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Wer was ändern will, wird Banker!

Unbehagen

Denken Sie manchmal da läuft was schief? Gibt es Tage an denen es Ihnen vorkommt, als lebten Sie im falschen Leben? Überall spricht man von Krise. Die Welt dreht sich um einen Begriff, dessen reale Entsprechung wir für überlebenswichtig halten oder halten müssen: Wachstum. Dafür müssen dann die einen sparen und die anderen werden subventioniert, weil sie das System tragen.

Das Private kommt auch immer kürzer. Eine Trennung zwischen Privatheit und Arbeit soll es bald nicht mehr geben und das wird uns auch noch als gut und richtig verkauft bzw. wir verkaufen uns das inzwischen selber als gut und richtig.Vielleicht wissen sie gar nicht mehr, was das Private ist. Die Arbeit macht eventuell noch Spaß und Sie merken gar nicht, dass ganz schön Lebenszeit für etwas drauf geht, das Ihnen vorgaukelt, dass Geld und Glück identisch seien und man nach mehr Geld streben müsse, um sein Glück zu maximieren.

Wie die Zukunft der Arbeit aussehen könnte, zeigt uns aktuell der Film: Work Hard/Play Hard

Wenn Sie dann noch unter der zunehmenden Ungerechtigkeit, der Zerstörung der Natur, der Entsozialisierung bzw. Pseudosozialisierung (durch Social Media)  der Menschen leiden, dann werden Sie von Zeit zu Zeit den Gedanken haben, einmal die Welt zu verändern.

Zur Tat schreiten

Nur wie soll das gehen? Schon die 68er Generation hat sich über den richtigen Weg gestritten. Die Mehrheit wählte den Marsch durch die Institutionen, was zahlreiche Veränderungen und Verbesserungen mit sich brachte, die Grundbedingungen aber auch irgendwie verfestigt und sogar verselbstständigt haben. Sind das Systemlogiken?

In den USA und teilweise auch bei uns entstand eine Occupy Bewegung, die zumindest in den USA noch lange nicht so tot ist, wie viele von uns vielleicht annehmen, nur weil man in unseren Medien nicht mehr viel davon hört. Wobei ja ohnehin noch nicht viel darüber berichtet wurde, denn es gilt ja auch weitere Superstars zu suchen oder volkstümliche Lieder zu trällern.

Artikel zu occupy wallstreet von Michael Moore auf the nation.com

Werdet Banker

Vielleicht gingen die 68er auch nur durch die falschen Institutionen? Wer heute etwas verändern möchte gründet ein Technologie Unternehmen. Dafür gibt es viele Beispiele. Überhaupt scheint es so zu sein, dass viele jüngere Menschen lieber etwas Eigenes machen und dies durchaus häufig mit dem Ziel etwas anders oder besser zu machen, als sich einem etablierten und verkrusteten Unternehmen anzuschließen,

Das ist gut aber auch schade, denn letztendlich gibt es Unternehmen, die eine so wichtige Rolle beim Erhalt oder der leichten Reparatur des Status Quo, der immer weniger funktionierenden prägenden Form des Wirtschaftens spielen, dass man diese verändern müsste, um wirklich etwas zu erreichen. Ich meine natürlich die Banken und manche haben damit begonnen neue Banken oder bankähnliche Gebilde zu gründen. Was schon mal ein großer Fortschritt ist.

Werdet Banker und verändert dadurch die Banken

So schizophren das aber klingt.  Die Finanzkrise macht gerade jene Banken noch stärker, deren Handeln wesentlich für die Herbeiführung dieser Krise war. Neue Regeln und Gesetze, deren Umsetzung ja in der Regel mit hohen finanziellen und personellen Investitionen verbunden sind, können diese großen Banken viel besser umsetzen. Im Notfall hilft dann noch ein großes Beratungshaus oder eben eine Finanzspritze des Steuerzahlers.

Da bleibt doch wirklich nur eigentlich nur eine Möglichkeit. Lasst uns alle Banker werden. Für die älteren unter uns ist dies keine Option, aber aller jungen Menschen, die gerade auf der Suche nach einem Beruf für das Leben sind, möchte ich nahelegen zu einer Bank zu gehen.

Stärkt die guten Banken, indem ihr dort eure Qualifikationen einbringt. Und verändert die anderen Banken indem ihr dort anheuert, um die Dinge anders zu machen. Und ordnet euch nicht in die vorhandenen Strukturen ein, lauft nicht den geraden vorgegebenen Karriereweg. Stellt Fragen, seid kritische Geister. Empört Euch! Fordert! Hinterfragt das Selbstverständliche und verändert. Tragt andere Kleidung. Nutzt die Verunsicherung, um die guten Banken noch besser und  die normalen Banken besser zu machen.

Bewerbt Euch auch, wenn ihr Euch nicht in den Beschreibungen der Personaler bzw. den ewig gleichen Artikeln der Karriereratgeber und Zeitungen widerfindet. Schleicht Euch im Notfall einfach ein, haltet Euch an die Rituale, aber seid stark, konfliktfähig und überzeugend. Andere Banken gibt es nur durch andere Menschen bzw. durch den Mut der Menschen gemeinsam die eingespielten Praxen zu hinterfragen und zu verändern. Und wenn es andere Banken gibt, dann verändert sich noch viel mehr.

Am 26. und 27. April findet das 4. genobarcamp der genossenschaftlichen Gruppe statt. Ich bin gespannt wie viele andere Banker ich treffen werde. Am Freitag gibt es hier einen ersten Eindruck von der Veranstaltung.

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • HansjörgLeichsenring (@HLeichsenring)

    Der Begriff der „Work hard – play hard“ Kultur ist ja nicht gerade neu, das gab es schon in den 80er Jahren. Insofern haben zwar Handy und Internet einerseits die Situation verstärkt andererseits aber auch neue Freiräume geschaffen, durch von zu Hause aus arbeiten zu können.

    Arbeiten an sich ist auch nicht so schlecht. Wir jammern nur zu viel. Vielleicht sollten wir uns mal ein Beispiel an der Schweiz nehmen, die in einer Volksabstimmung eine Verlängerung des Mindesturlaubs ( 4 Wo) abgelehnt haben…

    Gruß

    Hansjörg Leichsenring

    • electrouncle

      Hallo,

      die Münze hat immer zwei,die meisten Dinge im Leben sogar noch viel mehr Seiten. Das die Schweizer nicht jammern mag auch daran liegen, dass der Staat einen großen Teil seines Sozialproduktes aus den hinterzogenen Steuern anderer Länder macht. Verzeihen Sie mir diese Spitze.

      Arbeiten ist nicht schlecht, wenn Menschen darin einen Sinn finden können und diese Arbeit auch entsprechend entlohnt wird. Arbeit in der man keinen Sinn findet, führt dann häufig in den burn out, was übrigens besonders in der sich stärker virtualisierenen Arbeitswelt vorkommt. Bei den meisten Menschen auf der Welt und auch in Deutschland kommt dann hinzu, dass diese eher in prekären Umfeldern arbeiten und Leistung nicht adäquat entlohnt wird.
      Home Office ist auch super. Viele Unternehmen wollen aber eher das Office zum Home machen. In dem Film gibt es ja ganz furchtbare Aussagen, was wohl auch mit dem zugrunde liegenden und in den Wirtschafshochschulen dieser Welt vermittelten Menschenbild zu tun hat.

      schöne grüsse

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