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Wir wünschen Vertrauen, wir bieten Kontrolle

Vertrauen ist ein USP

Sie erinnern sich: Vertrauen ist ein wesentlicher USP in der Vermarktung von Bankdienstleistungen.

Mit zunehmender Technolgisierung der Branche und dem dadurch angest0ßenen Wegfall von Markteintrittsbarrieren (nicht alle sind schon weg)  für branchenfremde Unternehmen wird die Bedeutung dieses USPs noch wichtiger. Bankprodukte werden zudem immer austauschbarer und je größer der Wunsch der Verbraucher nach Vereinfachung wird, desto größer wird die Transparenz und Vergleichbarkeit der Leistung. Die Anforderungen an die Bank werden größer. Verschleierung durch Marketing Fassaden funktioniert immer weniger

Dann war da ja auch noch die Finanzkrise, welche das Vertrauen in die Bankenbranche und in wichtige gesellschaftliche Institutionen -überspitzt gesagt-vollends zerstört hat.

Wie bekommt man also, was man sich so sehnlichst wünscht?

Nun gibt es ja noch das soziale Internet und Social Media, welches sich bei Finanzunternehmen  – laut einer von Steria Mummert in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z. Institut erstellten Studie – zukünftig einer grösseren Beliebtheit erfreuen soll. Angeblich wollen viele Finanzunternehmen verstärkt in Social Media investieren. Dort könnte man dann Transparenz, Offenheit, Ehrlichkeit und Kundennähe leben und dadurch eventuell Vertrauen gewinnen.

Jetzt bedeutet mehr Geld ausgeben nicht zwangsläufig eine Verbesserung oder Veränderung. Es ist  – wenn man die Aussagen interpretiert – ein wenig zu befürchten, dass Social Media hier eher als Marketing Instrument begriffen wird: Also noch mehr Werbung an allen Orten, die wir besuchen oder aufsuchen. Oder noch mehr ungefragte Nutzung von Kundeninformationen. Wie eine Investition in den Vertrauensaufbau durch faktisches Handeln klingt das bisher nicht.

Ebenfalls aus dem Branchenkompass von Steria Mummert stammte ja das Zitat, welches ich in einem älteren Blogbeitrag hier gepostet habe und das mich zu der These veranlasste, dass bei den Fach- und Führungskräften der Banken die Angst vor Kontrollverlust vorherrsche. Da könnte man jetzt einerseits vermuten, dass man nicht weiß ,was man tut oder eben andererseits vermuten, dass Social Media wohl so genutzt werden soll, dass es nicht zu Kontrollverlust kommt (wobei das ja gar nicht geht)

Was einige Banken also offensichlich auch zukünftig im Angebot haben werden ist Kontrolle.  Dafür kann man dann  auf  wunderbare technische Möglichkeiten  (Geocaching)  zurückgreifen. Zum Beispiel indem ich Menschen, die aus einem bestimmten Wohngebiet kommen, einfach mal mangelnde Zahlungsfähigkeit unterstelle. Der Computer weiß mehr und bestimmt unser Verhalten

Artikel von ZDF.de zum Geocaching

Wie war das noch bei little Britain? Der Computer sagt nein:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=tX_WuZrGipU]

Das ist schon eine Crux mit dem Internet. Da kann man so schön viel über den Verbraucher erfahren, wunderschöne menschliche Dialoge führen und Vertrauen gewinnen. Aber wieso soll man das tun, wo man sich doch auch auf einfache technische Prozesse und Verfahren verlassen kann, die einem noch mehr Kontrolle geben aber leider weniger Vertrauen generieren.

Ist das ein nicht zu lösender Konflikt?

Und wieder einmal zeigt sich, dass man Social Media nicht nutzen kann sondern leben muss. Und wer etwas leben möchte, sollte sich grundlegendere Gedanken machen. Werte, Ziele und Einstellungen spielen da zum Beispiel eine Rolle.

 

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • HGO

    War da nicht mal eine Werbung einer großen Bank: “ Vertrauen ist der Anfang von Allem “ ? Oder war es „… der Anfang vom Ende!“ ??

    :-))

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