meister seiner Zunft bekannter Finanzblogger, hat zu seiner ersten Blogparade aufgerufen und natürlich beteilige ich mich gerne an seinem vorgegebenen Thema: „ Meine Trends und Wünsche für (an) die Finanzbranche(welt) 2014“ […]

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Trends für das Jahr 2014

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